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PDF-DokumentOrdnungsrecht - Allgemeinverfügung Corona-Virus Seuchenrecht Prostitution

OVG Lüneburg
28.8.2020
13 MN 299/20

Vorläufiger Rechtsschutz gegen eine infektionsschutzrechtliche Verordnung (MS, VO v. 10.07.2020 i.d.F. 31.07.2020, § 5 Abs. 1 Nr. 3 Prostitutionsfahrzeuge)

StGBEG § 297
ProstSchG § 2
VwGO § 47 Abs 2 S 1

Aktenzeichen: 13MN299/20 Paragraphen: Datum: 2020-08-28
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PDF-DokumentOrdnungsrecht Gesundheit- und Fürsorge - Allgemeinverfügung Corona-Virus Seuchenrecht Prostitution

OVG Lüneburg
28.8.2020
13 MN 307/20

Vorläufiger Rechtsschutz gegen die Schließung von Prostitutionsstätten, Bordellen und ähnlichen Einrichtungen sowie der Straßenprostitution während der Corona-Pandemie (Nds. MS, VO. v. 10.07.2020 i.d.F. v. 11.08.2020, § 5 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3)

§ 5 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 der Niedersächsischen Verordnung zur Neuordnung der Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Corona-Virus SARS-CoV-2 - Niedersächsische Corona-Verordnung - vom 10. Juli 2020 (Nds. GVBl. S. 226), berichtigt am 15. Juli 2020 (Nds. GVBl. S. 257), zuletzt geändert durch Verordnung zur Änderung der Niedersächsischen Corona-Verordnung vom 11. August 2020 (Nds. GVBl. S. 267), wird vorläufig außer Vollzug gesetzt.

GG Art 12 Abs 1, Art 20 Abs 3, Art 3 Abs 1
IfSG § 28 Abs 1, § 32 S 1
VwGO § 47 Abs 6

Aktenzeichen: 13MN307/20 Paragraphen: Datum: 2020-08-28
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PDF-DokumentOrdnungsrecht Gesundheit- und Fürsorge - Allgemeinverfügung Corona-Virus Seuchenrecht Prostitution

VGH Baden-Württemberg
20.8.2020
1 S 2347/20

Betreiben eines BDSM-/Dominastudios in Zeiten der Corona-Pandemie

1. Es begründet voraussichtlich keinen Verstoß gegen Art. 3 Abs. 1 GG, dass der Verordnungsgeber sog. Domina- und BDSM-Studios nicht aus dem Anwendungsbereich des für Prostitutionsstätten geltenden Betriebsverbots in § 13 Nr. 2 CoronaVO ausgenommen hat (a.A. zum dortigen Landesrecht VG Berlin, Beschl. v. 22.07.2020 - VG 14 L 163/20 - und v. 22.07.2020 - VG 14 L 173/20-).

2. Der durch das genannte Betriebsverbot begründete Eingriff in die Berufsfreiheit des Betreibers eines Domina-/BDSM-Studios ist ungeachtet der inzwischen mehrmonatigen Dauer des zuletzt bis zum 30.09.2020 verlängerten Verbots derzeit (Stand 20.08.2020) aller Voraussicht nach weiterhin verhältnismäßig.

Aktenzeichen: 1S2347/20 Paragraphen: Datum: 2020-08-20
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PDF-DokumentOrdnungsrecht - Allgemeinverfügung Corona-Virus Seuchenrecht

OVG Lüneburg
14.8.2020
13 MN 300/20

Infektionsschutzrechtliche Verordnung (MS, VO v. 10.07.2020 i.d.F. 31.07.2020, § 2, § 29 (Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasenbedeckung, Ordnungswidrigkeit))

IfSG § 28 Abs 1 S 1, § 32
VwGO § 47 Abs 6

Aktenzeichen: 13MN300/20 Paragraphen: Datum: 2020-08-14
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PDF-DokumentOrdnungsrecht Grundgesetz - Allgemeinverfügung Corona-Virus Seuchenrecht Versammlungsfreiheit

OVG Lüneburg
29.7.2020
13 MN 280/20

Infektionsschutzrechtliche Verordnung betreffend Hochzeitsfeiern mit mehr als 50 Personen

Die Teilnehmerbeschränkung in § 1 Abs. 5 der Nds. Corona-Verordnung vom 10. Juli 2020 (Nds. GVBl. S. 226, 257) findet für die dort benannten Feiern (Hochzeiten etc.) keine Anwendung, wenn diese in privat angemieteten Räumlichkeiten für geladene und namentlich bekannte Gäste stattfinden.

GG Art 12
VwGO § 155 Abs 4, § 47 Abs 2
CoronaVInfSchMaßnV ND 2

Aktenzeichen: 13MN280/20 Paragraphen: Datum: 2020-07-29
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PDF-DokumentOrdnungsrecht Gesundheit- und Fürsorge - Allgemeinverfügung Corona-Virus Seuchenrecht

OVG Lüneburg
27.7.2020
13 MN 272/20

Vorläufiger Rechtsschutz gegen eine infektionsschutzrechtliche Verordnung (Nds. MS, VO v. 10.07.2020, § 5 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 - Angebot von Shisha-Pfeifen zum Konsum/Shisha-Bars)

GG Art 12 Abs 1, § 3 Abs 1
IfSG § 28 Abs 1
VwGO § 47 Abs 6

Aktenzeichen: 13MN272/20 Paragraphen: Datum: 2020-07-27
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PDF-DokumentOrdnungsrecht Gesundheit- und Fürsorge - Allgemeinverfügung Corona-Virus Seuchenrecht Versammlungsfreiheit

OVG Berlin-Brandenburg
21.7.2020
11 S 65/20

Autokino-Veranstaltungen; Covid-19; Infektionsschutzmaßnahmen; ausnahmsloses Verbot von Großveranstaltung mit mehr als 1.000 Anwesenden; Verhältnismäßigkeit; infektionsschutzrechtlich relevante Besonderheiten von Autokino-Veranstaltungen; Eignung möglicher Schutzmaßnahmen; Schwerwiegende Folgen des Verbots für davon Betroffene;

Unverhältnismäßigkeit eines Verbots ohne Möglichkeit der Ausnahme aufgrund einer Einzelfallprüfung Soweit keine Möglichkeit einer Ausnahme aufgrund einer Prüfung der Umstände des Einzelfalls vorgesehen ist, stellt ein Verbot auch von Autokino-Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Anwesenden voraussichtlich einen nicht mehr verhältnismäßigen Eingriff in das Grundrecht eines davon betroffenen Veranstalters aus Art. 12 Abs. 1 GG dar.

GG Art 3
IfSchG § 28
VwGO § 47
SARS-CoV-2-UmgV § 1, § 3

Aktenzeichen: 11S65/20 Paragraphen: Datum: 2020-07-21
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PDF-DokumentOrdnungsrecht - Ordnungsrecht Corona-Virus

OVG Lüneburg
17.7.2020
13 MN 261/20

Vorläufiger Rechtsschutz gegen eine infektionsschutzrechtliche Verordnung (Nds. MS, VO v. 10.07.2020, § 12 Abs. 3 Satz 2 - Kutschfahrten)

GG Art 12 Abs 1, Art 3 Abs 1
VwGO § 47 Abs 6

Aktenzeichen: 13MN261/20 Paragraphen: Datum: 2020-07-17
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PDF-DokumentOrdnungsrecht - Allgemeinverfügung Corona-Virus

VGH Baden-Württemberg
16.7.2020
1 S 1792/20

1. Es ist offen und bedürfte einer vertieften Klärung in einem Hauptsacheverfahren, ob die Einstufung der Türkei als Risikogebiet im Sinne von § 1 Abs. 4 CoronaVO EQ hinreichend auf konkret nachvollziehbare Tatsachen gestützt ist.

