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PDF-DokumentNaturschutzrecht - Tierschutz

OVG Lüneburg - VG Oldenburg
22.2.2019
4 ME 48/19

Vorläufiger Rechtsschutz gegen eine sofort vollziehbare Ausnahmegenehmigung für die Tötung eines Wolfs nach § 45 Abs. 7 Satz 1 Nr. 1 BNatSchG

Ein Wolf, der nachweislich wiederholt Rinder aus Herden mit normalerweise ausreichender Selbstverteidigungsfähigkeit gerissen hat, darf ausnahmsweise nach § 45 Abs. 7 Satz 1 Nr. 1 BNatSchG getötet werden.

BNatSchG § 45 Abs 7, § 45 Abs 7 S 1 Nr 1, § 45 Abs 7 S 2

Aktenzeichen: 4ME48/19 Paragraphen: Datum: 2019-02-22
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PDF-DokumentNaturschutzrecht - Artenschutz Tierschutz

VGH Baden-Württemberg - VG Sigmaringen
20.7.2018
10 S 2378/17

1. Im Rahmen der standortbezogenen Vorprüfung nach § 3c Satz 2 UVPG a. F. (bis zum 15.05.2017 geltende Fassung) kommt artenschutzrechtlichen Belangen nur dann Relevanz zu, wenn nachteilige Umweltauswirkungen auf dem besonderen Artenschutz unterliegende Tierarten eine Gefährdung des Schutzzwecks eines der in der Nummer 2.3 der Anlage 2 des UVPG a. F. genannten Schutzgebiete befürchten lassen (wie Senatsbeschluss vom 25.01.2018 - 10 S 1681/17 - juris).

2. Ein "Dichtezentrum von Rotmilanen" nach Maßgabe des von der landesrechtlichen Naturschutzfachbehörde ausschließlich zur Bewertung der artenschutzrechtlichen Verbotstatbestände (§§ 44 ff. BNatSchG) in Leitlinien entwickelten Konzepts von Dichtezentren des Rotmilans ist als solches einem Gebiet im Sinne der Nummer 2.3 der Anlage 2 des UVPG a. F. nicht gleichzustellen und deshalb für sich gesehen von vornherein nicht geeignet, bei einer standortbezogenen Vorprüfung eine UVP-Pflicht begründen zu können (entgegen VG Sigmaringen, Beschluss vom 07.09.2017 - 5 K 587/17 - juris).

Aktenzeichen: 10S2378/17 Paragraphen: Datum: 2018-07-20
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PDF-DokumentNaturschutzrecht - Tierschutz

VG Oldenburg
25.4.2012
5 A 1428/11
5 A 1905/11

Unzulässigkeit eines Knallapparates im Vogelschutzgebiet

BNatSchG § 44, § 45
EWGRL 43/92 Art 12
EGRL 147/2009 Art 4

Aktenzeichen: 5A1428/11 5A1905/11 Paragraphen: BNatSchG§44 BNatSchG§45 Datum: 2012-04-25
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PDF-DokumentNaturschutzrecht - Tierschutz

EuGH
9.6.2011
C-383/09

Klage wegen Vertragsverletzung - Begründet
Vertragsverletzung eines Mitgliedstaats - Habitatrichtlinie

Unzulänglichkeit der zum Schutz der Art Cricetus cricetus (Feldhamster) getroffenen Maßnahmen - Verschlechterung der natürlichen Lebensräume.

EWGRL 43/1992-A12P1LD : N 18 40, 62000CJ0103 : N 21 22, 62004CJ0518 : N 20, 62005CJ0183 : N 19 20, 62006CJ0531 : N 22

Aktenzeichen: C-383/09 Paragraphen: Datum: 2011-06-09
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PDF-DokumentNaturschutzrecht - Tierschutz

OVG NRW - VG Arnsberg
11.09.2007
8 A 2696/06

1. Eine "erhebliche Beeinträchtigung" i.S.v. § 48 c Abs. 5 Satz 4 Nr. 1 und § 48 d Abs. 4 LG NRW ist grundsätzlich bei jeder nachteiligen Auswirkung auf Erhaltungsziele i.S.v. Art. 6 Abs. 3 der FFH-Richtlinie gegeben (wie BVerwG, Urteil vom 17.1.2007 - 9 A 20.05 -).

2. Der im Rahmen der FFH-Verträglichkeitsprüfung zum Ausschluss vernünftiger Zweifel an der Vermeidung nachteiliger Auswirkungen erforderliche "Gegenbeweis" misslingt u.a. dann, wenn die einschlägigen wissenschaftlichen Erkenntnisse derzeit objektiv keine hinreichend sicheren Aussagen über die voraussichtlichen Auswirkungen des Vorhabens erlauben (wie BVerwG, Urteil vom 17.1.2007 - 9 A 20.05 -).

3. Kommen mehrere Sachverständige auf der Grundlage übereinstimmender Feststellungen zum Vorkommen bestimmter geschützter Vogelarten (hier Wiesenweihe, Goldregenpfeifer und Rotmilan) zu unterschiedlichen, nach dem Stand der Wissenschaft gleichermaßen vertretbaren prognostischen Aussagen zu den Auswirkungen eines Vorhabens, liegt die Folgenabschätzung nicht "auf der sicheren Seite".

LG NRW § 48 c Abs. 5 Satz 4 Nr. 1
LG NRW § 48 d Abs. 4
FFH-Richtlinie Art. 1 i
FFH-Richtlinie Art. 6 Abs. 3

Aktenzeichen: 8A2696/06 Paragraphen: LGNRW§48c LGNRW§48d Datum: 2007-09-11
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PDF-DokumentBau- und Bodenrecht Umweltrecht Naturschutzrecht - Windenergieanlagen Immissionsschutz Tierschutz

Thüringer OVG - VG Gera
29.05.2007
1 KO 1054/03

Unzulässigkeit von Windkraftanlagen wegen entgegenstehender Belange des Vogelschutzes

1. Die Übergangsregelung des § 67 Abs. 9 Satz 3 BImSchG, wonach Verfahren auf Erteilung einer Baugenehmigung für Windkraftanlagen, die vor dem 1.7.2005 rechtshängig geworden sind, nach den bis zum 30.6.2005 geltenden Vorschriften abgeschlossen werden, ist auf Verfahren auf Erteilung eines Bauvorbescheides entsprechend anzuwenden.

2. Einer privilegiert zulässigen Windkraftanlage können Belange des Vogelschutzes (als Unterfall des Naturschutzes) auch dann entgegenstehen, wenn sich ihr Standort weder in einem ausgewiesenen noch in einem sog. faktischen Europäischen Vogelschutzgebiet befindet.

3. Zur Beeinträchtigung der Reproduktion und örtlichen Population des Rotmilans durch Errichtung von Windkraftanlagen in der Nähe von Brutplätzen (Einzelfall).

Aktenzeichen: 1KO1054/03 Paragraphen: BimSchG§67 Datum: 2007-05-29
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PDF-DokumentProzeßrecht Naturschutzrecht - Rechtsmittelrecht Tierschutz Sonstiges

BVerwG - OVG Lüneburg
08.03.2007
9 B 19.06

Revisionszulassung; Grundsatzrüge; revisibles Recht; technische Regelwerke; Verwaltungsvorschriften; Artenschutz; Verbotstatbestand; Brutstätte; Wohnstätte; Zufluchtstätte; Lebensstätte; Lebensraum; Habitat; Verbreitungsgebiet; Amphibien; Amphibienwanderung; Wanderkorridor; Laichgewässer; Sommerlebensraum; Straßenbauvorhaben; Trennwirkung der Trasse

1. Verwaltungsvorschriften sind, auch wenn sie als technische Regelwerke im Einzelfall die Anwendung von Rechtsvorschriften beeinflussen mögen, mangels Rechtssatzqualität nicht revisibel.

