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PDF-DokumentOrdnungswidrigkeiten - Rechtsmittel

OLG Zweibrücken - AG Speyer
7.5.2020
1 OWi 2 SsBs 68/20

Zur Heilung formunwirksamer Einspruchsrücknahme im Bußgeldverfahren.

OWiG § 67 Abs 1, § 110c S 1
StPO § 32a Abs 1, § 32a Abs 3
BRAO § 31a

Aktenzeichen: 1OWi2SaBs68/20 Paragraphen: Datum: 2020-05-07
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PDF-DokumentOrdnungswidrigkeiten - Urteil/Entscheidung

OLG Saarbrücken - AG St. Ingbert
15.10.2019
Ss Bs 59/2019 (62/19 OWi)

Haben die Verfahrensbeteiligten nicht gemäß § 72 Abs. 6 Satz 1 OWiG auf eine Begründung des Beschlusses verzichtet, wird die Frist zur Begründung der Rechtsbeschwerde gegen einen gleichwohl ohne Begründung ergangenen Beschluss bereits mit dessen Zustellung in Gang gesetzt (im Anschluss an OLG Düsseldorf, Beschl. v. 21. August 2002 - 1 Ws (OWi) 296/02).

OWiG § 72 Abs 6, § 79 Abs 3 S 1
StPO § 345 Abs 1

Aktenzeichen: SsBs59/2019 Paragraphen: Datum: 2019-10-15
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PDF-DokumentOrdnungswidrigkeiten - Verteidiger/Verteidigung

KG Berlin
Nur Leitsatz
08.10.2019
3 Ws (B) 282/19

Das Recht eines Betroffenen, sich nach §§ 137 Abs. 1 Satz 1 StPO, 46 Abs. 1 OWiG in jeder Lage des Verfahrens des Beistands eines Verteidigers zu bedienen, umfasst vor dem Hintergrund des darin zum Ausdruck kommenden Rechts auf ein faires Verfahren auch die Befugnis, sich im Ordnungswidrigkeitenverfahren von einem gewählten Anwalt seines Vertrauens verteidigen zu lassen.

StPO § 137 Abs 1 S 1
OwiG § 46 Abs 1

Aktenzeichen: 3Ws(B)282/19 Paragraphen: Datum: 2019-10-08
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PDF-DokumentOrdnungswidrigkeiten - Vollmacht

OLG Köln
24.9.2019
1 RBs 328/19

Für den "Nachweis" der in § 73 Abs. 3 OWiG bezeichneten Vollmacht genügt es auch im Bußgeldverfahren nicht, dass diese aufgrund mündlicher Ermächtigung durch den Betroffenen von dem zu bevollmächtigenden Verteidiger selbst unterzeichnet wird.

OWiG § 73 Abs 3, § 74 Abs 2

Aktenzeichen: 1RBs328/19 Paragraphen: Datum: 2019-09-24
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PDF-DokumentOrdnungswidrigkeiten - Hauptverhandlung

OLG Brandenburg - AG Brandenburg
19.9.2019
1 Ss (OWi) 314/19

Auch für die Hauptverhandlung bei Ordnungswidrigkeiten gilt die grundsätzliche Anwesenheitspflicht des Angeklagten (§ 73 Abs. 1 OWiG), von der nur im geregelten Ausnahmefall abgewichen werden kann. Ebenso wie bei einem Verfahren nach 74 Abs. 2 OWiG müssen bei einem Verfahren nach § 74 Abs. 1 OWiG die Urteilsgründe die Voraussetzungen für die Durchführung der Hauptverhandlung in Abwesenheit des Angeklagten dartun. Wenn sich die Urteilsgründe zu den Voraussetzungen eines Sachurteils bei Abwesenheit des Betroffe-nen in der Hauptverhandlung nicht verhalten, leidet das Urteil an einem erheblichen Darstellungsmangel. (Leitsatz der Redaktion)

Aktenzeichen: 1Ss(OWi)314/19 Paragraphen: Datum: 2019-09-19
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PDF-DokumentOrdnungswidrigkeiten - Rechtsmittel

OLG Brandenburg - AG Potsdam
25.7.2019
(1 B) 53 Ss-OWi 99/19 (139/19)

Nach gefestigter Rechtsprechung steht es nicht mehr im Belieben der Verfahrensbeteiligten, in das Beschlussverfahren des § 72 OWiG überzugehen, wenn im Bußgeldverfahren die Hauptverhandlung soweit durchgeführt worden ist, dass nur noch die Entscheidung aussteht, ohne dass noch Beweise zu erheben sind oder sonst noch etwas zu veranlassen ist. Der Sinn der der Vereinfachung und Beschleunigung des Verfahrens dienenden Vorschrift des § 72 OWiG, nämlich einen erheblichen Zeitaufwand erfordernde Hauptverhandlung entbehrlich zu machen, wenn ausnahmsweise eine Aufklärung des Sachverhalts in einer mündlichen Verhandlung nicht erforderlich erscheint, ist jedenfalls dann nicht mehr erreichbar, wenn die mündliche Verhandlung bereits durchgeführt worden ist und wenn die Feststellungen des angefochtenen Beschlusses gerade auf dem Ergebnis der durchgeführten Hauptverhandlung beruhen. (Leitsatz der Redaktion)

OWiG § 72

Aktenzeichen: 53Ss-OWi99/19 Paragraphen: Datum: 2019-07-25
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PDF-DokumentOrdnungswidrigkeiten - Verjährung

OLG Karlsruhe - AG Freiburg
28.6.2019
2 Rb 8 Ss 486/19

Die Verjährungsfristen des § 31 OWiG beginnen mit dem Tag, in den das für den Fristbeginn maßgebliche Ereignis fällt, und enden mit dem Ablauf des Tages, der seiner Bezeichnung nach dem Anfangstag vorausgeht.

Aktenzeichen: 2Rb8Ss486/19 Paragraphen: Datum: 2019-06-28
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PDF-DokumentOrdnungswidrigkeiten - Prozeßrecht Verfahrensfehler

OLG Hamm - AG Siegen
28.5.2019
4 RBs 147/19

Im Bußgeldverfahren dürfen die Angaben eines vor der Hauptverhandlung vernommenen oder informatorisch befragten Zeugen, der sich erst in der Hauptverhandlung berechtigt auf sein Zeugnisverweigerungsrecht beruft, gemäß § 252 StPO i.V.m. § 71 Abs. 1 OWiG weder verlesen noch - über den Wortlaut der Vorschrift hinaus - durch Vernehmung nichtrichterlicher Verhörspersonen oder anderer Zeugen in die Hauptverhandlung eingeführt werden.