2. Für Einreisende aus der Türkei ist es rechtlich und tatsächlich zumutbar, gemäß § 2 Abs. 5 CoronaVO EQ durch die Vorlage eines negativen Coronatests, der höchstens 48 Stunden vor Einreise in die Bundesrepublik Deutschland vorgenommen worden ist, die Pflicht zur häuslichen Quarantäne nach § 1 Abs. 1 Satz 1 CoronaVO EQ abzuwenden.

Aktenzeichen: 1S1792/20 Paragraphen: Datum: 2020-07-16
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PDF-DokumentOrdnungsrecht - Allgemeinverfügung Corona-Virus Seuchenrecht

OVG Lüneburg - VG Hannover
6.7.2020
2 ME 246/20

Einstweilige Anordnung

Herausgabe von Erlassen des Niedersächsischen Justizministeriums im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie (Umweltinformationsrecht)

1. Die Innenraumluft stellt keine "Luft" im Sinne von § 2 Abs. 3 Nr. 1 UIG/Art. 2 Nr. 1 lit. a UIRL und mithin keinen Umweltbestandteil im Sinne des Umweltinformationsrechts dar (a.A. OVG Berlin-Brandenburg, Beschl. v. 9.2.2015 - OVG 12 N 11.14 -, juris).

2. Der Umweltbezug einer Maßnahme im Sinne von § 2 Abs. 3 Nr. 3 b UiG muss eine gewisse Intensität erreichen, eine einfache "beiläufige" Berührung von Umweltgütern reicht nicht aus.

3. Unter den Begriff der Umweltinformation über Emissionen im Sinne von § 2 Abs. 3 Nr. 2 UIG ist ausschließlich eine Information darüber zu verstehen, welche Stoffe in welcher Menge eine Anlage verlassen und in diesem Sinne in die Umwelt freigesetzt werden. Nicht hierunter fallen Informationen über Vorgänge innerhalb einer Anlage.

PresseG ND § 4 Abs 1
UIG ND § 2 Abs 5, § 3 S 2
UIG § 2 Abs 3, § 2 Abs 3 Nr 1, § 2 Abs 3 Nr 2, § 2 Abs 3 Nr 3, § 2 Abs 3 Nr 6
EGRL 4/2003 Art 2 Nr 1a

Aktenzeichen: 2ME246/20 Paragraphen: Datum: 2020-07-06
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PDF-DokumentOrdnungsrecht - Allgemeinverfügung Corona-Virus Seuchenrecht

OVG Lüneburg
1.7.2020
13 MN 246/20

Vorläufiger Rechtsschutz gegen eine infektionsschutzrechtliche Verordnung (Nds. MS, VO v. 08.05.2020 i.d.F. 25.06.2020, § 1 Abs. 3 Nr. 1 - Shisha-Bars)

GG Art 12, Art 3
IfSG § 28
VwGO § 47 Abs 6

Aktenzeichen: 13MN246/20 Paragraphen: Datum: 2020-07-01
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PDF-DokumentOrdnungsrecht - Allgemeinverfügung Corona-Virus Seuchenrecht Versammlungsfreiheit

OVG Lüneburg - VG Oldenburg
26.6.2020
11 ME 139/20

Versammlungsrechtliche Beschränkungen zum Schutz vor Infektionen mit dem Coronavirus

1. Versammlungsbehördliche Beschränkungen der Teilnehmerzahl einer Versammlung aus infektionssschutzrechtlichen Gesichtspunkten bedürfen einer besonderen Begründung und einer besonders strikten Berücksichtigung des Verhältnismäßigkeitsgrundsatzes. Dazu ist konkret darzulegen, dass und warum bei einer größeren Teilnehmerzahl die Mindestabstände nicht gewahrt werden können.

2. Die Anordnung der Einhaltung eines Mindestabstands von 2 Metern zwischen den Versammlungsteilnehmern ist rechtswidrig, soweit dies auch zwischen einem Elternteil und einem betreuungsbedürftigen minderjährigen Kind gefordert wird.

3. Die Beschränkung, dass Ordner und Versammlungsteilnehmer eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen haben, ist im Rahmen der summarischen Prüfung nicht zu beanstanden.

CoronaVV ND § 2 Abs 4 S 2, § 2 Abs 4 S 3
VersammlG ND § 8 Abs 1
GG Art 8 Abs 1

Aktenzeichen: 11ME139/20 Paragraphen: Datum: 2020-06-26
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PDF-DokumentOrdnungsrecht - Ordnungsrecht Corona-Virus

VGH Baden-Württemberg
25.6.2020
1 S 1739/20

Die in § 2 Abs. 3 CoronaVO Gaststätten geregelte Verpflichtung zur Abgabe von Kontaktdaten bei Besuch von Gaststätten ist voraussichtlich verfassungsgemäß und mit den Vorschriften der Datenschutzgrundverordnung vereinbar.

Aktenzeichen: 1S1739/20 Paragraphen: Datum: 2020-06-25
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PDF-DokumentOrdnungsrecht - Allgemeinverfügung Corona-Virus Seuchenrecht

OVG Lüneburg
17.6.2020
13 MN 218/20

Vorläufiger Rechtsschutz gegen eine infektionsschutzrechtliche Verordnung (MS, VO v. 08.05.2020, § 1 Abs. 3 Nr. 3 - Kino)

Zur Schließung eines Kinos wegen Infektionsgefahr mit dem Corona-Virus

IfSG § 28 Abs 1 S 2, § 32
VwGO § 47 Abs

Aktenzeichen: 13MN218/20 Paragraphen: Datum: 2020-06-17
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PDF-DokumentOrdnungsrecht - Allgemeinverfügung Corona-Virus Seuchenrecht

OVG Lüneburg
9.6.2020
13 MN 211/20

Anordnung der Schließung einer Prostitutionsstätte wegen Infektionsgefahr mit dem Corona-Virus aufgrund der Niedersächsischen Verordnung über infektionsschützende Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Corona-Virus vom 8. Mai 2020

IfSG § 28 Abs 1 S 2, § 32
VwGO § 47 Abs 6
CoronaVInfSchMaßnV ND § 1 Abs 3 Nr 4
GG Art 3 Abs 1

Aktenzeichen: 13MN211/20 Paragraphen: Datum: 2020-06-09
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PDF-DokumentOrdnungsrecht Gesundheit- und Fürsorge - Allgemeinverfügung Corona-Virus Seuchenrecht

OVG Lüneburg
5.6.2020
13 MN 195/20

Vorläufiger Rechtsschutz gegen eine infektionsschutzrechtliche Verordnung (Nds. MS, VO v. 08.05.2020 und 22.05.2020, § 5 Abs. 1 - Quarantäne für Reiserückkehrer aus europäischen Ländern)

IfSG § 30, § 32
VwGO § 47 Abs 6

Aktenzeichen: 13MN195/20 Paragraphen: Datum: 2020-06-05
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PDF-DokumentOrdnungsrecht Gesundheit- und Fürsorge - Allgemeinverfügung Corona-Virus Seuchenrecht

VGH Baden-Württemberg
5.6.2020
1 S 1623/20

1. Die Corona-Verordnung Einzelhandel leidet voraussichtlich nicht unter einem Verkündungsmangel. Die Voraussetzungen für eine Notverkündung nach § 4 VerkG lagen aller Voraussicht nach vor.