2. Wanderkorridore der Amphibien sind keine Wohn- oder Zufluchtstätten i.S.v. § 42 Abs. 1 Nr. 1 BNatSchG.

BNatSchG § 42 Abs. 1 Nr. 1
BNatSchG § 65 Abs. 1 Nr. 1
VwGO § 132 Abs. 2 Nr. 1
VwGO § 137 Abs. 1

Aktenzeichen: 9B19.06 Paragraphen: BnatSchG§42 BNatSchG§65 VwGO§132 VwGO§137 Datum: 2007-03-08
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PDF-DokumentBau- und Bodenrecht Naturschutzrecht - Windenergieanlagen Tierschutz Schutzgebiete

OVG Rheinland-Pfalz - VG Koblenz
02.03.2006
1 A 10884/05

Windkraftanlage, Windenergieanlage, Windenergie, Windfarm; Vorbescheid; Bauplanungsrecht, Außenbereich, Belang, öffentlicher Belang, Entgegenstehen, Privilegierung, Abwägung, Interessenbewertung; Einvernehmen, Gemeinde, Planungshoheit, Ersuchen, Einvernehmensfiktion; Art, Schutz, Artenschutz, Vogel, Vogelschutz, geschützte Art, Rotmilan; Vogelschutzgebiet, Vogelschutz-Richtlinie, Europäischer Vogelschutz; Lebensraum, Lebensstätte

1. Von der Schutzwirkung des § 36 BauGB zugunsten der Gemeinde wird auch der Fall erfasst, dass ein bevorzugt im Außenbereich zulässiges (Bau-)Vorhaben wegen entgegenstehender Belange des Naturschutzes und der Landschaftspflege unzulässig ist.

2. Ein Ersuchen gemäß § 36 Abs. 2 Satz 2 BauGB muss in Anbetracht der ggf. weit reichenden Folgen der Einvernehmensfiktion eindeutig formuliert sein; die ersuchte Gemeinde muss erkennen können, dass und in welcher Hinsicht die dortige Zweimonatsfrist ausgelöst wird.

3. An dem öffentlichen Belang des Schutzes einer bestimmten Vogelart (hier: Rotmilan) kann die Errichtung eines bevorzugt im Außenbereich zulässigen (Bau-)Vorhabens (hier: Windkraftanlage) nicht nur innerhalb ausgewiesener oder faktischer Europäischer Vogelschutzgebiete scheitern.

4. Zu der nach der Vogelschutz-Richtlinie vorgeschriebenen Erhaltung und Pflege der Lebensräume kann es auch gehören, den schützenswerten Lebensraum einer geschützten Vogelart von einer im Außenbereich bevorzugt zulässigen Bebauung freizuhalten, wenn gerade diese Bebauung geeignet ist, dem Schutzziel der Erhaltung der Art spürbar entgegenzuwirken.

BImSchG §§ 9, 13
BauGB §§ 35, 36
BNatSchG §§ 10, 39, 41
LNatSchG § 28
EWGRL 79/409

Aktenzeichen: 1A10884/05 Paragraphen: BImSchG§9 BImSchG§13 BauGB§35 BauGB§36 BNatSchG§10 BNatSchG§39 BNatSchG§41 LNatSchG§28 79/409/EWG Datum: 2006-03-02
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PDF-DokumentBau- und Bodenrecht Naturschutzrecht - Windenergieanlagen Tierschutz

OVG Rheinland-Pfalz - VG Koblenz
19.01.2006
1 A 11312/04.OVG

Belange des Naturschutzes, Vogelzug, Vogelzugkorridor, Haupt-Vogelfluglinien, Hauptvogelzugkorridor, Vogelzugverdichtungen, Windenergieanlagen, öffentlicher Belang, Beeinträchtigung des Vogelzugs

Ein Vogelzugkorridor mit überdurchschnittlichem Vogelzuggeschehen kann als öffentlicher Belang i.S. von § 35 Abs. 3 Satz 1 Nr. 5 BauGB der Genehmigung von Windenergieanlagen entgegenstehen.

BauGB § 35

Aktenzeichen: 1A11312/04 Paragraphen: BauGB§35 Datum: 2006-01-19
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PDF-DokumentNaturschutzrecht - Tierschutz Schutzgebiete Sonstiges

OVG Lüneburg
12.12.2005
7 MS 91/05

"prioritäre" Vogelarten, Alternative, zumutbare, Kulturlandschaft, historische, Rechtsausübung, unzulässige, Sperrgrundstück, Trennungsgebot Autobahn A 26 - 2. Bauabschnitt -, vorläufiger Rechtsschutz

1. Auch stark bestandsgefährdete Vogelarten werden von § 10 Abs. 2 Nr. 8 BNatSchG nicht erfasst.

2. Eine andere Verkehrswegführung kann eine zumutbare Alternative im Sinne von § 34 Abs. 3 Nr. 2 BNatSchG sein, wenn durch die Auswirkungen einer solchen Trasse Immissionsgrenzwerte der 16. BImSchV (Verkehrslärmschutzverordnung) nicht überschritten werden.

16.BImSchV
BImSchG § 50 1
BNatSchG § 10 II Nr 8
BNatSchG § 34 III Nr 2
Verkehrslärmschutzverordnung
VwGO § 42 II

Aktenzeichen: 7MS91/05 Paragraphen: 16.BImSchV BImSchG§50 BNatSchG§10 BNatSchG§34 Verkehrslärmschutzverordnung Datum: 2005-12-12
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PDF-DokumentNaturschutzrecht Internationales Recht - Landschaftsschutz Tierschutz Naturschutz

EuGH
20.10.2005
C 6/04

Vertragsverletzung eines Mitgliedstaats – Richtlinie 92/43/EWG – Erhaltung der natürlichen Lebensräume – Wild lebende Tiere und Pflanzen

1. Das Vereinigte Königreich Großbritannien und Nordirland hat dadurch gegen seine Verpflichtungen aus der Richtlinie 92/43/EWG des Rates vom 21. Mai 1992 zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wild lebenden Tiere und Pflanzen verstoßen, dass es nicht fristgemäß alle erforderlichen Maßnahmen erlassen hat, um die sich aus der Richtlinie ergebenden Anforderungen, insbesondere gemäß
- Artikel 6 Absatz 2 im Fall Gibraltars,
- Artikel 6 Absätze 3 und 4 hinsichtlich Plänen und Projekten der Wasserentnahme und Landnutzungsplänen,
- Artikel 11,
- Artikel 12 Absatz 1 Buchstabe d im Fall Gibraltars,
- Artikel 12 Absatz 2,
- Artikel 12 Absatz 4,
- Artikel 13 Absatz 1,
- Artikel 14 Absatz 2,
- Artikel 15,
- Artikel 16
- und außerhalb seiner Hoheitsgewässer der Richtlinie insgesamt, vollständig und ordnungsgemäß umzusetzen.

2. Im Übrigen wird die Klage abgewiesen.

3. Das Vereinigte Königreich Großbritannien und Nordirland trägt die Kosten des Verfahrens.

Aktenzeichen: C6/04q Paragraphen: Datum: 2005-10-20
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PDF-DokumentNaturschutzrecht Verkehrswegerecht - Landschaftsschutz Waldrecht Tierschutz Luftverkehrsrecht

Hessischer VGH
28.06.2005
12 A 8/05

Bannwald, Ffh-Gebiet, Gebietsabgrenzung, Gemeldetes Ffh-Gebiet, Potenzielles Ffh-Gebiet, Regionalplan, Vogelschutzgebiet, Zielabweichungszulassung

Planfeststellung für die A 380-Wartungshalle am Flughafen Frankfurt/M.