StPO § 252
OWiG § 71 Abs 1

Aktenzeichen: 4RBs147/19 Paragraphen: Datum: 2019-05-28
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PDF-DokumentOrdnungswidrigkeiten Verkehrsrecht - Beweisantrag Rechtliches Gehör Geschwindigkeitsüberschreitung

OLG Karlsruhe - AG Sinsheim
8.5.2019
2 Rb 7 Ss 202/19

Zur Reichweite des Anspruchs auf rechtliches Gehör im Bußgeldverfahren

1. Maßstab für die Ablehnung eines Beweisantrags, der auf die Überprüfung des mit einem standardisierten Messverfahren gewonnenen Messergebnisses ist, nach § 77 Abs. 2 Nr. 1 OWiG ist die gerichtliche Aufklärungspflicht, die nur bei konkreten Anhaltspunkten für eine Fehlfunktion des ansonsten ordnungsgemäß eingesetzten Messgeräts weitere Aufklärung gebietet.

2. Die Ablehnung des Antrags auf Beiziehung von nicht bei den Akten befindlichen Messun-terlagen, die eine Überprüfung des Messergebnisses eines standardisierten Messverfahrens ermöglichen, verletzt nicht den Anspruch auf rechtliches Gehör.

Aktenzeichen: 2Rb7Ss202/19 Paragraphen: Datum: 2019-05-08
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PDF-DokumentOrdnungswidrigkeiten - Urteil/Entscheidung

KG Berlin - AG Tiergarten
16.1.2019
3 Ws (B) 312/18 - 122 Ss 146/18

Essentialia bei Beschluss nach § 72 OWiG

Die Gründe eines nach § 72 OWiG ergehenden Beschlusses müssen so beschaffen sein, dass sie zu den entscheidungserheblichen Vorgängen und Umständen Feststellungen und eine Beweiswürdigung enthalten, aus der sich die durchgeführten Beweiserhebungen, deren Ergebnis und deren Beurteilung durch das Tatgericht ergeben. Auch sind die Erwägungen für die Bemessung der Geldbuße und für die Nebenfolgen darzulegen

OWiG § 72

Aktenzeichen: 3Ws(B)312/18 Paragraphen: Datum: 2019-01-16
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PDF-DokumentOrdnungswidrigkeiten - Sonstiges

OLG Karlsruhe
4.7.2018
1 Rb 10 Ss 220/17

1. Die Festsetzung eines Verfallsbetrages nach § 29a OWiG wird nach Bejahung der tatbestandlichen Voraussetzungen der Norm grundsätzlich in zwei weiteren Schritten vollzogen. Insoweit ist zunächst der Wert des durch die Tat Erlangten und sodann in einem zweiten Schritt im Rahmen einer Ermessensentscheidung der konkret für verfallen zu erklärende Betrag zu bestimmen.

2. Eine Schätzung der Höhe des Erlangten nach § 29 a Abs.3 OWiG kann erst dann erfolgen, wenn die Höhe des Vorteils aus der Tat nach Ausschöpfen aller Beweismittel, die ohne unverhältnismäßige Schwierigkeiten erlangt werden können, nicht genau zu bestimmen ist. Für diese Schätzung bedarf es der Mitteilung der sie tragenden Grundlagen im Urteil. Sollte keine andere Möglichkeit der Feststellung des Erlangten mangels Aufklärung der im Einzelfall gefahrenen Wegstrecken und des angefallenen Frachtlohns bestehen, ist es rechtlich zulässig, das Erlangte aus den Mittelwerten der kostenmäßig festgesellten Fahrten zu berechnen, wobei insoweit jedoch ein Sicherheitsabschlag von -mindestens- 10% vorzunehmen ist.

3. Bei der Bestimmung des konkret für verfallen zu erklärenden Betrages hat der Tatrichter vor allem abzuwägen, ob die Abschöpfung des gesamten Erlöses für die Verfallsbeteiligte eine unbillige Härte darstellen würde. Insoweit hat er eine eigene Ermessensentscheidung zu treffen und darf sich nicht auf die Überprüfung der Rechtmäßigkeit der Anordnung der Verwaltungsbehörde beschränken. Dabei sind vor allem folgende Aspekte zu berücksichtigen: Bedeutung und Folgen der Tat, der Umfang des Erlangten, die Gefahr einer Wiederholung durch andere, das Bedürfnis nach einer Befriedung der Rechtsordnung, die Auswirkungen des Verfalls für den davon Betroffenen, der zur Aufklärung des Sachverhalts erforderliche Aufwand sowie der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit, wobei unter dem letztgenannten Gesichts-punkt von einer Verfallsanordnung abgesehen werden soll, wenn diese den wirtschaftlichen Zusammenbruch des Adressaten oder sonst eine unbillige Härte zur Folge hätte. Ein erheblicher Abschlag kann dabei insbesondere dann veranlasst sein, wenn der tatsächlich erlangte Vermögensvorteil gering ist.

Aktenzeichen: 1Rb10Ss220/17 Paragraphen: Datum: 2018-07-04
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PDF-DokumentOrdnungswidrigkeiten - Sonstiges

OLG Rostock - AG Parchim
27.1.2016
21 Ss OWi 2/16 [B]

Bußgeldverfahren: Verfahrensverzögerung in einem Verkehrsordnungswidrigkeitenverfahren als Verfahrenshindernis

MRK Art 6 Abs 1 S 1

Aktenzeichen: 21 SsOWi 2/16 Paragraphen: Datum: 2016-01-27
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PDF-DokumentOrdnungswidrigkeiten - Bußgeldbescheid Strafbemessung

OLG Braunschweig - AG Braunschweig
21.12.2015
1 Ss (Owi) 165/15

Verfallsentscheidung in Bezug auf ein Frachtentgelt, welches der Betroffene für einen teilweise auch auf ausländischen Straßen durchgeführten, gegen inländische Bußvorschriften verstoßenen Transport erhalten hat

1. Bei internationalen Transporten darf nur der auf den inländischen Streckenanteil entfallende Frachtlohnanteil bei der Bestimmung des Verfallsbetrages im Rahmen von § 29a Abs. 1 und 2 OWiG herangezogen werden.