2. Das Wirtschaftsministerium und das Sozialministerium waren für den Erlass der Corona-Verordnung Einzelhandel voraussichtlich zuständig.

3. § 3 Abs. 3 Satz 2 CoronaVO Einzelhandel - wonach „Richtgröße für eine angemessene Anzahl von Kunden (…) hierbei 20 Quadratmeter Verkaufsfläche pro Person (einschließlich der Beschäftigten)“ sind - ist aller Voraussicht nach rechtswidrig. Die Vorschrift genügt nicht dem rechtsstaatlichen Bestimmtheitsgebot.

Aktenzeichen: 1S1623/20 Paragraphen: Datum: 2020-06-05
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PDF-DokumentOrdnungsrecht - Allgemeinverfügung Corona-Virus

VGH Hessen - VG Frankfurt
3.6.2020
1 B 1379/20

"Urlaubsrückgabe" wegen Reisebeschränkungen zu Corona-Zeiten

Reisebeschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie begründen keinen (gebundenen) Anspruch auf Hinausschieben eines antragsgemäß genehmigten Urlaubs oder auf Rücknahme der Urlaubsgenehmigung.

EUrlV § 8 Abs 2

Aktenzeichen: 1B1379/20 Paragraphen: Datum: 2020-06-03
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PDF-DokumentOrdnungsrecht Gesundheit- und Fürsorge Grundgesetz - Allgemeinverfügung Corona-Virus Seuchenrecht Versammlungsfreiheit

VGH Baden-Württemberg - VG Stuttgart
30.5.2020
1 S 1651/20

1. Zum Kern der Versammlungsfreiheit aus Art. 8 Abs. 1 GG gehört das Selbstbestimmungsrecht des Veranstalters einer Versammlung. Er darf selbst Ort und Zeit, Umstände und Inhalte sowie die Teilnehmerzahl der Versammlung festlegen. Versammlungsbehördliche Begrenzungen der Zahl der Teilnehmer sind nicht von vornherein ausgeschlossen. Höchst ausnahmsweise können besonders schwerwiegende Gefahren für die Schutzgüter der öffentlichen Sicherheit, insbesondere gravierende Gefahren für die Schutzgüter von Leib und Leben nach Art. 2 Abs. 2 GG, für die der Staat eine Schutzpflicht innehat, versammlungsbehördliche Begrenzungen der Teilnehmerzahl rechtfertigen (s. schon Senat, Beschl. v. 16.05.2020 - 1 S 1541/20 - juris).

2. Die Einschätzungen des Robert-Koch-Instituts zum Verlauf der SARS-CoV-2-Pandemie sind nachvollziehbar und beruhen auf einer Analyse der derzeit vorhandenen, das dynamische Geschehen der Pandemie berücksichtigenden Erkenntnisse.

3. Beim derzeitigen Stand der Corona-Pandemie besteht aller Voraussicht nach weiterhin eine konkrete Sachlage, die bei ungehindertem Geschehensablauf mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einem Schaden für die der Versammlungsfreiheit entgegenstehenden Rechtsgüter von Leib und Leben einer potenziell großen Zahl an Menschen und für das Gesundheitssystem in Deutschland führt, wenn die Abstandsregelungen nach der CoronaVO bei Versammlungen nicht eingehalten werden.

4. Es ist voraussichtlich davon ausgehen, dass bei der Durchführung einer Versammlung mit über 10.000 Teilnehmern - zumal auf einer schlauchartigen Straße - nicht mehr gewährleistet werden kann, dass die nach der CoronaVO notwendigen Abstände eingehalten werden.

Aktenzeichen: 1S1651/20 Paragraphen: Datum: 2020-05-30
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PDF-DokumentOrdnungsrecht Gesundheit- und Fürsorge - Allgemeinverfügung Corona-Virus Seuchenrecht

OVG Lüneburg
29.5.2020
13 MN 185/20

Vorläufiger Rechtsschutz gegen die Anordnung der Schließung einer Prostitutionsstätte wegen Infektionsgefahr mit dem Corona-Virus aufgrund der Niedersächsischen Verordnung über infektionsschützende Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Corona-Virus vom 8. Mai 2020 (juris: CoronaVInfSchMaßnV ND)

Zur Schließung einer Prostitutionsstätte wegen Infektionsgefahr mit dem Corona-Virus.

IfSG § 28 Abs 1 S 2, § 32
VwGO § 47 Abs 6
CoronaVInfSchMaßnV ND § 1 Abs 3 Nr 4

Aktenzeichen: 13MN185/20 Paragraphen: Datum: 2020-05-29
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PDF-DokumentOrdnungsrecht Gesundheit- und Fürsorge - Allgemeinverfügung Corona-Virus Seuchenrecht

OVG Lüneburg
26.5.2020
13 MN 182/20

Vorläufiger Rechtsschutz gegen eine infektionsschutzrechtliche Verordnung (MS, VO v. 08.05.2020, § 8 Abs. 2 Satz 3 - Bewirtungsverbot in Einkaufscentern)

GG Art 12 Abs 1, Art 3 Abs 1
IfSG § 28 Abs 1
VwGO § 47 Abs 6

Aktenzeichen: 13MN182/20 Paragraphen: Datum: 2020-05-26
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PDF-DokumentOrdnungsrecht Gesundheit- und Fürsorge Grundgesetz - Allgemeinverfügung Corona-Virus Seuchenrecht Versammlungsfreiheit

VGH Baden-Württemberg - VG Stuttgart
23.5.2020
1 S 1586/20

Eine Versammlung kann nicht mit der Begründung verboten werden, wegen einer potentiell konfliktträchtigen Gegendemonstration ergäben sich bei Durchführung der Versammlung Infektionsgefahren für Teilnehmer, Gegendemonstranten und Polizeibeamte, wenn diese Gefahren durch Auflagen auf ein solches Maß reduziert werden können, dass sie zur Gewährleistung einer praktischen Konkordanz von Art. 2 Abs. 2 Satz 1 GG und der Funktionsfähigkeit des Gesundheitswesens auf der einen Seite und Art. 8 GG sowie gegebenenfalls Art. 21 Abs. 1 GG auf der andern Seite hinzunehmen sind. Andernfalls hätten es zu Rechtsverstößen bereite Personen auf möglicherweise lange Zeit - unter Umständen bis zum Bereitstehen eines Impfstoffes gegen das Coronavirus - in der Hand, durch Ankündigung von rechtswidrigem Verhalten per se rechtmäßige Versammlungen vollständig unmöglich zu machen. Ein solches Ergebnis wäre rechtsstaatlich kaum tragbar.