1. Für Gebiete, die von den nationalen Stellen an die Kommission gemeldet, die aber noch nicht in die Liste der Gebiete von gemeinschaftlicher Bedeutung nach der FFH-Richtlinie aufgenommen worden sind, gilt auch nach dem Urteil des EuGH vom 13.01.2005 (C-117/03 - Timavo-Mündung bei Monfalcone -) kein striktes Verschlechterungsverbot in dem Sinne, dass Projekte, die zu einer erheblichen Beeinträchtigung der Erhaltungsziele führen können, generell unzulässig sind und auch nicht im Wege einer Ausnahmeentscheidung nach Art. 6 Abs. 3 und 4 FFH-Richtlinie zugelassen werden können. Das Schutzregime, das nach dem oben zitierten Urteil für gemeldete FFH-Gebiete gilt, ist jedenfalls dann gewahrt, wenn die Voraussetzungen für eine Ausnahmeentscheidung nach Art. 6 Abs. 3 und 4 FFHRichtlinie (§ 20d HENatG) vorliegen.

2. Ein luftverkehrsrechtlicher Planfeststellungsbeschluss ersetzt kraft seiner Konzentrationswirkung (§ 9 Abs. 1 Satz 1 LuftVG) sowohl die Entscheidung über die Aufhebung der Erklärung zu Bannwald (§ 22 Abs. 2 Satz 3 HForstG) als auch die Entscheidung über die Zulassung einer Abweichung von einer Zielfestlegung des Regionalplans (§ 12 HLPG).

HForstG vom 10.09.2002 § 22
HENatG vom 16.04.1996 § 20d
HLPG vom 06.09.2002 § 12
LuftVG vom 27.03.1999 § 9
Richtlinie 92/43/EWG vom 21.05.1992 - FFH-RL - Art. 6

Aktenzeichen: 12A8/05 Paragraphen: HForstG§22 HForstG§20d HLPG§12 LuftVG§9 92/43/EWG Datum: 2005-06-28
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PDF-DokumentNaturschutzrecht - Schutzgebiete Tierschutz

OVG Bremen - VG Bremen
31.05.2005
1 A 346/02

1. Die Auswahl von im Sinne der FFH-Richtlinie schutzbedürftigen Flächen durch nationale Behörden und die Meldung an die Europäische Kommission können von betroffenen Grundeigentümern nicht mit einer Feststellungsklage, die die Rechtmäßigkeit dieser Handlungen zum Gegenstand hat, angegriffen werden. Es fehlt an einem feststellungsfähigen Rechtsverhältnis.

2. Wird ein seit längerem ausgewiesenes Landschaftsschutzgebiet von den nationalen Behörden als Vogelschutzgebiet an die Europäische Kommission gemeldet, steht den betroffenen Grundeigentümern kein vorbeugender Rechtsschutz gegen etwaige zukünftige Verschärfungen der bestehenden Schutzregelungen zu.

FFH-Richtlinie Art. 4 Abs. 1
FFH-Richtlinie Art. 6
FFH-Richtlinie Art. 7
Vogelschutzrichtlinie Art. 4 Abs. 1
BNatSchG § 22 Abs. 1
BNatSchG § 33
BNatSchG § 34
FFH-Gebiet; Vogelschutzgebiet; Vorbeugender Rechtsschutz

Aktenzeichen: 1A346/02 Paragraphen: FFH-RichtlinieArt.4 FFH-RichtlinieArt.6 FFH-RichtlinieArt.7 VogelschutzrichtlinieArt.4 BNatSchG§22 BNatSchG§33 Datum: 2005-05-31
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PDF-DokumentNaturschutzrecht Bau- und Bodenrecht - Klagebefugnis Tierschutz Landschaftsschutz Planfeststellung

OVG Lüneburg
01.12.2004 7 LB 44/02
Beeinträchtigung, erhebliche; Emssperrwerk; FFH-Gebiet, potenzielles; Fischgewässerrichtlinie; Kohärenz; Naturschutzverband, anerkannter: Umfang der Rügebefugnis; Schutzregime, Wechsel; Vogelschutz; Vorkehrungen zur Vermeidung von Beeinträchtigungen;

Öffentlichkeitsbeteiligungs-Richtlinie Planfeststellungsverfahren Emssperrwerk

1. Das Klagerecht anerkannter Naturschutzvereine gemäß § 60 c NNatG führt nicht zu einer umfassenden gerichtlichen Kontrolle des Verwaltungsaktes. Das gerichtliche Verfahren ist materiell auf die Überprüfung der Bestimmungen beschränkt, die einen naturschutzrechtlichen Bezug aufweisen.

2. Auch wenn grundsätzlich die Rechtmäßigkeit eines angefochtenen Planfeststellungsbeschlusses zum Zeitpunkt seines Erlasses zu prüfen ist, kann ein (möglicherweise) bestehender Verstoß gegen Schranken des strikten Rechts danach behoben und dies wie das Ergebnis eines ergänzenden Verfahrens gemäß § 75 Abs. 1 a Satz 2 VwVfG bis zum Abschluss der Tatsacheninstanz berücksichtigt werden. Dies gilt auch für Verstöße, deren Behebung Ergebnis eines vom Planfeststellungsverfahren unabhängigen Verfahrens ist.

3. Vorkehrungen, mit denen Beeinträchtigungen durch § 19 a Abs. 2 BNatSchG a.F. geschützter Arten oder Lebensräume vermieden werden, sind bei der Bewertung der Erheblichkeit des Eingriffs gemäß § 19 c Abs. 2 BNatSchG a.F. zu berücksichtigen.

4. Bis zu der Veröffentlichung der Liste der Gebiete von gemeinschaftlicher Bedeutung sind weder § 19 c BNatSchG a.F. noch die FFH-Richtlinie direkt anwendbar. Für gemeldete oder sich zur Meldung aufdrängende Gebiete entfaltet die FFH-Richtlinie allerdings Vorwirkungen, die darin bestehen können, dass das Vorhaben bereits an den Vorgaben der Richtlinie zu messen ist. Für Gebiete, deren Aufnahme in die Gemeinschaftsliste nicht hinreichend sicher prognostiziert werden kann, hat es in diesem Zusammenhang mit dem Verbot sein Bewenden, diese Gebiete so nachhaltig zu beeinträchtigen, dass sie für eine Meldung und Aufnahme in die Gemeinschaftsliste nicht mehr in Betracht kommen.
BNatSchG § 61
FFH-RL Art. 6
FFH-RL Art. 7
Fischgewässerqualitätsverordnung
Fischgewässerrichtlinie
NNatG § 60c
NNatSchG § 60c
RL 2003/35/EG
Vogelschutz-Richtlinie Art. 4
Öffentlichkeitsbeteiligungs-Richtlinie

Aktenzeichen: 7LB44/02 Paragraphen: BNatSchG§61 FFH-RLArt.6 FFH-RLArt.7 NNatG§60c NNatSchG§60c Datum: 2004-12-01
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PDF-DokumentNaturschutzrecht - Artenschutz Tierschutz

OVG Lüneburg - VG Braunschweig
14.5.2004 8 ME 65/04
Artenschutz, Ausnahme, Befreiung, Duldungsverfügung, Härte, nicht beabsichtigte, Natur, Vogelschutz, Wiederherstellung Naturschutzrechtliche Wiederherstellungsanordnung

1. Auch an der Außenfassade eines Einkaufszentrums errichtete Mehlschwalbennester sind "Niststätten der Natur" i.S.v. § 42 Abs. 1 Nr. 1 BnatSchG

2. Zu den Voraussetzungen, unter denen der Eigentümer eines Einkaufszentrums nach vorhergehender Zerstörung von Mehlschwalbennestern die Anbringung von künstlichen Nisthilfen zu dulden hat.
BNatSchG §§ 42 I, 43 IV, 43 VIII, 62 I, 63
Richtlinie 79/409/EWG 5
Richtlinie 79/409/EWG 9

Aktenzeichen: 8ME65/04 Paragraphen: BNatSchG§42 BNatSchG§43 BNatSchG§62 BNatSchG§63 79/409/EWG Datum: 2004-05-14
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PDF-DokumentNaturschutzrecht Verkehrswegerecht - Tierschutz Straßenrecht Straßenbaurecht

BVerwG - OVG Koblenz
1.4.2004 4 C 2.03
Planfeststellung; Straßenplanung; faktisches Vogelschutzgebiet; Gebietsauswahl; Fehlerheilung in ergänzendem Verfahren; Wechsel in FFH-Schutzregime; Gebietsmeldung; Gebietserklärung; Sicherstellungsverordnung; Beeinträchtigungsverbote; Erheblichkeitsschwelle.