2. Dieser Frachtlohnanteil lässt sich ermitteln, indem man die (geplante) Inlandsstrecke durch die (geplante) Gesamtfahrstrecke dividiert und das Ergebnis mit dem Gesamtfrachtlohn multipliziert.

OWiG § 29a Abs 1, § 29a Abs 2

Aktenzeichen: 1Ss(OWi)165/15 Paragraphen: OWiG§29a Datum: 2015-12-21
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PDF-DokumentOrdnungswidrigkeiten - Bußgeldbescheid Strafbemessung

OLG Braunschweig
8.12.2015
1 Ss (Owi) 163/15

Bußgeldverfahren: Entbehrlichkeit von Feststellungen zu den wirtschaftlichen Verhältnissen bei Verhängung eines wegen Vorsatzes und einer tateinheitlich verwirklichten Ordnungswidrigkeit erhöhten Bußgeldes

Feststellungen zu den wirtschaftlichen Verhältnissen sind auch bei Überschreiten des Schwellenwerts von 250,00 Euro nicht allein wegen der Höhe der Geldbuße erforderlich, wenn zwei tateinheitlich verwirklichte Ordnungswidrigkeitstatbestände die Grundlage für die Bußgeldmessung bilden, die verhängte Geldbuße den höheren der für diese Ordnungswidrigkeiten vorgesehenen Regelsätze - im Falle vorsätzlichen Handelns den gemäß § 3 Abs. 4 a BKatV erhöhten - um nicht mehr als 10 Prozent überschreitet und der höhere der beiden Regelsätze um maximal 50 Prozent des niedrigeren Regelsatzes erhöht wurde.

BKatV § 3 Abs 4a
OWiG § 17 Abs 3

Aktenzeichen: 1Ss(OWi)163/15 Paragraphen: Datum: 2015-12-08
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PDF-DokumentProzeßrecht Ordnungswidrigkeiten - Zustellung Verteidigung Bußgeldbescheid

OLG Karlsruhe - AG Freiburg
8.10.2015
2 (7) SsBs 467/15 - AK 146/15

1. Bestätigt die Verteidigerin im Empfangsbekenntnis, zur Entgegennahme legitimiert zu sein, genügt dies zum Nachweis einer rechtsgeschäftlichen Zustellungsvollmacht.

2. Wird das Urteil erst nach Ablauf der Fertigstellungsfrist unterschrieben, steht dies einer fehlenden Unterschrift gleich; es ist daher auf die Sachrüge aufzuheben.

3. Enthält der Bußgeldbescheid, durch den eine Verbandsgeldbuße verhängt wird, keine Feststellungen zur subjektiven Seite bei der Leitungsperson, ist eine Beschränkung des Einspruchs auf die Höhe der Geldbuße unwirksam; der Bußgeldbescheid ist deshalb insgesamt angefochten.

Aktenzeichen: 2(7)SsBs467/15 Paragraphen: Datum: 2015-10-08
Link: pdf.php?db=strafrecht&nr=4504

PDF-DokumentOrdnungswidrigkeiten - Kostenrecht

OLG Bamberg
18.12.2014
3 Ss OWi 1446/14

Die Anfechtung der Kosten- und Auslagenentscheidung mit der sofortigen (Kosten-)Beschwerde eines in der Hauptsache mit der Zulassungsrechtsbeschwerde angreifbaren Bußgeldurteils ist mangels Statthaftigkeit unzulässig, wenn die Anfechtung in der Hauptsache erfolglos bleibt, d.h. der Antrag auf Zulassung der Rechtsbeschwerde als unzulässig oder als unbegründet verworfen wird (Anschluss an OLG Köln StraFo 2003, 218 = NZV 2003, 437 = DAR 2003, 148; OLG Düsseldorf JurBüro 1987, 557; BayObLGSt 1988, 53 = MDR 1988, 885 = NStZ 1988, 427 und BayObLG zfs 1992, 312 = VRS 83, 200 [1992]).

OWiG § 19, § 46 Abs 1, § 79 Abs 1 S 1 Nr 1, § 79 Abs 1 S 2, § 80 Abs 1 Nr 1

Aktenzeichen: 3SsOWi1446/14 Paragraphen: OWiG§19 OWiG§46 Datum: 2014-12-18
Link: pdf.php?db=strafrecht&nr=4395

PDF-DokumentOrdnungswidrigkeiten - Sonstiges

OLG Braunschweig - AG Helmstedt
3.9.2014
1 Ss (OwiZ) 1060/14

Verzug mit der Entrichtung von Monatsprämien zur privaten Pflegeversicherung

1. Bei der Ordnungswidrigkeit gemäß § 121 Abs 1 Nr. 6 SGB XI handelt es sich um ein echtes Unterlassungsdelikt, so dass dem Handlungspflichtigen die Erfüllung seiner gesetzlichen Pflichten möglich und zumutbar sein muss (Anschluss: OLG Brandenburg, Beschluss vom 30.04.2013, 53 Ss OWi 93/13, juris, Rn. 8).

2. Einem Betroffenen, der Anspruch auf Leistungen nach dem SGB II hat, ist es nach den Grundsätzen der "omissio libera in causa" vorzuwerfen, wenn er den erforderlichen Antrag auf Übernahme der Aufwendungen für eine angemessene private Pflegeversicherung (§ 26 Abs 2 S 1, Abs 4 SGB II), der zu einer entsprechenden Zahlung an das Versicherungsunternehmen geführt hätte (§ 26 Abs. 4 SGB II), bewusst nicht gestellt hat.

SGB XI § 121 Abs 1 Nr 6
SGB II § 26 Abs 2 S 1, § 26 Abs 4

Aktenzeichen: 1Ss(OeiZ)1060/14 Paragraphen: SGBXI§121 SGBII§26 Datum: 2014-09-03
Link: pdf.php?db=strafrecht&nr=4343

PDF-DokumentOrdnungswidrigkeiten - Rechtsmittel

BGH - OLG Düsseldorf
18.2.2014
KRB 12/13

Kartellrechtliches Bußgeldverfahren: Beschwerde gegen die Ablehnung eines Akteneinsichtsantrags des Verletzten durch das Oberlandesgericht

Die Beschwerde gegen erstinstanzliche Entscheidungen des Oberlandesgerichts über das Akteneinsichtsrecht des Verletzten nach § 406e Abs. 4 StPO ist nicht statthaft (Anschluss an BGH, 19. Dezember 1989, KRB 4/89, BGHSt 36, 338).