Aktenzeichen: 1S1586/20 Paragraphen: Datum: 2020-05-23
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PDF-DokumentOrdnungsrecht Gesundheit- und Fürsorge - Allgemeinverfügung Corona-Virus Versammlungsfreiheit

VG Stuttgart
22.5.2020
5 K 2478/20

1. Das Verbot einer Versammlung, bei der Anhaltspunkte für einen unfriedlichen Verlauf fehlen und die daher voraussichtlich nicht als Störerin in Anspruch genommen werden kann, kann bei Vorliegen der Voraussetzungen des sogenannten unechten polizeilichen Notstandes dennoch ausnahmsweise gerechtfertigt sein.

2. Eine solche rechtfertigende Situation kann vorliegen, wenn eine nachvollziehbare und auf konkreten Umständen beruhende Gefahrenprognose gewalttätige Auseinandersetzungen mit Gegendemonstranten erwarten lässt, die ein erhebliches Infektionsrisiko im Hinblick auf die Verbreitung des neuartigen Coronavirus begründen, welchem durch Auflagen nicht hinreichend begegnet werden kann.

Aktenzeichen: 5K2478/20 Paragraphen: Datum: 2020-05-22
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PDF-DokumentOrdnungsrecht Gesundheit- und Fürsorge - Allgemeinverfügung Corona-Virus Seuchenrecht

OVG Berlin-Brandenburg
20.5.2020
11 S 49/20

Coronapandemie; Eindämmungsmaßnahme; Lockerungsmaßnahmen; Schließung von Spielhallen; Verhältnismäßigkeit;

Einschätzungsspielraum des Verordnungsgebers; allgemeiner Gleichheitssatz

Das in der SARS-CoV-2-Eindämmungsverordnung des Landes Brandenburg enthaltene Gebot, Spielhallen für den Publikumsverkehr zu schließen, begegnet bei summarischer Prüfung auch noch gegenwärtig weder mit Blick auf den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit noch mit Blick auf den allgemeinen Gleichheitssatz durchgreifenden rechtlichen Bedenken.

VwGO § 47 Abs 6
CoronaVV BE § 7 Abs 1 Nr 1
GG Art 3 Abs 1

Aktenzeichen: 11S49/20 Paragraphen: Datum: 2020-05-20
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PDF-DokumentOrdnungsrecht Gesundheit- und Fürsorge - Allgemeinverfügung Corona-Virus Seuchenrecht

OVG Lüneburg
18.5.2020
13 MN 169/20

Einstweilige Außervollzugsetzung einer infektionsschutzrechtlichen Verordnung über die Untersagung der Erbringung von Dienstleistungen in Piercing-Studios (Nds. MS, VO v. 08.05.2020, § 7 Abs. 2 Satz 1)

GG Art 12 Abs 1, Art 3 Abs 1
VwGO § 47 Abs 6

Aktenzeichen: 13MN169/20 Paragraphen: Datum: 2020-05-18
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PDF-DokumentOrdnungsrecht Gesundheit- und Fürsorge - Allgemeinverfügung Corona-Virus Seuchenrecht

VGH Baden-Württemberg
18.5.2020
1 S 1357/20

1. Die Vorschriften in § 1 Abs. 1, § 1d CoronaVO zur Einschränkung des Schulbetriebs und zur Ermächtigung des Kultusministeriums, durch Rechtsverordnung die grundsätzliche Untersagung des Schulbetriebs nach bestimmten Maßgaben auszuweiten oder wieder einzuschränken, sind voraussichtlich derzeit rechtmäßig.

2. Die Vorschriften in §§ 1 f. der Verordnung des Kultusministeriums über die (stufenweise) Wiederaufnahme des Schulbetriebs (Corona-Verordnung Schule - CoronaVO Schule) vom 14.05.2020 sind voraussichtlich derzeit ebenfalls rechtmäßig.

3. § 3 Abs. 4 CoronaVO und die Verordnung des Kultusministeriums über infektionsschützende Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus SARS-Cov-2 im Bereich von Gottesdiensten und weiteren religiösen Veranstaltungen und Ansammlungen sowie Bestattungen vom 03.05.2020 sind voraussichtlich derzeit ebenfalls rechtmäßig.

Aktenzeichen: 1S1357/20 Paragraphen: Datum: 2020-05-18
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PDF-DokumentOrdnungsrecht Gesundheit- und Fürsorge - Allgemeinverfügung Corona-Virus Seuchenrecht

OVG Lüneburg
14.5.2020
13 MN 156/20

Vorläufiger Rechtsschutz gegen eine infektionsschutzrechtliche Verordnung zur fortdauernden Schließung von Fitness-Studios (Nds. MS, VO v. 08.05.2020, § 1 Abs. 3 Nr. 5 Alt. 3)

Zur Schließung von Fitnessstudios in der Corona-Pandemie wegen Ansteckungsgefahr
IfSG § 28 Abs 1 S 1, § 32
VwGO § 47 Abs 6

Aktenzeichen: 13MN156/20 Paragraphen: Datum: 2020-05-14
Link: pdf.php?db=verwaltungsrecht&nr=23030

PDF-DokumentOrdnungsrecht Gesundheit- und Fürsorge - Allgemeinverfügung Corona-Virus Seuchenrecht

OVG Lüneburg
14.5.2020
13 MN 160/20

Vorläufiger Rechtsschutz gegen eine infektionsschutzrechtliche Verordnung (Nds. MS, VO v. 17.04.2020 i.d.F. v. 05.05.2020, §§ 1 III 1 Nr. 5, 7 I, II - Sonnenstudios)

Sonnenstudios waren nicht als "ähnliche Einrichtungen" i.S.d. § 1 Abs. 3 Satz 1 Nr. 5 a.E. der (4.) Nds. Verordnung zum Schutz vor Neuinfektionen mit dem Corona-Virus v. 17.04.2020 i.d.F. der (2.) Änderungsverordnung v. 05.05.2020 geschlossen; ihr Betrieb stellt keine nach § 7 Abs. 1 Satz 1, Abs. 2 Satz 1 dieser Verordnung untersagte ("körpernahe") Dienstleistung, bei der der Mindestabstand von 1,5 m von Mensch zu Mensch nicht eingehalten werden kann, dar.

GG Art 12 Abs 1
VwGO § 154 Abs 1, § 155 Abs 4, § 161 Abs 2 S 1, § 47 Abs 2 S 1, § 47 Abs 6, § 92 Abs 3 S 1

Aktenzeichen: 13MN160/20 Paragraphen: Datum: 2020-05-14
Link: pdf.php?db=verwaltungsrecht&nr=23031

PDF-DokumentOrdnungsrecht Gesundheit- und Fürsorge - Allgemeinverfügung Corona-Virus Seuchenrecht

OVG Lüneburg
14.5.2020
13 MN 162/20

Vorläufiger Rechtsschutz gegen eine infektionsschutzrechtliche Verordnung zur fortdauernden

Schließung von Fitness-Studios (Nds. MS, VO v. 08.05.2020, § 1 Abs. 3 Nr. 5 Alt. 3)

GG Art 12, Art 3
IfSG § 28 Abs 1, § 32
VwGO § 47 Abs 6

Aktenzeichen: 13MN162/20 Paragraphen: Datum: 2020-05-14
Link: pdf.php?db=verwaltungsrecht&nr=23032

PDF-DokumentOrdnungsrecht Gesundheit- und Fürsorge - Allgemeinverfügung Corona-Virus Seuchenrecht