1. Ein Verstoß gegen die Vogelschutz-Richtlinie (79/409/EWG) kann in einem ergänzenden Verfahren nach § 17 Abs. 6 c FStrG behoben werden, indem die Voraussetzungen für den Wechsel in das Schutzregime der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (92/43/EWG) geschaffen und die Schutz- und Ausnahmebestimmungen des Art. 6 Abs. 3 und 4 FFH-RL bzw. des § 34 BNatSchG 2002 nachträglich angewandt werden.

2. Der Übergang in das Schutzregime der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie setzt nach Art. 7 FFH-RL eine endgültige rechtsverbindliche und außenwirksame Erklärung eines Gebiets zum besonderen Schutzgebiet (Vogelschutzgebiet) voraus. Die Meldung eines Gebiets an die Europäische Kommission und die einstweilige naturschutzrechtliche Sicherstellung eines Gebiets lösen den Regimewechsel (noch) nicht aus.

3. Ein Straßenbauvorhaben in einem "faktischen" (nicht-erklärten) Vogelschutzgebiet ist nach Art. 4 Abs. 4 Satz 1 der Vogelschutz-Richtlinie grundsätzlich unzulässig, wenn es durch die Verkleinerung des Gebiets zum Verlust mehrerer Brut- und Nahrungsreviere führen würde, die einem Hauptvorkommen einer der Vogelarten in Anhang I der Richtlinie dienen.
FStrG § 17 Abs. 6 c Satz 2
BnatSchG § 61 Abs. 2 Nr. 1, Abs. 3; § 69 Abs. 5
VRL Art. 4 Abs. 1 und 4
FFH-RL Art. 7

Aktenzeichen: 4C2.03 Paragraphen: FStrG§17 BNatSchG§61 BNatSchG§69 VRLArt.4 FFH-RLArt.7 Datum: 2004-04-01
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PDF-DokumentBau- und Bodenrecht Naturschutzrecht - Bauleitplanung Bebauungsplan Artenschutz Tierschutz

Hessischer VGH
25.2.2004 3 N 1699/03
ABWÄGUNG, ARTENSCHUTZ, BEBAUUNGSPLAN, ERFORDERLICHKEIT, GEBIETSART, LÄRMIMMISSIONEN, SATZUNGSBESCHLUSS

Bauleitplanung und Artenschutz

Ein Satzungsbeschluss gemäß § 10 BauGB kommt nicht dadurch zustande, dass die Gemeindevertretung der Begründung zum Bebauungsplanentwurf zustimmt.

Eingriffe in Natur und Landschaft auf Grund eines Bebauungsplans sind von speziellen artenschutzrechtlichen Verboten nicht freigestellt, auch wenn die allgemeine naturschutrechtliche Eingriffsregelung nach § 1 a Abs. 2 Nr. 2 BauGB in der Abwägung zu berücksichtigen ist. Vielmehr bedarf es gegebenenfalls einer artenschutzrechtlichen Befreiung unter den Voraussetzungen von § 62 BNatSchG, etwa i.V.m. Art. 12, 13, 16 FFH-RL oder Art. 5 - 7, 9 Vogelschutzrichtlinie.

Tiere und Pflanzen der geschützten Art oder ihre Lebensräume werden bereits dann absichtlich beeinträchtigt i.S. v. § 43 Abs. 4 BNatSchG, Art. 12 FFH-RL, wenn der Eingriff zwangsläufig zur Beeinträchtigung führt. Ein gezieltes Vorgehen kann nicht verlangt werden.

Zur Abwägungserheblichkeit eines Lärmgutachtens, über das der Gemeindevorstand die Gemeindevertretung nicht in Kenntnis gesetzt hat.
BNatSchG §§ 21, 43, 62
BauGB §§ 1, 1 a, 214, 215 a,29
FFH-RL Art. 12
FFH-RL Art. 16
VwGO § 47

Aktenzeichen: 3N1699/03 Paragraphen: BNatSchG§21 BNatSchG§43 BNatSchG§62 BauGB§1 BauGB§1a BauGB§214 BauGB§215a BauGB§29 VwGO§47 FFH-RLArt.12 FFH-RLArt.16 Datum: 2004-02-25
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PDF-DokumentNaturschutzrecht Verkehrswegerecht - Planfeststellung Straßenbaurecht Schutzgebiete Tierschutz

BVerwG
22.1.2004 4 A 32.02
Straßenbauvorhaben; Planfeststellung; gerichtliche Überprüfung; erstinstanzliche Zuständigkeit des BVerwG; Planfeststellungsbehörde; Regelung der Behördenzuständigkeit durch Runderlass; Planungsschranken; Wasserschutzgebiet; faktisches Vogelschutzgebiet; potenzielles FFH-Gebiet; Auswahlermessen; Abwägungsgebot; Naturschutzbelange; naturschutzrechtliche Eingriffsregelung.

1. Die Regelung des § 5 Abs. 1 VerkPBG, wonach das Bundesverwaltungsgericht im ersten und letzten Rechtszug über die im § 1 VerkPBG genannten Vorhaben entscheidet, begegnet keinen verfassungsrechtlichen Bedenken.

2. Nach niedersächsischem Recht unterliegt die Bestimmung der Behördenzuständigkeiten keinem Gesetzesvorbehalt.

3. Die Annahme, dass ein bestimmter Landschaftsraum ein faktisches Vogelschutzgebiet oder ein potenzielles FFH-Gebiet ist, braucht sich in der Regel dann nicht aufzudrängen, wenn weder das aktuelle IBA-Verzeichnis noch Äußerungen der EU-Kommission Anhaltspunkte dafür bieten, dass die in der Vogelschutzrichtlinie bzw. der FFH-Richtlinie aufgeführten Eignungsmerkmale erfüllt sind.
GG Art. 3 Abs. 1, Art. 19 Abs. 4, Art. 95
NdsVerf Art. 41, 56 Abs. 2
VerkPBG § 1 Abs. 1, § 5 Abs. 1, § 11
FStrG § 17 Abs. 1 Satz 2
VRL Art. 4 Abs. 1 Satz 4 und Abs. 4 Satz 1
FFH-RL Art. 4 Abs. 1
NWG §§ 92, 93
NnatschG §§ 10, 11, 12

Aktenzeichen: 4A32.02 Paragraphen: GGArt.3 GGArt.19 GGArt.95 NdsVerfArt.41 NdsverfArt.56 VerkPBG§1 verkPBG§5 VerkPBG§11 FStrG§17 NNatSchG§10 NNatSchG§11 NNatSchG§1 Datum: 2004-01-18
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PDF-DokumentNaturschutzrecht Verkehrsrecht - Straßenbaurecht Schutzgebiete Tierschutz

BVerwG
15.1.2004 4 A 11.02
Straßenplanung; Planfeststellung; faktisches Vogelschutzgebiet; Eignungsmerkmale; IBA-Verzeichnis 2002; potenzielles FFH-Gebiet; Gebietsauswahl; Auswahlkriterien; Vertretbarkeitskontrolle; Alternativlösung; zwingende Gründe des überwiegenden öffentlichen Interesses; Kohärenzschutz; fachplanerische Abwägung; Belange des Naturschutzes; Kulturlandschaft; Landschaftsbild; Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen.