OWiG § 46 Abs 3 S 4
StPO § 304 Abs 4 S 2 Nr 4, § 406e Abs 4

Aktenzeichen: KRB12/13 Paragraphen: OWiG§46 StPO§304 StPO§406e Datum: 2014-02-18
Link: pdf.php?db=strafrecht&nr=4316

PDF-DokumentOrdnungswidrigkeiten - Prozeßrecht

BGH - AG Hannover
18.7.2012
4 StR 603/11

Das Amtsgericht hat den Einspruch des nicht vom persönlichen Erscheinen in der Hauptverhandlung entbundenen und unentschuldigt ausgebliebenen Betroffenen auch dann nach § 74 Abs. 2 OWiG zu verwerfen, wenn das vorausgegangene Sachurteil vom Rechtsbeschwerdegericht nur im Rechtsfolgenausspruch aufgehoben und die Sache im Umfang der Aufhebung zurückverwiesen worden war.

OWiG § 74 Abs 2

Aktenzeichen: 4StR603/11 Paragraphen: OWiG§74 Datum: 2012-07-18
Link: pdf.php?db=strafrecht&nr=4103

PDF-DokumentProzeßrecht Ordnungswidrigkeiten - Sonstiges

OLG Celle
14.11.2011
311 SsBs 152/11

Der Senat ist - anders als das OLG Hamm - der Auffassung, dass das Amtsgericht den Einspruch eines nicht vom persönlichen Erscheinen in der Hauptverhandlung entbundenen Betroffenen gegen den Bußgeldbescheid auch dann gemäß § 74 Abs. 2 Satz 1 OWiG verwerfen darf, wenn das vorangegangene Sachurteil vom Rechtsbeschwerdegericht nur im Rechtsfolgenausspruch aufgehoben worden war, und legt die Sache daher zur Entscheidung der Rechtsfrage dem BGH vor.

OWiG § 74 Abs. 2

Aktenzeichen: 311SsBs152/11 Paragraphen: OWiG§74 Datum: 2011-11-14
Link: pdf.php?db=strafrecht&nr=3980

PDF-DokumentOrdnungswidrigkeiten Rechtsmittelrecht - Prozeßrecht Beschwerde

OLG Oldenburg - AG Vechta
11.8.2011
2 SsRs 192/11

Übersieht das Amtsgericht, dass es den Betroffenen vom persönlichen Erscheinen entbunden hatte und verwirft den Einspruch nach § 74 Abs 2 OWiG, bedarf es zur Begründung des Antrages auf Zulassung der Rechtsbeschwerde keiner Darlegung dazu, welcher Sachvortrag infolge der Verwerfung des Einspruchs nicht berücksichtigt worden ist (a.A. OLG Düsseldorf Beschluss vom 4.4.2011 IV-3 RBs 52/11)

OWiG § 74 ABS 2, § 73 ABS 2

Aktenzeichen: 2SsRs192/11 Paragraphen: OWiG§74 OWiG§73 Datum: 2011-08-11
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PDF-DokumentOrdnungswidrigkeiten - Sonstiges

OLG Naumburg - AG Dessau-Roßlau
18.6.2010
1 Ss (B) 13/10

1. Dass der Vertreiber gemäß § 3 Abs. 12 S. 2 ElektroG bereits dann als Hersteller gilt, wenn er schuldhaft Elektrogeräte nicht registrierter Hersteller zum Verkauf anbietet, bedeutet nicht, dass er schon zur Zeit des bloßen Anbietens selbst registrierungspflichtig ist oder bereits das Anbieten dieser Elektrogeräte eine bußgeldbewehrte Ordnungswidrigkeit darstellt.

2. § 6 Abs. 2 Satz 1 ElektroG verlangt nur, dass die Registrierung dem Inverkehrbringen zeitlich - unter Umständen unmittelbar - vorangeht.

Aktenzeichen: 1Ss(B)13/10 Paragraphen: ElektroG§3 Datum: 2010-06-18
Link: pdf.php?db=strafrecht&nr=3767

PDF-DokumentOrdnungswidrigkeiten - Sonstiges

OLG Naumburg - AG Dessau-Roßlau
14.5.2010
1 Ss (B) 109/09

1. Unter die Kategorie "Haushaltsgroßgeräte" gem. § 2 Abs. 1 S. 1 Nr. 1 ElektroG fallen auch Elektro-Herde und sonstige Elektro-Großgeräte zum Kochen oder zur sonstigen Verarbeitung von Lebensmitteln unabhängig vom Ort ihrer Nutzung und unabhängig davon, ob sie privat oder gewerblich genutzt werden.

2. Ein Elektrogerät ist - noch - nicht in Verkehr gebracht, wenn der Hersteller für sein Produkt in Katalogen oder im Internet wirbt. Dies ist regelmäßig erst dann der Fall, wenn der Besitz an dem Gerät an einen Dritten übertragen oder ein Recht eines Dritten zum Besitz begründet wurde.

Aktenzeichen: 1Ss(B)109/09 Paragraphen: ElektroG§2 Datum: 2010-05-14
Link: pdf.php?db=strafrecht&nr=3768

PDF-DokumentOrdnungswidrigkeiten - Aufsichtpflichtsverletzung

OLG Köln - AG Leverkusen
29.1.2010
III - 1 RBs 24/10

§ 130 Abs. 1 OWiG lässt es hinsichtlich der Ursächlichkeit der Verletzung der Aufsichtspflicht für die begangene Zuwiderhandlung genügen, dass durch die gehörige Aufsicht die Zuwiderhandlung wesentlich erschwert worden wäre. Als wesentlich erschwert ist eine Zuwiderhandlung jedenfalls dann anzusehen, wenn der Betroffene durch die Vornahme von nach den Umständen zumutbaren und gebotenen Kontrollen vorangegangene einschlägige Zuwiderhandlungen mit hoher Wahrscheinlichkeit aufgedeckt hätte. In diesen Fällen kann davon ausgegangen werden, dass sich durch geeignete Weisungen oder andere Maßnahmen die Wahrscheinlichkeit eines gesetzmäßigen Verhaltens des zu Beaufsichtigenden erheblich erhöht hätte.