OVG Lüneburg
14.5.2020


13 MN 165/20 Einstweilige Außervollzugsetzung einer infektionsschutzrechtlichen Verordnung über die Untersagung der Erbringung von Dienstleistungen in Tattoo-Studios (Nds. MS, VO v. 08.05.2020, § 7 Abs. 2 - Tattoostudio)

GG Art 12, Art 3
IfSG § 28, § 32
VwGO § 47 Abs 6

Aktenzeichen: 13MN165/20 Paragraphen: Datum: 2020-05-14
Link: pdf.php?db=verwaltungsrecht&nr=23033

PDF-DokumentOrdnungsrecht Gesundheit- und Fürsorge - Allgemeinverfügung Corona-Virus Seuchenrecht

VGH Baden-Württemberg
13.5.2020
1 S 1281/20

1. Das Verbot des Präsenzbetriebs von Nachhilfeeinrichtungen ab dem 17.03.2020 durch die CoronaVO ist voraussichtlich rechtmäßig, insbesondere da die Erbringung von Online-Nachhilfeleistungen nicht untersagt war.

2. Die Wiederaufnahme des Präsenzbetriebs von Nachhilfeeinrichtungen ab dem 04.05.2020 auf Nachhilfe für anstehende schulische Prüfungen zu beschränken, ist voraussichtlich rechtmäßig.

Aktenzeichen: 1S1281/20 Paragraphen: Datum: 2020-05-13
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PDF-DokumentOrdnungsrecht Gesundheit- und Fürsorge - Allgemeinverfügung Corona-Virus Seuchenrecht

VGH Baden-Württemberg
13.5.2020
1 S 1314/20

1. Die Vorschrift in § 3 Abs. 1 Satz 3 CoronaVO, wonach Personen ab dem vollendeten sechsten Lebensjahr zum Schutz anderer Personen vor einer Verbreitung des SARS-CoV-2-Virus im öffentlichen Personenverkehr, an Bahn- und Bussteigen und in Flughafengebäuden sowie in den Verkaufsräumen von Ladengeschäften und allgemein in Einkaufszentren grundsätzlich eine nicht-medizinische Alltagsmaske oder eine vergleichbare Mund-Nasen-Bedeckung tragen müssen (sog. Maskenpflicht), ist voraussichtlich derzeit rechtmäßig.

2. Die Bestimmungen aus § 3 Abs. 1 Satz 1 und 2 sowie Abs. 2 CoronaVO betreffend Kontaktbeschränkungen im öffentlichen und nicht öffentlichen Raum sind voraussichtlich derzeit ebenfalls rechtmäßig.

Aktenzeichen: 1S1314/20 Paragraphen: Datum: 2020-05-13
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PDF-DokumentOrdnungsrecht Gesundheit- und Fürsorge - Allgemeinverfügung Corona-Virus Seuchenrecht

VGH Baden-Württemberg
11.5.2020
1 S 1216/20

Untersagung des Betriebs von Kindertageseinrichtungen in Zeiten der Corona-Pandemie

Die grundsätzliche Untersagung des Betriebs von Kindertageseinrichtungen bei gleichzeitiger Gewährleistung einer sog. Notbetreuung gemäß § 1a Var. 3 i.V.m. § 1b CoronaVO in der Fassung vom 09.05.2020 ist voraussichtlich rechtmäßig.

Aktenzeichen: 1S1216/20 Paragraphen: Datum: 2020-05-11
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PDF-DokumentOrdnungsrecht Gesundheit- und Fürsorge - Allgemeinverfügung Corona-Virus Seuchenrecht

VGH Baden-Württemberg
7.5.2020
1 S 1244/20

Wendet sich ein Antragsteller mit einem Antrag nach § 47 Abs. 6 VwGO gegen die Untersagung seines Betriebs nach § 4 Abs. 1 CoronaVO und macht geltend, er sei Nichtstörer, ist der Verwaltungsgerichtshof nicht verpflichtet, in diesem Verfahren zu entscheiden, ob die Untersagung des Betriebs zu einem Entschädigungsanspruch nach § 56 IfSG oder einer Entschädigungspflicht aus Aufopferung oder enteignungsgleichem Eingriff führt.

Aktenzeichen: 1S1244/20 Paragraphen: Datum: 2020-05-07
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PDF-DokumentOrdnungsrecht Gesundheit- und Fürsorge - Allgemeinverfügung Corona-Virus Seuchenrecht

OVG Lüneburg
5.5.2020
13 MN 119/20

Vorläufiger Rechtsschutz gegen eine infektionsschutzrechtliche Verordnung (Nds. MS, VO v. 17.04.2020 und v. 24.04.2020, § 9 - Maskenpflicht)

GG Art 2 Abs 1
IfSG § 28
VwGO § 47 Abs 6

Aktenzeichen: 13MN119/20 Paragraphen: Datum: 2020-05-05
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PDF-DokumentOrdnungsrecht Staatsangehörigkeit - Allgemeinverfügung Corona-Virus Asylrecht Verfahrensrecht

VG Berlin
17.4.2020
38 L 251/20 A

So ist derzeit nicht ersichtlich, dass das Coronavirus das georgische Gesundheitssystem vor eine zu große Herausforderung stellt.

Aktenzeichen: 38L251/20 Paragraphen: Datum: 2020-04-30
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PDF-DokumentOrdnungsrecht - Allgemeinverfügung Corona-Virus

VGH Baden-Württemberg
30.4.2020
1 S 1101/20

Die in § 4 Abs. 3 Nr. 12a CoronaVO vorgenommene Beschränkung der Ausnahmen von den Betriebsuntersagungen auf Einzelhandelsgeschäfte mit einer Verkaufsfläche von nicht mehr als 800 m² verstößt voraussichtlich gegen Art. 3 Abs. 1 GG.

Aktenzeichen: 1S1101/20 Paragraphen: Datum: 2020-04-30
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PDF-DokumentOrdnungsrecht Gesundheit- und Fürsorge - Allgemeinverfügung Corona-Virus Seuchenrecht

OVG Lüneburg
30.4.2020
13 MN 125/20

Vorläufiger Rechtsschutz gegen eine infektionsschutzrechtliche Verordnung (MS, VO v. 17.04.2020 und 24.04.2020, § 2b Abs. 2)

IfSG § 28
VwGO § 47 Abs 6

Aktenzeichen: 13MN125/20 Paragraphen: Datum: 2020-04-30
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PDF-DokumentOrdnungsrecht Gesundheit- und Fürsorge - Allgemeinverfügung Corona-Virus Seuchenrecht

OVG Lüneburg
30.4.2020
13 MN 131/20

Vorläufiger Rechtsschutz gegen eine infektionsschutzrechtliche Verordnung (Nds. MS, VO v. 17.04.2020 und 24.04.2020, § 1a Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 - Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts für Viertklässler)

GG Art 3
IfSG § 28
VwGO § 47 Abs 6

Aktenzeichen: 13MN131/20 Paragraphen: Datum: 2020-04-30
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PDF-DokumentOrdnungsrecht Gesundheit- und Fürsorge - Allgemeinverfügung Corona-Virus Seuchenrecht

OVG Lüneburg
29.4.2020
13 MN 120/20

Vorläufiger Rechtsschutz gegen eine infektionsschutzrechtliche Verordnung (Nds. MS, VO v. 17.04.2020 und 24.04.2020, §§ 1 Abs. 3 Satz 1 Nr. 7, 3 Nr. 7 Halbsatz 1 - Schließung des Einzelhandels auf einer Fläche von mehr als 800m² Verkaufsfläche)

GG Art 12, Art 3
IfSG § 28, § 32
VwGO § 47 Abs 6

Aktenzeichen: 13MN120/20 Paragraphen: Datum: 2020-04-29
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PDF-DokumentOrdnungsrecht Gesundheit- und Fürsorge - Allgemeinverfügung Corona-Virus Seuchenrecht

OVG NRW
29.4.2020
13 B 512/20.NE

Infektionsschutz - Betriebsuntersagung für den Einzelhandel - hier: Verkaufsflächenbegrenzung von Einzelhandelsgeschäften auf 800 qm gilt weiterhin

1. Die anlässlich der Corona-Pandemie verordnete grundsätzliche Verkaufsflächenbeschränkung von Ladengeschäften des Einzelhandels auf 800 qm bleibt vollziehbar.