1. Die Identifizierung europäischer Vogelschutzgebiete nach Art. 4 Abs. 1 Satz 4 der Vogelschutzrichtlinie in den Bundesländern hat sich ausschließlich an ornithologischen Kriterien zu orientieren. Als Orientierungshilfe dient das IBA-Verzeichnis 2002. Es nimmt nicht für sich in Anspruch, dass sämtliche Gebietsteile, die von der Bezeichnung eines Landschaftsraums erfasst werden, unter Schutz zu stellen sind.

2. Ein Straßenbauvorhaben, das zu einer erheblichen Beeinträchtigung eines potenziellen FFH-Gebiets führt, ist mit den Erhaltungszielen für dieses Gebiet unverträglich. Das Gebiet darf gleichwohl nach Art. 6 Abs. 4 Satz 1 UAbs. 1 FFH-RL aus zwingenden Gründen des überwiegenden Interesses einschließlich solcher sozialer oder wirtschaftlicher Art für das Vorhaben in Anspruch genommen werden, wenn keine Alternativlösung vorhanden ist und alle notwendigen Maßnahmen zum Schutz der globalen Kohärenz von Natura 2000 ergriffen werden.

3. Die Entscheidung für ein Straßenbauvorhaben kann im Ergebnis abwägungsfehlerhaft sein, wenn das öffentliche Interesse an der Erhaltung einer einzigartigen Kulturlandschaft in unvertretbarer Weise zu kurz gekommen ist (hier verneint).
FStrG § 17 Abs. 1 Satz 2
VRL Art. 4 Abs. 1 und 4
FFH-RL Art. 4 Abs. 1, Art. 6 Abs. 4
BayNatSchG Art. 6a Abs. 1

Aktenzeichen: 4A11.02 Paragraphen: FStrG§17 VRLArt.4 FFH-RLArt.4 FFH-RLArt.6 BayNatSchGArt,6a Datum: 2004-01-15
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PDF-DokumentNaturschutzrecht - Landschaftsschutz Schutzgebiete Tierschutz Sonstiges

OVG Greifswald - VG Greifswald
18.09.2003 1 L 279/01
1. § 57 LNatG M-V beinhaltet - ebenso wie § 13 SOG M-V - eine Generalklausel für ein Einschreiten der Naturschutzbehörde.

2. § 6 Abs. 1 der Verordnung über die Festsetzung von Naturschutzgebieten und einem Landschaftsschutzgebiet von zentraler Bedeutung mit der Gesamtbezeichnung Biosphärenreservat Südost-Rügen vom 12.September 1990 (GBl. DDR, Sonderdruck Nr. 1471)- Biosphärenreservatsverordnung -, wonach im Biosphärenreservat alle Handlungen verboten sind, die dem Schutzzweck des § 3 Biosphärenreservatsverordnung zuwiderlaufen, ist als Generalklausel auszulegen, die auch dem rechtsstaatlichen Bestimmtheitserfordernis genügt.

3. Eine naturschutzrechtliche Genehmigung (Befreiung von einer Schutzgebietsausweisung) steht neben dem Baugenehmigungserfordernis; es gilt nicht die so genannte Schlusspunkttheorie (Fortsetzung der Rechtsprechung).

4. Die Baugenehmigungsfiktion (§ 63 Abs. 7 Satz 2 LBauO M-V) kann nur dann eintreten, wenn die Bauantragsunterlagen vollständig gewesen sind. Daran fehlt es, wenn die Erklärung des Entwurfsverfassers (§ 63 Abs. 8 LBauO M-V) den Bauantragsunterlagen nicht beigefügt ist (Fortsetzung der Rechtsprechung).

6. In Biosphärenreservaten steht nicht der konservierende Naturschutz im Vordergrund. Damit sind auch Entwicklungspotenziale, die ein Baugrundstück wegen seiner näheren Umgebung für den Landschaftsschutz hat, mitzuberücksichtigen.

7. § 57 LNatG M-V beinhaltet kein intendiertes Ermessen. Die Naturschutzbehörde hat in jedem Einzelfall die für und die gegen ein Einschreiten sprechenden Gründe zu ermitteln und abzuwägen und auf dieser Grundlage die Entscheidung zu treffen, ob eingeschritten werden soll und gegebenenfalls in welcher Weise - hier ein Fall eines Verstoßes gegen § 3 Abs. 1 Biosphärenreservatsverordnung und eine Nichtbetätigung des Ermessens.

8. Das seitens des Verwaltungsgerichts vorgenommene "Auswechseln" einer naturschutz-fachlichen Bewertung des Sachverhaltes, an die eine Ermessensentscheidung anknüpft (hier Verstoß gegen § 3 Abs. 1 Nr. 2 statt Nr. 3 Biosphärenreservatsverordnung), ist rechtlich nicht zulässig.

9. Ein Einschreiten der Naturschutzbehörde (Erlass eines Baustopps) hat dann zu unterbleiben, wenn eine Befreiung von den Verboten der Landschaftsschutzverordnung offensichtlich hätte erteilt werden müssen.

10 Zum Befreiungstatbestand der nicht beabsichtigten Härte im Sinne des § 8 Biosphärenreservatsverordnung.
LNatG M-V § 57
Biosphärenreservatsverordung Südost-Rügen §§ 3,6 und 8
LBauO M-V § 63
BauGB §§ 34, 35

Aktenzeichen: 1L279/01 Paragraphen: LNatGM-V§57 BiosphärenreservatsverordungSüdost-Rügen LBauOM-V§ 63 BBauG§34 BBauG§35 Datum: 2003-09-18
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PDF-DokumentBau- und Bodenrecht Naturschutzrecht - Windenergieanlagen Tierschutz

OVG Rheinland-Pfalz
28.05.2003 8 A 10481/02
Windkraftanlage, Windenergieanlage, Privilegierung, Bebauung, öffentlicher Belang, Vogelschutz, Vogelschutzrichtlinie, Vogelschutzgebiet, faktisches Vogelschutzgebiet

Zu den Voraussetzungen eines faktischen Vogelschutzgebietes im Zusammenhang mit dem Bau von Windkraftanlagen.
BauGB § 35 F: 1997, Europäische Vogelschutzrichtlinie Art. 4 Europäische Vogelschutzrichtlinie Art. 4 Abs. 1 Europäische Vogelschutzrichtlinie Art. 4 Abs. 1 Satz 1 Europäische Vogelschutzrichtlinie Art. 4 Abs. 1 Satz 4

Aktenzeichen: 8A10481/02 Paragraphen: BauGB§35 Datum: 2003-05-28
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PDF-DokumentBau- und Bodenrecht Naturschutzrecht - Windenergieanlagen Bauleitplanung Flächennutzungsplan Tierschutz

OVG Rheinland-Pfalz
14.05.2003 8 A 10810/02
Flächennutzungsplan, Windenergie, Windkraft, Konzentrationszone, Abwägung, Vogelschutz, Vogel, Plankonzept, Erläuterungsbericht

Zu den Anforderungen an die Abwägung bei der Aufstellung eines Flächennutzungsplanes, in dem Flächen für die Windenergienutzung nach § 35 Abs. 3 Satz 3 BauGB dargestellt und andere Flächen (hier unter dem Gesichtspunkt des Vogelschutzes) von dieser Nutzung ausgenommen werden.
BauGB § 35 F: 1997

Aktenzeichen: 8A10810/02 Paragraphen: BauGB§35 Datum: 2003-05-14
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PDF-DokumentBau- und Bodenrecht Naturschutzrecht - Windenergieanlagen Bauleitplanung Tierschutz

OVG Lüneburg
24.3.2003 1 LB 3571/01
Abwägung; Flächennutzungsplan; Gebiet, geeignetstes; Inzidentprüfung; Konzentrationsplanung; Naturschutz:Vogelschutz; Windenergieanlage

1. Unterliegt die Wirksamkeit der Änderung eines Flächennutzungsplanes der Inzidentprüfung, hat der Planbetroffene Anspruch darauf, dass nicht nur die von ihm geltend gemachten eigenen Belange, sondern auch sonstige öffentliche und prvate Belange gerecht abgewogen werden.