OWiG §§ 130, 9 Abs. 1
JuSchG § 28 Abs. 1 Nr. 10

Aktenzeichen: III-1RBs24/10 Paragraphen: OWiG§130 JuSchG§28 Datum: 2010-01-29
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PDF-DokumentOrdnungswidrigkeiten - Geldbuße/Bemessung Sonstiges

Bußgeldverordnung

Verordnung über die Erteilung einer Verwarnung, Regelsätze für Geldbußen und die Anordnung eines Fahrverbots wegen Ordnungswidrigkeiten im Straßenverkehr (Bußgeldkatalog-Verordnung - BKatV)

Vom 13. November 2001 (BGBl. I S. 3033), zuletzt geändert durch die Verordnung zur Änderung der Bußgeldkatalog Verordnung vom 05. Januar 2009 (BGBl. I S. 9)

Aktenzeichen: Bußgeldverordnung Paragraphen: Datum: 2009-08-16
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PDF-DokumentOrdnungswidrigkeiten - Hauptverhandlung Angeklagter

OLG Brandenburg - AG Brandenburg
13.05.2009
1 Ss (OWi) 68 Z/09

1. Die Entscheidung des Gerichts über einen Antrag auf Entbinden des Betroffenen von der Verpflichtung zum Erscheinen in der Hauptverhandlung nach § 73 Abs. 2 OWiG betrifft nur die nächste Hauptverhandlung und wird mit der Aussetzung oder Verlegung unwirksam, wirkt mithin nicht für weitere Hauptverhandlungstermine fort.

2. Zur Stellung eines Antrags auf Entbinden des Betroffenen von der Verpflichtung zum Erscheinen in der Hauptverhandlung durch einen Verteidiger oder sonstigen Vertreter bedarf es einer über die Verteidigungsvollmacht hinausgehenden besonderen Vertretungsvollmacht.

OWiG § 73 Abs 2

Aktenzeichen: 1Ss(OWi)68Z/09 Paragraphen: OWiG§73 Datum: 2009-05-13
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PDF-DokumentVerkehrsdelikte Ordnungswidrigkeiten - Sonstiges

Bußgeldkatalog-Verordnung - BKatV - 1.2.2009

Aktenzeichen: Paragraphen: Datum: 2009-03-04
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PDF-DokumentOrdnungswidrigkeiten Prozeßrecht - Beschleunigungsgebot

OLG Hamm
12.12.2008
3 Ss OWi 250/08

Bußgeldverfahren; rechtsstaatswidrige Verfahrensverzögerung;

Auch im Bußgeldverfahren gilt das Beschleunigungsgebot. Von einer rechtsstaatswidrigen Verfahrensverzögerung ist aber erst auszugehen, wenn eine Verfahrensverzögerung ein Vielfaches der normalen Verjährungsfrist überschreitet.

MRK Art. 6

Aktenzeichen: 3SsOWi250/08 Paragraphen: MRKArt.6 Datum: 2008-12-12
Link: pdf.php?db=strafrecht&nr=3408

PDF-DokumentOrdnungswidrigkeiten - Prozeßrecht

OLG Celle
29.10.2008
322 SsBs 172/08

Zu den Voraussetzungen für ein selbständiges Verfallverfahren im Ordnungswidrigkeitenverfahren.

OWiG § 29 a IV
OWiG § 87

Aktenzeichen: 322SsBs172/08 Paragraphen: OWiG§29a OWiG§97 Datum: 2008-10-29
Link: pdf.php?db=strafrecht&nr=3289

PDF-DokumentOrdnungswidrigkeiten Verkehrsdelikte - Urteil/Entscheidung Fahrverbot

OLG Celle
20.08.2008
322 SsBs 187/08

1. Zu den Anforderungen an die Rüge der Verletzung des § 74 Abs.2 OWiG.

2. Hat das Tatgericht einen Antrag auf Entbindung von der Pflicht zum Erscheinen in der Hauptverhandlung nicht beschieden, muss es sich mit dem Antrag in dem Verwerfungsurteil auseinandersetzen (Anschluss an OLG Stuttgart NStZRR 2003, 273).

3. Für die Entscheidung über die Verhängung eines Fahrverbotes bedarf es regelmäßig eines persönlichen Eindrucks vom Betroffenen nicht.

OWIG § 73 Abs. 2
OWIG § 74 Abs. 2

Aktenzeichen: 322SsBs187/08 Paragraphen: OWiG§73 OWiG§74 Datum: 2008-08-20
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PDF-DokumentOrdnungswidrigkeiten - Strafbemessung Sonstiges

OLG Celle
16.07.2008
311 SsBs 43/08

Eine geringfügige Ordnungswidrigkeit im Sinne des § 17 Abs. 3 Satz 2 OWiG mit der Folge, dass regelmäßig die persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse des Betroffenen vom Tatrichter nicht aufgeklärt werden müssen, ist dann anzunehmen, wenn die verhängte Geldbuße den Betrag von 250 EUR nicht übersteigt (Aufgabe der bisherigen Rechtsprechung).

OWiG § 17 Abs 3 Satz 2

Aktenzeichen: 311SsBs43/08 Paragraphen: OWiG§17 Datum: 2008-07-16
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PDF-DokumentOrdnungswidrigkeiten - Bußgeldbescheid Sonstiges

OLG Oldenburg - AG Westerstede
15.07.2008
Ss 6/08

Die Erteilung der Gemeinschaftslizenz nach der Verordnung (EWG) Nr. 881/92 setzt einen tatsächlich eingerichteten Gewerbebetrieb mit einem vom Inhaber tatsächlich beherrschten Fuhrpark und eigenem Fahrpersonal voraus, das - soweit der Unternehmer nicht der einzige Bedienstete ist - den Weisungen des Unternehmers tatsächlich und rechtlich untersteht. Zur Frage, wann Unternehmer, denen eine Ausfertigung der Gemeinschaftslizenz überlassen wird und die als "Vermieter" ihrer Fahrzeuge Beförderungen für den Inhaber der Gemeinschaftslizenz ausführen, als "Dritte" im Sinne von Art. 5 Abs. 4 der Verordnung (EWG) Nr. 881/92 anzusehen sind mit der Folge, dass sie unerlaubt gewerblichen Güterkraftverkehr betreiben.