2. Beeinträchtigungen und erhebliche finanzielle Einbußen müssen nach gegenwärtiger Lage gegenüber dem angestrebten Erhalt der Leistungsfähigkeit des Gesundheitssystems und dem damit verbundenen Schutz von Leib und Leben insbesondere intensivmedizinisch zu betreuender Patienten zurücktreten.

IfSG § 28 Abs 1, § 32
CoronaVV NW § 3
GG Art 12 Abs 1, Art 14 Abs 1

Aktenzeichen: 13B512/20 Paragraphen: Datum: 2020-04-29
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PDF-DokumentOrdnungsrecht Gesundheit- und Fürsorge - Allgemeinverfügung Corona-Virus Seuchenrecht

BVerfG
29.4.2020
1 BvQ 44/20

Teilweise einstweilige Außervollzugsetzung des § 1 Abs 5 Satz 1 Nr 3 der Niedersächsischen Corona-Verordnung - Vorläufige Eröffnung der Möglichkeit, auf Antrag im Einzelfall Ausnahmen vom generellen Verbot von Gottesdiensten in Kirchen, Moscheen und Synagogen zuzulassen

1. Im Verfahren des einstweiligen Rechtsschutzes nach § 32 Abs 1 BVerfGG sind die erkennbaren Erfolgsaussichten einer Verfassungsbeschwerde zu berücksichtigen, wenn ein Abwarten den Grundrechtsschutz vereitelte (vgl BVerfG, 15.04.2020, 1 BvR 828/20 ). (Rn.7)

2. Hier:

2a. Ein Abwarten bis zum Abschluss des Verfassungsbeschwerdeverfahrens oder des Hauptsacheverfahrens würde das vom Antragsteller vorrangig verfolgte Begehren, dass sich seine Mitglieder während des Fastenmonats Ramadan zum Freitagsgebet in der von ihm genutzten Moschee versammeln können, mit hoher Wahrscheinlichkeit vereiteln und ihm auf lange Zeit das gemeinsame Beten als eine wesentliche Form der Ausübung seiner Religion unmöglich machen. Unter diesen Umständen läge in der Nichtgewährung von einstweiligem Rechtsschutz ein schwerer Nachteil für das gemeine Wohl iSd § 32 Abs 1 BVerfGG (vgl BVerfG, 23.06.2004, 1 BvQ 19/04, BVerfGE 111, 147 <153>).(Rn.8)

2b. aa. Eine Verfassungsbeschwerde gegen den Beschluss des IVG über die Ablehnung des Antrags auf Gewährung einstweiligen Rechtsschutzes nach § 47 Abs 6 VwGO hätte voraussichtlich Erfolg. (Rn.7)

bb. Jedenfalls nach derzeitigem Stand der Erkenntnis und der Strategien zur Bekämpfung der epidemiologischen Gefahrenlage ist ein generelles Verbot von Gottesdiensten in Moscheen ohne die Möglichkeit, im Einzelfall und gegebenenfalls in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt Ausnahmen unter situationsgerechten Auflagen und Beschränkungen zulassen zu können, voraussichtlich nicht mit Art 4 GG vereinbar. (Rn.9)

cc. Zwar ist die Annahme des OVG, dass der Verordnungsgeber bzgl des Freitagsgebets in Moscheen nicht von vergleichbar einheitlichen Umständen ausgehen musste wie bei der Erledigung von Einkäufen, nicht zu beanstanden. Die Einschätzung des Risikos von Infektionen durch Kontakte zwischen Personen hängt bei der Veranstaltung von Gottesdiensten in Moscheen in deutlich größerem Umfang von den konkreten Umständen des Einzelfalles ab. (Rn.13)

dd. Jedoch ist mit Blick auf den schwerwiegenden Eingriff in die Glaubensfreiheit, den das Verbot von Gottesdiensten in Moscheen nach dem Vorbringen des Antragstellers jedenfalls insoweit bedeutet, als auch Freitagsgebete während des Fastenmonats Ramadan erfasst sind, jedenfalls bei der derzeitigen Gefahrensituation und der sich hieran anschließenden aktuellen Strategie zur Bekämpfung der epidemiologischen Gefahren kaum vertretbar, dass die Verordnung keine Möglichkeit für eine ausnahmsweise Zulassung solcher Gottesdienste in Einzelfällen eröffnet, in denen bei umfassender Würdigung der konkreten Umstände eine relevante Erhöhung der Infektionsgefahr zuverlässig verneint werden kann.(Rn.14)

ee. Gegenstand des vorliegenden Beschlusses ist allein die Frage einer vorläufigen ausnahmsweisen Zulassung von Gottesdiensten auf der Grundlage der spezifisch dazu vorgetragenen und im gerichtlichen Verfahren erörterten konkreten Umstände. (Rn.17)

GG Art 4 Abs 1, Art 4 Abs 2
BVerfGG § 32 Abs 1
CoronaVNeuIfSV ND vom 24.04.2020 § 1 Abs 5 S 1 Nr 3, § 2

Aktenzeichen: 1BvQ44/20 Paragraphen: Datum: 2020-04-29
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PDF-DokumentOrdnungsrecht Gesundheit- und Fürsorge - Allgemeinverfügung Corona-Virus Seuchenrecht

OVG Lüneburg
29.4.2020
13 MN 117/20

Vorläufiger Rechtsschutz gegen eine infektionsschutzrechtliche Verordnung (Nds. MS, VO v. 17.04.2020 und 24.04.2020, §§ 1 Abs. 3 Satz 1 Nr. 7, 3 Nr. 7 Halbsatz 1 - Flächenbeschränkung für Möbel- und Einrichtungshäuser)

BauNVO § 11 Abs 3
GG Art 12, Art 3
IfSG § 28
VwGO § 47 Abs 6

Aktenzeichen: 13MN117/20 Paragraphen: Datum: 2020-04-29
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PDF-DokumentOrdnungsrecht Gesundheit- und Fürsorge - Allgemeinverfügung Corona-Virus Seuchenrecht