2. Reduziert die Gemeinde zwei dargestellte Flächen für Windenergie durch Änderung des Flächennutzungsplanes auf einen Standort, wird dieser umfassende Anspruch auf Abwägung nicht dadurch in Frage gestellt, dass nach dem Beschluss über die Änderung des Flächennutzungsplans die Windenergieanlagen an dem dargestellten Standort nach Erteilung bestandskräftiger Baugenehmigungen bereits errichtet wurden.

3. Stellt die Gemeinde nach Abwägung der beachtlichen Belange zwei Gebiete für die Windenergienutzung dar, muss sie, will sie einen Standort aufheben, erneut in die Abwägung der für und gegen die beiden Flächen sprechenden Belange eintreten. Im Einzelfall kann dabei die hohe avifaunistische Wertigkeit eines Standorts von besonderem Gewicht sein.

4. Es ist fraglich, ob eine vorübergehend als Spülfeld für Hafenschlick dienende Fläche, die gegenwärtig als Nahrungsplatz für einzelne schützenswerte Vogelarten geignet ist, zu den "zahlen- und flächenmäßig geeignetsten Gebieten" im Sinne von Art. 4 Vogelschutz-Richtlinie zählt.

5. Einem in einer Konzentrationszone für Windenergie geplanten Vorhaben der Errichtung von zwei Windenergieanlagen kann der öffentliche Belang des Vogelschutzes als Unterfall des Naturschutzes gemäß § 35 Abs. 3 Satz 1 Nr. 5 BauGB entgegenstehen ( hier verneint).
BauGB §1 VI; BauGB § 35 Vogelschutz-Richtlinie § 4

Aktenzeichen: 1LB3571/01 Paragraphen: BauGB§1 BauGB§35 Vogelschutz-Richtlinie§4 Datum: 2003-03-24
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PDF-DokumentProzeßrecht Naturschutzrecht - Klagebefugnis Schutzgebiete Tierschutz Landschaftsschutz Verbände

27.2.2003 4 A 59.01
straßenrechtliche Planfeststellung; Verbandsbeteiligung; Fristbestimmung; Verbandsklage; Präklusion; FFH-Richtlinie; Gebietsauswahl; Auswahlkriterien; Lebensraumschutz; erhebliche Beeinträchtigung; Vermeidung durch Schutzvorkehrungen.

1. § 17 Abs. 4 Satz 1 FStrG ist auf anerkannte Naturschutzvereine nicht anwendbar. Wie weit ein Verein im gerichtlichen Verfahren mit Vorbringen präkludiert ist, bestimmt sich nach § 61 Abs. 3 BNatSchG. Innerhalb welcher Frist einem erkannten Verein im Rahmen der nach § 60 Abs. 2 BNatSchG gebotenen Beteiligung Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben ist, richtet sich vorbehaltlich anderweitiger Regelung nach den Bestimmungen des Landesnaturschutzrechts im Bundes- oder Landesrecht.

2. Die FFH-Richtlinie enthält keine Regelung des Inhalts, dass die Mitgliedstaaten alle Gebiete melden müssen, die prioritäre Lebensraumtypen oder Arten aufweisen. Maßgebend sind auch insoweit die im Anhang in Phase 1 genannten Auswahlkriterien.

3. Ist der Planungsträger in der Lage, durch Schutzvorkehrungen sicherzustellen, dass der Grad der Beeinträchtigung, den die FFH-Richtlinie durch das Merkmal der Erheblichkeit kennzeichnet, nicht erreicht wird, so ist dem Integritätsinteresse Genüge getan.
FStrG § 17 Abs. 4 Satz 1 VwVfG § 73 Abs. 4 Satz 1 und Abs. 8 Satz 1 BNatSchG § 60 Abs. 2, § 61 Abs. 3 FFH-RL Art. 4 Abs. 1, Art. 6 Abs. 3

Aktenzeichen: 4A59.01 Paragraphen: FStrG§17 VwVfG§73 BNatSchG§60 BNatSchG§61 FFH-RLArt.4 FFH-RLArt.6 Datum: 2003-02-27
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PDF-DokumentNaturschutzrecht - Landschaftsschutz Tierschutz Sonstiges Schutzgebiete

OVG Rheinland-Pfalz
23.01.03 1 C 11768/01
Verordnung, Naturschutzgebiet, Schutzzweck, Vogelschutz, Gebietsabgrenzung, Freistellungsklausel, Landwirtschaftsklausel, Zielvorstellung, Inkongruenz, Obstanbau, Gemüseanbau

Eine Verordnung über ein Naturschutzgebiet ist nichtig, wenn der vorhandene Konflikt zwischen Naturschutz und Landwirtschaft nicht hinreichen gelöst wird, weil eine Inkongruenz zwischen dem in den Verwaltungsvorgängen dokumentierten Willen des Verordnungsgebers und dem Inhalt der Verordnung besteht.
LPflG § 28 Abs. 1 Satz 3 LPflG § 28 Abs. 1

Aktenzeichen: 1C11768/01 Paragraphen: LPflG§28 Datum: 2003-01-23
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PDF-DokumentNaturschutzrecht Verkehrswegerecht - Landschaftsschutz Tierschutz Straßenrecht

OVG Rheinland-Pfalz
09.01.03 1 C 10393/01
Planfeststellung, Planfeststellungsbeschluss, Bundesfernstraße; Naturschutzverband, anerkannter Naturschutzverband, Naturschutzverein, anerkannter Naturschutzverein, Verbandsklage, Klagebefugnis, Verbandsklagebefugnis; Präklusion, Einwendungsausschluss; Planrechtfertigung, Bedarf, Bedarfsplan, vordringlicher Bedarf; Vogelschutz, Vogelschutzrichtlinie, Vogelschutzgebiet, faktisches Vogelschutzgebiet; FFH-Schutzgebiet, potenzielles FFH-Schutzgebiet, Vorwirkungen, FFH-Richtlinie, Beurteilungsspielraum; Lebensraumtyp, Habitat, Lebensraumtypen, Habitate, Fluss, Flüsse, Fließgewässer; Groppe, Bachneunauge

1. Zum naturschutzfachlichen Beurteilungsspielraum bei der Abgrenzung von Europäischen Vogelschutzgebieten.

2. Zum naturschutzfachlichen Beurteilungsspielraum bei der Aufnahme von Gebieten in die Vorschlagsliste gemäß Art. 4 Abs. 1 Unterabs. 1 FFH-RL.
FStrG § 17, § 17 Abs. 1, § 17 Abs. 1 Satz 2 BNatSchG F. 2002 § 61, § 61 Abs. 1, § 61 Abs. 1 Satz 1, § 61 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2, § 61 Abs. 2, § 61 Abs. 2 Nr. 1, § 61 Abs. 3, § 69, § 69 Abs. 5, § 69 Abs. 5 Nr. 2
Europ. Vogelschutzrichtlinie Art. 4, Art. 4 Abs. 1, Art. 4 Abs. 1 Satz 1, Art. 4 Abs. 1 Satz 4
FFH-RL Art. 4, Art. 4 Abs. 1, Art. 4 Abs. 2, Art. 6, Art. 6 Abs. 2, Art. 6 Abs. 3

Aktenzeichen: 1C10393/01 Paragraphen: FStrG§17 BNatSchG§61 BNatSchG§69 Datum: 2003-01-09
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PDF-DokumentNaturschutzrecht - Tierschutz

VGH Baden-Württemberg
29.11.2002 5 S 2312/02
Beschluss; Landesgartenschau; Mimram-Brücke; Standort; Vogelschutzgebiet; Brückenkonstruktion; Kollisionsrisiko; Abwägung; Alternativenprüfung;

Eingriffsregelung 1. § 34 Abs. 2 BNatSchG n. F. ist auf ein Projekt außerhalb eines Vogelschutzgebiets nur anwendbar, wenn das Projekt auf den geschützten Raum selbst einwirkt. Gefährdungen, denen die geschützten Vögel ausschließlich an dem Projekt ausgesetzt sind (hier: Kollisionsgefahr mit einer Schrägseilbrücke), sind nicht am Schutzregime des § 34 Abs. 2 BNatSchG zu messen.