(EWG) Nr 881/92
GüKG § 1 Abs 2
GüKG § 19 Abs 1 Nr 1 b

Aktenzeichen: Ss6/08 Paragraphen: GüKG§1 GüKG§19 Datum: 2008-07-15
Link: pdf.php?db=strafrecht&nr=3233

PDF-DokumentOrdnungswidrigkeiten - Einspruch

AG Kehl
07.05.2008
6 OWi 1/08

Zum Inhalt eines Einspruchs, der gegen einen noch nicht bekannten Bußgeldbescheid eingelegt wird. Keine Umdeutung eines "Einspruchs" gegen einen Verwarngeldbescheid in einen Einspruch gegen den Bußgeldbescheid

"Widerspricht" der Betroffene einem Verwarngeldbescheid der Verwaltungsbehörde, so kann dieser "Widerspruch" nicht in einen zulässigen Einspruch gegen den später ergangenen Bußgeldbescheid umgedeutet werden, selbst wenn dieser "Widerspruch" nach Erlass des Bußgeldbescheides bei der Verwaltungsbehörde eingeht und aus ihm hervorgeht, dass sich der Betroffene kategorisch gegen den Vorwurf wehrt. Ein derartiges Schreiben ist nur dann als Einspruch anzuerkennen, wenn - gegebenenfalls nach Auslegung unter Berücksichtigung der Verfahrensgeschichte - ein Bezug zum Bußgeldbescheid hergestellt werden kann. Daran fehlt es, wenn sich das Schreiben eindeutig und allein auf eine andere Äußerung oder Entscheidung der Verwaltungsbehörde (hier Verwarngeldbescheid) bezieht.

OWiG § 67
OWiG § 69 Abs 1

Aktenzeichen: 6OWi1/08 Paragraphen: OWiG§67 OWiG§69 Datum: 2008-05-07
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PDF-DokumentOrdnungswidrigkeiten - Urteil/Entscheidung

OLG Bamberg
05.05.2008
3 Ss OWi 300/2008

1. Auch im Bußgeldverfahren müssen die Gründe eines freisprechenden Urteils gemäß § 71 Abs. 1 OWiG i.V.m. § 267 Abs. 5 StPO ergeben, ob der Betroffene für nicht überführt (Freispruch aus tatsächlichen Gründen) oder ob und aus welchen Gründen die für erwiesen angesehene Tat nicht zu ahnden ist (Freispruch aus rechtlichen Gründen).

2. Bei einem Freispruch aus tatsächlichen Gründen müssen die Urteilsgründe in einer für das Rechtsbeschwerdegericht nachvollziehbaren Weise erkennen lassen, ob der den Entscheidungsgegenstand bildende Sachverhalt erschöpfend gewürdigt worden ist. Der Tatrichter hat deshalb neben der Betroffeneneinlassung regelmäßig darzulegen, welche Feststellungen getroffen wurden, auf welche für erwiesen erachteten Tatsachen er seine Überzeugung stützt und aus welchen Gründen die für einen Schuldspruch erforderlichen weiteren Feststellungen nicht getroffen werden konnten. Diesen Anforderungen genügt die alleinige Mitteilung des Ergebnisses einer Beweisaufnahme auch dann nicht, wenn das Gericht den Betroffenen anhand eines Lichtbildvergleichs als verantwortlichen Fahrzeugführer ausschließt.

StPO § 261
StPO § 267 Abs 5 S 1
OWiG § 71 Abs 1

Aktenzeichen: 3SsOWi300/2008 Paragraphen: StPO§261 StPO§267 OWiG§71 Datum: 2008-05-05
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PDF-DokumentOrdnungswidrigkeiten Prozeßrecht - Bußgeldbescheid Einspruch E-Mail

LG Heidelberg
18.01.2008
11 Qs 2/08 OWi

Nach derzeit geltendem Recht kann in Baden-Württemberg der Einspruch gegen einen Bußgeldbescheid nicht per e-Mail eingelegt werden.

OwiG § 67
OwiG § 70
StPO § 41a

Aktenzeichen: 11Qs2/08 Paragraphen: OWiG§67 OWiG§70 StPO§41a Datum: 2008-01-18
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PDF-DokumentOrdnungswidrigkeiten - Hauptverhandlung

OLG Saarbrücken - AG St. Ingbert
12.12.2007
Ss (B) 65/07
Ss (B) 68/07

1. Nach § 73 Abs. 2 OWiG ist der - grundsätzlich zum Erscheinen in der Hauptverhandlung verpflichtete - Betroffene von der Verpflichtung zum Erscheinen in der Hauptverhandlung zu entbinden, wenn er sich zur Sache geäußert oder erklärt hat, dass er sich in der Hauptverhandlung nicht zur Sache äußern werde, und seine Anwesenheit zur Aufklärung wesentlicher Gesichtspunkte des Sachverhalts nicht erforderlich ist.

2. Ob letzteres der Fall ist, beurteilt sich nach den Grundsätzen der gerichtlichen Aufklärungspflicht (§ 244 Abs. 2 StPO). Die Entscheidung über den Entbindungsantrag setzt eine sachgerechte, d.h. am Aufklärungsziel ausgerichtete, umfassende Würdigung aller im Ein-zelfall für und gegen die Entbindung des Betroffenen von der Pflicht zum Erscheinen sprechenden Umstände voraus, wobei einerseits die berechtigten Belange des Betroffenen und andererseits das Interesse an möglichst vollständiger Sachverhaltsaufklärung gegeneinander abzuwägen sind.

3. Als im Verhältnis zur Anwesenheit des Betroffenen mildere Möglichkeit der Sachaufklärung ist auch seine Vertretung in der Hauptverhandlung durch einen nach § 73 Abs. 3 OWiG bevollmächtigten Verteidiger in Betracht zu ziehen. Bei der nach § 73 Abs. 2 OWiG zu treffenden Entscheidung steht dem Richter - im Gegensatz zur früheren Rechtslage - kein Ermessen zu.

4. Die Anwesenheit des Betroffenen ist dann nicht erforderlich, wenn mit ihr eine Sachaufklärung nicht erreicht werden kann und ihr deshalb kein Aufklärungswert zukommt. Das ist u.a. dann der Fall, wenn die Anwesenheit ausschließlich die Vernehmung des Betroffenen in der Hauptverhandlung sicherstellen soll, dieser aber bereits unmissverständlich erklärt hat, sich nicht zur Sache äußern zu wollen und nichts dafür spricht, dass er seinen Entschluss in der Hauptverhandlung aufgeben könnte.

OWiG § 73 Abs 2
OWiG § 74 Abs 2

Aktenzeichen: Ss(B)65/07 Ss(B)68/07 Paragraphen: OWiG§73 OWiG§74 Datum: 2007-12-12
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PDF-DokumentOrdnungswidrigkeiten - Sonstiges

OLG Hamm
06.11.2007
3 Ss OWi 494/07

1. Kommunale Baumschutzsatzungen wirken sich auf das privatrechtliche Nachbarschaftsverhältnis aus und beschränken in zulässiger Weise nachbarrechtliche Ansprüche.