OVG Lüneburg
29.4.2020
13 MN 121/20

Vorläufiger Rechtsschutz gegen eine infektionsschutzrechtliche Verordnung (Nds. MS, VO v. 17.04.2020 und 24.04.2020, §§ 1 Abs. 3 Satz 1 Nr. 7, 3 Nr. 7 Halbsatz 1 - Schließung des Einzelhandels auf einer Fläche von mehr als 800m² Verkaufsfläche)

GG Art 12, Art 3
IfSG § 28, § 32
VwGO § 47 Abs 6

Aktenzeichen: 13MN121/20 Paragraphen: Datum: 2020-04-29
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PDF-DokumentOrdnungsrecht Gesundheit- und Fürsorge - Allgemeinverfügung Corona-Virus Seuchenrecht

OVG Lüneburg
29.4.2020
13 MN 122/20

Vorläufiger Rechtsschutz gegen eine infektionsschutzrechtliche Verordnung (Nds. MS, VO v. 17.04.2020 und 24.04.2020, §§ 1 Abs. 3 Satz 1 Nr. 7, 3 Nr. 7 Halbsatz 1 - Schließung des Einzelhandels auf einer Fläche von mehr als 800m² Verkaufsfläche)

GG Art 12, Art 3
IfSG § 28, § 32
VwGO § 47 Abs 6

Aktenzeichen: 13MN122/20 Paragraphen: Datum: 2020-04-29
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PDF-DokumentOrdnungsrecht Gesundheit- und Fürsorge - Allgemeinverfügung Corona-Virus Seuchenrecht

OVG Berlin-Brandenburg
29.4.2020
11 S 30/20

Fortdauer der Schließung von Einzelhandelsbetrieben mit einer Verkaufsfläche größer 800 m²

Die in § 2 Abs. 1 SARS-CoV-2-Eindämmungsverordnung Bbg enthaltene Regelung, im Rahmen einer schrittweisen Lockerung der Eindämmungsmaßnahmen Verkaufsstellen des Einzelhandels lediglich mit einer Verkaufsfläche bis zu 800 m² für den Publikumsverkehr zu öffnen, ist bei summarischer Prüfung mit dem allgemeinen Gleichheitssatz (Art. 3 Abs. 1 GG) vereinbar.

VwGO § 47 Abs 6
GG Art 2 Abs 1 S 1
IfSG § 28 Abs 1 S 1, § 32
CoronaV2V BB § 2 Abs 1

Aktenzeichen: 11S30/20 Paragraphen: Datum: 2020-04-29
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PDF-DokumentOrdnungsrecht Gesundheit- und Fürsorge - Allgemeinverfügung Corona-Virus Seuchenrecht

OVG Berlin-Brandenburg
29.4.2020
11 S 31/20

Coronavirus; Pandemie; Eindämmungsmaßnahmen; Schließung von Einzelhandelsbetrieben; schrittweise Öffnung; Verkaufsfläche; 800 m²-Regelung; Warenhäuser; Sportartikelanbieter; keine gleichheitswidrige Benachteiligung; kein unverhältnismäßiger Grundrechtseingriff

Die in § 2 Abs. 1 SARS-CoV-2-Eindämmungsverordnung Bbg enthaltene Regelung, im Rahmen einer schrittweisen Lockerung der Eindämmungsmaßnahmen Verkaufsstellen des Einzelhandels lediglich mit einer Verkaufsfläche bis zu 800 m² für den Publikumsverkehr zu öffnen, ist bei summarischer Prüfung mit dem allgemeinen Gleichheitssatz (Art. 3 Abs. 1 GG) vereinbar.

VwGO § 47 Abs 6
GG Art 2 Abs 1 S 1, Art 12, Art 3 Abs 1
IfSG § 28 Abs 1 S 1

Aktenzeichen: 11S31/20 Paragraphen: Datum: 2020-04-29
Link: pdf.php?db=verwaltungsrecht&nr=23018

PDF-DokumentOrdnungsrecht Gesundheit- und Fürsorge - Allgemeinverfügung Corona-Virus Seuchenrecht

OVG Lüneburg
28.4.2020
13 MN 116/20

Vorläufiger Rechtsschutz gegen eine infektionsschutzrechtliche Verordnung (Nds. MS, VO v. 17. und 24.04.2020, § 1 Abs. 3 Satz 1 Nr. 5 - Schließung von Golfplätzen)

GG Art 2 Abs 1, Art 3
IfSG § 28 Abs 1
VwGO § 47 Abs 6

Aktenzeichen: 13MN116/20 Paragraphen: Datum: 2020-04-28
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PDF-DokumentOrdnungsrecht Gesundheit- und Fürsorge - Allgemeinverfügung Corona-Virus Seuchenrecht

VGH des Saarlandes
28.04.2020
Lv 7/20

VerfGH Saarbrücken: Teilweise Außervollzugsetzung des § 2 Abs 3 VO-CP) unter Maßgabe

1. Zur Subsidiarität verfassungsgerichtlichen Eilrechtsschutzes (§ 23 VGHG SL) gegen Rechtsverordnungen des Landes mit Blick auf die Möglichkeit verwaltungsgerichtlicher Normenkontrolle (§ 47 VwGO):

1a. Die Rechtfertigung des Verweises auf die vorherige Inanspruchnahme fachgerichtlichen Schutzes und anderer Abhilfemöglichkeiten liegt darin, vor der verfassungsgerichtlichen Entscheidung eine fachgerichtliche Klärung der tatsächlichen Grundlagen und der einfachrechtlichen Auslegung im Streit stehender Normen „vorzuschalten“. (Rn.18)

1b. Kann hingegen das fachgerichtliche (Normenkontroll-)Verfahren keine weitergehenden Erkenntnisse beschaffen, steht der Grundsatz der Subsidiarität der Zulässigkeit eines Eilrechtsschutzbegehrens zum VerfGH nicht entgegen (vorliegend für die Situation der Corona- Pandemie angesichts der jeweils befristeten Geltungsdauer der Verordnungen sowie der Unklarheit über die konkrete Wirkung des Virus und seiner Bekämpfbarkeit bejaht).(Rn.19)(Rn.20)

1c. Die Verweisung auf die vorherige Anrufung der Verwaltungsgerichtsbarkeit kann allerdings dort notwendig sein, wo Grundrechtsbeschränkungen unterschiedliche Segmente der freien Persönlichkeitsentfaltung oder der Berufsfreiheit betreffen, nicht aber dort, wo letztlich allein eine Abwägung zwischen den verschiedenen verfassungsrechtlichen Gütern und die Frage der Reichweite und der Grundlagen einer Einschätzungsprärogative der Exekutive vorzunehmen ist.(Rn.21)

1d. Daher kann offen bleiben, ob bereits § 55 Abs 3 VGHG SL auch im Verfahren des einstweiligen Rechtsschutzes erlauben würde, wegen einer etwaigen allgemeinen Bedeutung der Sache unmittelbar den VerfGH anzurufen. (Rn.17)

2. Zu den Voraussetzungen einer Vorabentscheidung über eine Verfassungsbeschwerde vor Rechtswegerschöpfung (§ 55 Abs 3 S 2 VGHG SL):

2a. Die Regelung zur Zulässigkeit einer Vorabentscheidung vor Rechtswegerschöpfung wegen allgemeiner Bedeutung der Sache (§ 55 Abs 3 S 2 VGHG SL) ist auf Rechtssatzverfassungsbeschwerden anwendbar (vgl BVerfGE 84, 90 <116>). (Rn.26)