2. Bei der Planfeststellung für den Bau einer Brücke im Rahmen einer grenzüberschreitenden Landesgartenschau können verschiedene Brückenkonstruktionen (Bogenbrücke, Hängeseilbrücke, Schrägseilbrücke) Alternativen im Sinne des fachplanerischen Abwägungsgebots sein.

3. Es kann abwägungsfehlerfrei sein, wenn sich die Planfeststellungsbehörde im Rahmen der Alternativenprüfung aus gestalterischen, funktionalen, interkommunalen und grenzüberschreitenden Erwägungen für eine Brückenkonstruktion entscheidet, die ein höheres Kollisionsrisiko für Vögel aufweist als andere Brückenkonstruktionen

4. Im Rahmen des Vermeidungs-/Minimierungsgebots nach der naturschutzrechtlichen Eingriffsregelung kann nicht auf die Möglichkeit einer alternativen Brückenkonstruktion mit einem geringeren Kollisionsrisiko für Vögel verwiesen werden.
StrG § 37 BNatSchG § 34 Abs. 2 NatSchG § 11 FFH-Richtlinie Art. 2 FFH-Richtlinie Art. 6 Abs. 3

Aktenzeichen: 5S2312/02 Paragraphen: StrG§37 BNatSchG§34 NatSchG§11 FFH-RichtlinieArt.2 FFH-RichtlinieArt.6 Datum: 2002-11-29
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PDF-DokumentNaturschutzrecht Verkehrswegerecht - Landschaftsschutz Tierschutz Straßenrecht

14.11.2002 4 A 15.02
Straßenplanung; Planfeststellung; faktisches Vogelschutzgebiet; naturschutzfachlicher Beurteilungsspielraum; potentielles FFH-Gebiet; fachplanerische Abwägung; Alternativenprüfung; Belange des Naturschutzes; Verkehrslärmschutz; Kostengesichtspunkte.

1. Art. 4 Abs. 1 Satz 4 der Vogelschutz-Richtlinie eröffnet den Bundesländern bei der Identifizierung Europäischer Vogelschutzgebiete einen naturschutzfachlichen (ornithologischen) Beurteilungsspielraum, der nur einer eingeschränkten Überprüfung durch die Verwaltungsgerichte unterliegt.

2. Ein Bundesland kann das Bestehen eines "faktischen" Vogelschutzgebiets in seinem Bereich nicht dadurch ausschließen, dass es sein Gebietsauswahlverfahren für das europäische Netz "Natura 2000" für beendet erklärt.

3. Die Planung eines Straßenbauvorhabens in einem Gebiet, das maßgeblich aus wirtschafts- und verkehrspolitischen Gründen nicht in die Landesliste für das Netz "Natura 2000" aufgenommen wurde, ist rechtswidrig, wenn nicht auszuschließen ist, dass das Gebiet aus ornithologischer Sicht zu den geeignetsten Schutzgebieten in dem Bundesland gehört.

4. Die Planung einer Straße, die einen wertvollen und schutzwürdigen Naturraum durchschneidet, leidet an einem fachplanungsrechtlichen Abwägungsfehler, wenn Trassenalternativen, die diesen Raum umfahren, nicht ausreichend untersucht worden sind. Als Alternative kann auch eine ortsnahe Trassenführung in Verbindung mit Maßnahmen des aktiven und passiven Lärmschutzes in Betracht kommen.
FStrG § 17 Abs. 1 Satz 2, Abs. 6 c VRL Art. 4 Abs. 1 und 4 FFH-RL Art. 6 Abs. 4

Aktenzeichen: 4A15.02 Paragraphen: FStrG§17 VRLArt.4 FFH-RLArt.6 Datum: 2002-11-14
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PDF-DokumentProzeßrecht Naturschutzrecht - Vollziehung Sonstiges Tierschutz

OLG Rostock
11.7.2002 1 W 12/01
1. Die eine sichergestellte Schafherde betreffende Anordnung einer Verwertung nebst deren sofortigen Vollzug gemäß § 80 Abs. 2 Nr. 4 VwGO sowie die Vornahme der Verwertung ist rechtmäßig, wenn durch den Eigentümer der Herde ein ausreichender Tierschutz nach Maßgabe des Tierschutzgesetzes nicht mehr gewährleistet ist, durch die amtliche Verwahrung Kosten entstanden sind, die den Schätzwert der Herde übersteigen, und der Eigentümer nicht innerhalb einer ihm gesetzten angemessenen Frist (hier: 1 Monat) eine tierschutzgerechte Unterbringung der Herde nachweist.

2. Im Falle besonderer Eilbedürftigkeit ist eine Verwertung durch Veräußerung der Herde als Ganze zulässig, wenn im Zuge einer Einzelversteigerung nur ein geringer Teil der Herde hätte verkauft werden können. Das gilt jedenfalls dann, wenn das Mindestgebot des § 300 Abs. 1 AO erreicht wird.
GG Art. 34 BGB § 839 VwGO § 80 Abs. 2 Nr. 4 AO §§ 298 Abs. 1, 300 Abs. 1 SOG M-V § 64 Abs. 1, 2

Aktenzeichen: 1W12/01 Paragraphen: GGArt.34 BGB§839 VwGO§80 AO§298 AO§300 SOGV-M§64 Datum: 2002-07-11
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PDF-DokumentNaturschutzrecht - Tierschutz Gewässerschutz Landschaftsschutz Sonstiges

VG Schleswig-Holstein
17.6.2002 1 A 229/00
Kormoran, fischereiwirtschaftlicher Schaden
Kein fischereiwirtschaftlicher Schaden bei Beeinträchtigung der Hobbyfischerei eines einzelnen Fischereiberechtigten
BNatSchG a. F.§ 20g
BNatSchG a.F.§ 20f
BNatSchG 2002§ 42
BNatSchG 2002§ 43

Aktenzeichen: 1A229/00 Paragraphen: BNatSchG§20g BNatSchG§20f BNatSchG§42 BNatSchG§43 Datum: 2002-06-17
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PDF-DokumentNaturschutzrecht Landwirtschaft und Ernährung - Tierschutz Tierseuchenrecht

OVG Lüneburg
17.05.2002 8 ME 66/02
Tiergehege; Auflösung; Anordnung der sofortigen Vollziehung; besonderes öffentliches Interesse; Tierseuchenhygiene; Illegalität, formelle

1. Angesichts der erheblichen Bedeutung des Schutzes von Tierbeständen vor Tierseuchen ist ein besonderes öffentliches Interesse an der sofortigen Auflösung eines Tiergeheges, bei dem nicht gewährleistet ist, dass die Tiere den Anforderungen der Tierseuchenhygiene entsprechend untergebracht sind, auch dann anzunehmen, wenn noch keine Tierseuche aufgetreten ist.