2. Wenn eine Vorschrift der Baumschutzsatzung jedermann verbietet, geschützte Bäume zu entfernen, zu zerstören, zu schädigen oder ihren Aufbau wesentlich zu verändern, so schränkt diese Vorschrift die aus § 910 BGB folgende Befugnis ein, von einem Nachbargrundstück über die Grundstücksgrenze herüberragende Zweige eines geschützten Bau-mes abzuschneiden.

3. Der räumliche Geltungsbereich der Baumschutzsatzung, der sich auf die innerhalb der im Zusammenhang bebauten Ortsteile und des Geltungsbereichs der Bebauungspläne erstreckt, ist hinreichend bestimmt umschrieben.

GG Art 14
BGBEG Art 111
BGB § 910
OWiG § 80

Aktenzeichen: 3SsOWi494/07 Paragraphen: GGArt.14 BGBEGArt.111 BGB§910 OWiG§80 Datum: 2007-11-06
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PDF-DokumentOrdnungswidrigkeiten - Bußgeldbescheid

OLG Bamberg - AG Garmisch-Partenkirchen
19.10.2007
3 Ss OWi 1344/07

1. Entspricht der Bußgeldbescheid den Anforderungen des § 66 Abs. 1 OWiG, steht der Wirksamkeit einer Einspruchsbeschränkung nach § 67 Abs. 2 OWiG auf den Rechtsfolgenausspruch nicht entgegen, dass der Bußgeldbescheid lediglich keine Angaben zur Schuldform enthält, sofern die Verfolgungsbehörde ihrer Tatahndung - gegebenenfalls unter Berücksichtigung der für eine tateinheitliche oder tatmehrheitliche Verwirklichung mehrerer Tatbestände zu beachtenden Zumessungskriterien - die gemäß § 1 Abs. 2 BKatV von fahrlässiger Begehung und gewöhnlichen Tatumständen ausgehenden Regelsätze der Bußgeldkatalog-Verordnung (BKatV) zugrunde gelegt hat. Eine Verurteilung wegen vorsätzlicher Tatbegehung kommt dann nicht mehr in Betracht (Anschluss an OLG Bamberg, NJW 2006, 627 ff. = DAR 2006, 399 f.).

2. Das rechtsstaatliche Übermaßverbot kann bei einem konkret drohenden Existenzverlust bei einem bislang verkehrsrechtlich nicht in Erscheinung getretenen Taxiunternehmer eine Fahrverbotsbeschränkung auf das Führen von Krafträdern und Kleinkrafträdern der Fahrerlaubnisklassen A, A 1, M und S im Sinne von § 6 Abs. 1 FeV rechtfertigen (§ 25 Abs. 1 Satz 1 a.E. StVG), wenn die an sich ein unbeschränktes (Regel-) Fahrverbot bedingende Geschwindigkeitsüberschreitung ihrerseits mit einem Kraftrad außerhalb der Berufsausübung begangen wurde (Anschluss an OLG Bamberg, VRR 2006, 432 ff. = VerkMitt 2007 Nr. 4).

3. Wie in den Fällen eines Absehens vom Fahrverbot oder seiner Abkürzung (OLG Bamberg, ZfSch 2006, 533 ff. = DAR 2006, 515 f. = VRS 111, 62 ff. = VRR 2006, 230 f. = SVR 2007, 65 f.) können sowohl außergewöhnliche Härten als auch eine Vielzahl minderer Erschwernisse bzw. entlastender Umstände genügen, um eine nach § 25 Abs. 1 Satz 1 StVG gesetzlich vorgesehene Fahrverbotsbeschränkung auf bestimmte Fahrzeugarten zu rechtfertigen.

OWiG §§ 19, 20, 66 Abs 1, 67 Abs 2, 79 Abs 6

Aktenzeichen: 3SsOWi1344/07 Paragraphen: OWiG§66 OWiG§19 OWiG§20 OWiG§67 OWiG§79 Datum: 2007-10-19
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PDF-DokumentOrdnungswidrigkeiten - Verjährung

OLG Hamm - AG Herne
2.8.2007
2 Ss OWi 372/07

Verjährung; Unterbrechung; vorläufige Einstellung; Irrtum der Behörde; Abwesenheit des Betroffenen;

Die Frage, ob es für die Verjährungsunterbrechung nach § 33 Abs. 1 Satz 1 Nr. 5 OWiG aufgrund vorläufiger Einstellung des Verfahrens wegen Abwesenheit des Betroffenen darauf ankommt, ob ein Irrtum der Verfolgungsbehörde über die tatsächliche Abwesenheit des Betroffenen unverschuldet sein muss oder nicht, kann offen bleiben, wenn der Irrtum der Bußgeldbehörde über den Aufenthaltsort des Betroffene auf falschen Angaben einer anderen Behörde beruhen.

OWiG § 33

Aktenzeichen: 2SsOWi372/07 Paragraphen: OWiG§33 Datum: 2007-08-02
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PDF-DokumentOrdnungswidrigkeiten - Erzwingungshaft

AG Pinneberg
11.07.2007
31 OWi 147/07 E

Die Anordnung der Erzwingungshaft zur Beitreibung einer Geldbuße ist unzulässig, wenn über das Vermögen des Betroffenen das Insolvenzverfahren eröffnet worden ist. In diesem Fall ist der Betroffene als zahlungsunfähig im Sinne von § 96 Abs. 1 Nr. 4 OWiG anzusehen.

OWiG § 96 Abs 1 Nr 4

Aktenzeichen: 31OWi147/07 Paragraphen: OWiG§96 Datum: 2007-07-11
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PDF-DokumentOrdnungswidrigkeiten - Urteil/Entscheidung

OLG Köln
8.6.2007
83 Ss OWi 40/07
Anforderungen an Urteilsbegründung im OWi-Verfahren

Wegen der Verweisung in § 71 Abs. 1 OWiG hat sich der Urteilsinhalt auch im Ordnungswidrigkeitenverfahren grundsätzlich an den Vorgaben des § 267 Abs. 1 StPO auszurichten. Diese Vorschrift gebietet, dass die Entscheidungsgründe eine zusammenhängende, zeitlich und gedanklich geordnete Darstellung des Sachverhalts zur äußeren und inneren Tatseite enthalten, von dem der Tatrichter bei der rechtlichen Würdigung ausgeht. Gemessen an diesen Maßstäben genügt die Handhabung, an Stelle jeglicher eigener Feststellungen zum Tatgeschehen eine fotomechanische Abbildung des Bußgeldbescheides („Gegen den Betroffenen erging folgender Bescheid...“) in die Urteilsurkunde einzufügen, nicht den Anforderungen an die Urteilsbegründung.