2b. Allerdings kommt eine Vorabentscheidung über eine Rechtssatzverfassungsbeschwerde nicht schon ohne weiteres in Betracht, wenn eine Norm – wie vorliegend die CoronaVV SL 2020 – in irgendeiner Weise große Teile der Bevölkerung betrifft und die Verfassungsmäßigkeit von „allgemeinem Interesse“ ist. Vielmehr muss berücksichtigt werden, welche Segmente des staatlichen und gesellschaftlichen Lebens betroffen sind, für die untereinander nicht die gleichen tatsächlichen und rechtlichen Erwägungen einer Rechtfertigung von Eingriffen gelten. (Rn.27)

2c. Es kann jedoch offen bleiben, ob eine Vorabentscheidung hinsichtlich der – alle Bürgerinnen und Bürger gleichermaßen betreffende – Regelung des § 2 Abs 3 CoronaVV SL 2020 in Frage kommt, da die Verfassungsbeschwerde gegenwärtig jedenfalls nicht „offensichtlich“ unzulässig ist. (Rn.28)(Rn.29)

3. Zur Verfassungsmäßigkeit von Grundrechtseingriffen in Fällen einer akuten Bedrohung der Grundrechte auf Leben und Gesundheit:

3a. In Fällen einer akuten Bedrohung der Grundrechte auf Leben und Gesundheit besteht eine weite Einschätzungsprärogative der Exekutive, auf der Grundlage der ihr vorliegenden Erkenntnisse andere Grundrechte einzuschränken. (Rn.31)

3b. Grundrechtseingriffe, vor allem solche der Intensität der durch § 2 Abs 3 CoronaVV SL 2020 geregelten Ausgangsbeschränkung, bedürfen jedoch einer begleitenden Rechtfertigungskontrolle. Je länger sie wirken, desto höher müssen die Anforderungen an ihre Rechtfertigung – und an ihre Kohärenz mit anderen Regelungen – sein. Solche Maßnahmen müssen mit dem Verstreichen der Zeit und damit der Tiefe der Grundrechtseingriffe einerseits, der Breite und Validität wissenschaftlicher Erkenntnisse andererseits jeweils neuen Maßstäben gerecht werden.(Rn.32)
4. Zur Abwägung im vorliegenden Fall:

4a. Der mit der Einschränkung des Grundrechts auf Freiheit der Person (Art 3 S 1 Verf SL) verbundene Gewinn an Gesundheitsschutz ist nicht nachvollziehbar dargelegt. Insoweit kommt den absoluten Zahlen über die Zunahme von Infektionen mit dem SARS-Cov2-Virus keine Aussagekraft zu. (Rn.44)(Rn.45)

4b. Zudem ist die angegriffene Regelung des § 2 Abs 3 CoronaVV SL 2020 inkonsistent. Es leuchtet etwa nicht ein, dass die Begegnung von miteinander verwandten Personen bei Vorliegen eines triftigen – außerfamiliären – Grundes bei dem Besuch eines Ladengeschäftes erlaubt ist, in der eigenen Wohnung indessen nicht. (Rn.46)(Rn.49)

4c. Das Gebot der Glaubhaftmachung des triftigen Grundes (§ 2 Abs 3 S 3 CoronaVV SL 2020) ist unzumutbar, da es den Bürger zwingt, die Wahrnehmung elementarer Grundrechte jederzeit dem Staat gegenüber zu rechtfertigen. (Rn.51)

4d. Schließlich beschränkt die Notwendigkeit der Glaubhaftmachung bestimmter triftiger Gründe voraussichtlich die von Art 3 S 1 Verf SL geschützte Bewegungsfreiheit der Adressaten unangemessen (wird ausgeführt). (Rn.52)

GG Art 80 Abs 4
CoronaVV SL 2020 vom 17.04.2020 § 2 Abs 3
IfSG § 28, § 32
Verf SL Art 3 Abs 1

Aktenzeichen: Lv7/20 Paragraphen: Datum: 2020-04-28
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PDF-DokumentOrdnungsrecht Gesundheit- und Fürsorge - Allgemeinverfügung Corona-Virus Seuchenrecht

BVerfG - VGH Baden-Württemberg
28.4.2020
1 BvR 899/20

Ablehnung eines Antrags auf Erlasses einer einstweiligen Anordnung im Verfassungsbeschwerdeverfahren: Zur Untersagung des Betriebs von Fitnessstudios gem § 4 Abs 1 Nr 5

der baden-württembergischen Corona-Verordnung - Folgenabwägung 1. Zu den Voraussetzungen, unter denen im Verfassungsbeschwerdeverfahren eine eA gem § 32 Abs 1 BVerfGG ergehen kann, siehe etwa vgl BVerfG, 12.09.2012, 2 BvE 6/12, BVerfGE 132, 195 (232). Bei offenem Ausgang der Verfassungsbeschwerde sind demnach die Folgen, die eintreten würden, wenn die einstweilige Anordnung nicht erginge, die Verfassungsbeschwerde aber später Erfolg hätte, gegenüber den Nachteilen abzuwägen, die entstünden, wenn die begehrte einstweilige Anordnung erlassen würde, der Verfassungsbeschwerde jedoch der Erfolg versagt bliebe. (Rn.2)

2. Hier: Ablehnung eines eA-Antrags bzgl der Untersagung des Betriebs von Fitnessstudios gem § 4 Abs 1 Nr 5 CoronaVV BW idF vom 27.03.2020. 2a. Gegenüber den Gefahren für Leib und Leben, vor denen zu schützen der Staat nach dem Grundrecht auf Leben und körperliche Unversehrtheit gem Art 2 Abs 2 GG auch verpflichtet ist (vgl BVerfG, 06.12.2005, 1 BvR 347/98, BVerfGE 115, 25 <44f>; im vorliegenden Kontext siehe auch BVerfG, 07.04.2020, 1 BvR 755/20; BVerfG, 10.04.2020, 1 BvQ 28/20; BVerfG, 10.04.2020, 1 BvQ 31/20), müssen die – durch die Untersagung des Betriebs für den Publikumsverkehr allerdings schwerwiegend beeinträchtigte – Berufsfreiheit und die wirtschaftlichen Interessen der Betreiber von Fitnessstudios derzeit zurücktreten. (Rn.13)

2b. Zum einen werden die wirtschaftlichen Folgen solcher Betriebsuntersagungen durch Hilfsprogramme staatlicher Stellen etwas abgemildert. Zum anderen ist die angegriffene Regelung zunächst bis zum 03.05.2020 befristet. Damit ist sichergestellt, dass die Verordnung unter Berücksichtigung neuer Entwicklungen der Corona-Pandemie fortgeschrieben werden muss. Hierbei ist stets unter Beachtung des Verhältnismäßigkeitsgebots zu prüfen, ob die streitgegenständliche Untersagung noch aufrechterhalten oder eine Lockerung verantwortet werden kann. (Rn.13)

GG Art 2 Abs 2 S 1, Art 12 Abs 1
BVerfGG § 32 Abs 1
CoronaVV BW § 4 Abs 1 Nr 5
IfSG § 28 Abs 1 S 1

Aktenzeichen: 1BvR899/20 Paragraphen: Datum: 2020-04-28
Link: pdf.php?db=verwaltungsrecht&nr=22991

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