2. Außerdem rechtfertigt schon der formell illegale Betrieb eines Tiergeheges regelmäßig die Anordnung der sofortigen Vollziehung der Auflösung des Geheges, weil nur dadurch die Wirksamkeit des vorbeugenden Nutzungsverbots, das mit der Genehmigungspflicht verbunden ist, effektiv gesichert werden kann.
NNatSchG § 45 NNatSchG § 63 VwGO § 80 II Nr 4

Aktenzeichen: 8ME66/02 Paragraphen: NNatSchG§45 NNatSchG§63 VwGO§80 Datum: 2002-05-17
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PDF-DokumentProzeßrecht Naturschutzrecht Bau- und Bodenrecht - Prozeßführung Tierschutz Pflanzenschutz Landschaftsschutz Enteignung Sonstiges

OVG Saarlouis 28.3.2002 2 Q 31/01
ZULASSUNGSGRUND,DARLEGUNG; BEDEUTUNG,GRUNDSÄTZLICHE; ENTEIGNUNG, BEGRIFF; INHALTS- UND SCHRANKENBESTIMMUNG; INHALTSBESCHRÄNKUNG; ENTSCHÄDIG; AUGENSCHEIN; LUFTBILD; BEWEISWÜRDIGUNG; BIOTOPSCHUTZ; LANDWIRTSCHAFTSPRIVILEG

a) Es ist nicht Aufgabe des Oberverwaltungsgerichts, anstelle des Rechtsmittelführers beziehungsweise seines Prozeßbevollmächtigten aus einem Gemenge von Darlegungen, die ohne Bezug zu einem der Zulassungsgründe des § 124 II VwGO vorgetragen werden, mit Überlegungs- und Auslegungsaufwand zu ermitteln, welcher Teilaspekt des Vorbringens sich welchem Zulassungstatbestand - zutreffend - zuordnen läßt (im Anschluß an OVG des Saarlandes, Beschlüsse vom 1.2.2000 -IQ 48/99 -und vom 28.5.2001 -IQ 19/01 -) .

b) Im Hinblick auf die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts zum (formalisierten) Begriff der Enteignung in Abgrenzung zum Begriff der Inhalts- und Schrankenbestimmung im Sinne von Art 14 I 2 GG (vgl. z.B. BVerfG, Beschluß vom 2.3.1999, BRS 62 Nr. 214) und in Anbetracht des Umstandes, daß höchstrichterlich geklärt ist, daß Inhalts- und schrankenbestimmende Maßnahmen, die die von der Verfassung gezogenen Grenzen überschreiten, nicht in eine Enteignung umschlagen, sondern rechtswidrig sind, kann die grundsätzliche Bedeutung einer Rechtssache nicht erfolgreich mit dem pauschalen Vorbringen dargelegt werden, der Rechtsstreit werfe die Frage der Grenzen der Inhaltsbeschränkung des Eigentums im Verhältnis zu einer Enteignung durch nahezu vollständige Inhaltsbeschränkung auf.

c) In Literatur und Rechtsprechung ist anerkannt, daß es sich bei Regelungen, die die Nutzung von Grundstücken im Interesse der Belange des Natur- und Landschaftsschutzes einschränken, um Inhalts- und Schrankenbestimmungen im Verständnis von Art. 14 I 2 GG handelt.

d) Ebenfalls prinzipiell anerkannt ist, daß eine solche Inhalts- und schrankenbestimmende Regelung im Interesse des Natur- und Landschaftsschutzes für den Betroffenen eine solche schwerwiegende Belastung darstellen kann, daß ihm eine entschädigungslose Hinnahme nicht zugemutet werden kann.

e) Wann die Grenze der - entschädigungslos - hinzunehmenden Inhalts- und Schrankenbestimmung überschritten ist, ist im konkreten Einzelfall aufgrund einer wertenden Beurteilung der Kollision zwischen den berührten Belangen des Naturschutzes und Landschaftsschutzes einerseits und den betroffenen Eigentümerinteressen andererseits zu entscheiden.

f) Auch Luftbilder können zulässig Gegenstand einer richterlichen Augenscheinnahme sein. g) Das sogenannte Landwirtschaftsprivileg des § 10 III SNG gilt nicht für solche Veränderungen der Natur und Landschaft, die eine landwirtschaftliche Nutzung erst ermöglichen oder effektiver gestalten sollen.

h) Es spricht einiges dafür, daß es sich bei dem dem Artenschutz zuzuordnenden Biotopschutz um ein eigenständiges Schutzverfahren handelt, das neben den allgemeinen Eingriffsregelungen besteht und die ordnungsgemäße landwirtschaftliche Bodennutzung nicht, jedenfalls nicht von vornherein privilegiert.
VWGO 108 I; 124 A I 4; 124 II NR. GG 14 I 2 SNG 10 III; 25

Aktenzeichen: 2Q31/01 Paragraphen: VwGO§108 VwGO§124 GGArt.24 SNG§10 SNG§25 Datum: 2002-03-28
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PDF-DokumentNaturschutzrecht Internationales Recht - Tierschutz Pflanzenschutz EG-Recht

EuGH 11. September 2001 C-71/99 Vertragsverletzung eines Mitgliedstaats - Richtlinie 92/43/EWG - Erhaltung der natürlichen Lebensräume - Erhaltung der wild lebenden Tiere und Pflanzen - Artikel 4 Absatz 1 - Liste von Gebieten - Informationen über die Gebiete 1. Die Bundesrepublik Deutschland hat dadurch gegen ihre Verpflichtungen aus der Richtlinie 92/43/EWG des Rates vom 21. Mai 1992 zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wild lebenden Tiere und Pflanzen verstoßen, dass sie der Kommission innerhalb der vorgeschriebenen Frist nicht die in Artikel 4 Absatz 1 Unterabsatz 1 dieser Richtlinie genannte Liste von Gebieten zusammen mit den in Artikel 4 Absatz 1 Unterabsatz 2 der Richtlinie vorgesehenen Informationen über diese Gebiete übermittelt hat. 2. Die Bundesrepublik Deutschland trägt die Kosten des Verfahrens.

Aktenzeichen: C-71/99 Paragraphen: 92/43/EWG Datum: 2001-09-11
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PDF-DokumentNaturschutzrecht - Tierschutz

11.1.2001 4 C 6.00 Durch das Verbot des § 20 f Abs. 1 Nr. 1 BNatSchG werden nicht allgemein die Lebensräume oder Lebensstätten wild lebender Tierarten der besonders geschützten Arten geschützt, sondern nur die ausdrücklich genannten Niststätten, Brutstätten, Wohnstätten oder Zufluchtstätten; insbesondere die Nahrungsreviere der Tiere fallen nicht unter das Beschädigungsverbot und Zerstörungsverbot der Vorschrift. Innerhalb eines im Zusammenhang bebauten Ortsteils (§ 34 BauGB) kann § 20 f Abs. 1 Nr. 1 BNatSchG (naturschutzrechtlicher Artenschutz) eine baurechtlich zulässige Bebauung einer Baulücke, die mit Bäumen und Sträuchern bewachsen ist, in denen heimische Vögel nisten und brüten, nicht schlechthin hindern. Allerdings dürfen durch die Bebauung Tiere oder Pflanzen der besonders geschützten Ar-ten nicht absichtlich beeinträchtigt werden; verboten sind gezielte Beeinträchtigungen von Tieren und Pflanzen, nicht dagegen Beeinträchtigungen, die sich als unausweichliche Konsequenz rechtmäßigen Handelns ergeben. Die Baugenehmigungsbehörde hat gegebenenfalls die erforderlichen Anordnungen zu treffen, damit die geschützten Lebensstätten durch das Bauvorhaben nicht mehr als unvermeidbar beeinträchtigt werden. Baulücke; unbeplanter Innenbereich; Artenschutz; Niststätte; Brutstätte; Lebensstätte; Lebensbereich; besonders geschützte Tierart; Vögel; Fledermaus; Eingriff; absichtliche Beeinträchtigung; Vogelschutz-Richtlinie; Rücknahme; Rücknahmeermessen; Rechtsmittel des Beigeladenen; Rechtskraft; Rechtsverletzung. BnatSchG §§ 8, 8 a Abs. 6 (1993), § 8 a Abs. 2 (1998), § 20 f Abs. 1 Nr. 1, Abs. 3 Satz 1; § 31 BauGB § 34 Abs. 1 VwVfG § 48 VwGO §§ 65, 121

Aktenzeichen: 4C6.00 Paragraphen: BNatSchG§8 BNatSchG§8a BNatSchG§20 BNatSchG§31 BauGB§34 VwVfG§48 VwGO§65 VwGO§121 Datum: 2001-01-11
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