OWiG § 71 Abs. 1
StPO § 267 Abs. 1

Aktenzeichen: 83SsOWi40/07 Paragraphen: OWiG§71 StPO§267 Datum: 2007-06-08
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PDF-DokumentOrdnungswidrigkeiten - Hauptverhandlung Sonstiges

OLG Saarbrücken - AG Merzig
25.05.2007
Ss (B) 22/2007

1. Die Rüge der Verletzung des Öffentlichkeitsgrundsatzes ist im Falle eines unmittelbar an die Verhandlung im Sitzungssaal anschließenden auswärtigen Ortstermins zulässig erhoben mit der Behauptung, vor Verlassen des Sitzungssaales sei von dem Vorsitzenden lediglich der Beschluss betreffend die Inaugenscheinnahme der nicht näher bezeichneten Örtlichkeit verkündet worden.

2. Der Öffentlichkeitsgrundsatz gilt auch im Bußgeldverfahren. Der ihm obliegenden Sorgfaltspflicht bezüglich der Wahrung der Öffentlichkeit genügt der Vorsitzende bei auswärtiger Fortsetzung der Hauptverhandlung nur, wenn er sich selbst davon überzeugt, ob die Vorschriften über die Öffentlichkeit beachtet sind.

StPO §§ 338 Nr 6, 344 Abs 2
OwiG § 71 Abs 1
OwiG § 79 Abs 3 S 1

Aktenzeichen: Ss(B)22/2007 Paragraphen: StPO§338 StPO§344 OWiG§71 OWiG§79 Datum: 2007-05-25
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PDF-DokumentOrdnungswidrigkeiten - Verjährung

OLG Hamm - AG Hamm
9.3.2007
1 Ss OWi 148/07

Zustellung; Zustellungsvollmacht; Verteidiger; Unterbrechung der Verjährung;

Zur Unterbrechung der Verjährung durch Zustellung des Bußgeldbescheides an den Verteidiger.

OWiG § 33
OWiG § 51

Aktenzeichen: 1SsOWi148/07 Paragraphen: OWiG§33 OWiG§51 Datum: 2007-03-09
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PDF-DokumentOrdnungswidrigkeiten - Bußgeldbescheid Zustellung

OLG Dresden - AG Leipzig
15.1.2007
Ss (OWi) 731/06

Zustellung eines Bußgeldbescheides an einen Bevollmächtigten.

Die Bevollmächtigung bedarf keiner bestimmten Form. Es kann deshalb auch aus den äußeren Umständen auf ein Verteidigerverhältnis geschlossen werden. (Leitsatz der Redaktion)

Aktenzeichen: Ss(OWi)731/06 Paragraphen: Datum: 2007-01-15
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PDF-DokumentOrdnungswidrigkeiten - Geldbuße/Bemessung

OLG Hamm
14.12.2006
IV-5 Ss (OWi) 205/06

Angemessene Geldbuße bei Verstoß gegen die Anleinpflicht

Aktenzeichen: IV-5Ss(OWi)205/06 Paragraphen: Datum: 2006-12-14
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PDF-DokumentOrdnungswidrigkeiten - Verjährung

OLG Hamm - AG Schwelm
9.11.2006
2 Ss OWi 688/06

Verjährungsunterbrechung; Anordnung der Vernehmung; bestimmte Person, Form der Bekanntgabe

Die Unterbrechung der Verjährung nach § 33 Abs. 1 Nr. 1 OWiG wird durch die Anordnung der Vernehmung oder der Bekanntgabe der Verfahrenseinleitung ausgelöst, vorausgesetzt, die Ermittlungen richten sich gegen eine bestimmte und namentlich bekannte Person.

OWiG § 33

Aktenzeichen: 2SsOWi688/06 Paragraphen: OWiG§33 Datum: 2006-11-09
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PDF-DokumentOrdnungswidrigkeiten - Prozeßrecht Bußgeldbescheid

OLG Frankfurt - AG Bad Hersfeld
19.9.2006
2 Ss (OWi) 289/06

rechtliches Gehör; Einspruch; Bußgeldbescheid

1. Der Zulassungsgrund Versagung des rechtlichen Gehörs (§ 80 Abs. 1 Nr. 2 und Abs. 2 OWiG) ist nicht gegeben, wenn der Tatrichter den Einspruch gegen einen Bußgeldbescheid gemäß § 74 Abs. 2 OWiG aus Gründen verwirft, bei denen es auf das Vorbringen des Betroffenen zu dem Entbindungsantrag nach § 73 Abs. 2 OWiG nicht ankommt.

2. Eine Versagung des rechtlichen Gehörs liegt dann auch nicht darin, dass infolge der Verwerfung die Einlassung des Betroffenen zur Sache unberücksichtigt bleibt (entgegen Brandenburgisches OLG ZfSch 2004, 235).

OWiG § 80 I Nr. 2
OWiG § 80 II
OWiG § 80 IV 4

Aktenzeichen: 2Ss(OWi)289/06 Paragraphen: OWiG§80 Datum: 2006-09-19
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PDF-DokumentOrdnungswidrigkeiten Verkehrsdelikte - Beweisantrag Prozeßrecht Geschwindigkeitsüberschreitung Geschwindigkeitsmessung

OLG Hamm - AG Recklinghausen
29.8.2006
2 Ss OWi 358/06

Beweisantrag; Ablehnung; OWi-Verfahren; Ermessen; Begründung; Lasermessung; Geschwindigkeitsüberschreitung; Feststellungen; Dunkelheit;

1. Der Tatrichter entscheidet im OWi-Verfahren gemäß § 77 Abs. 2 Nr. 1 OWiG nach pflichtgemäßem Ermessen darüber, ob die beantragte Beweiserhebung erforderlich ist. Ihm steht insoweit ein gewisser Beurteilungsspielraum zu.

2. Bei einer während Dunkelheit durchgeführten Geschwindigkeitsmessung mit einem Lasermessgerät bedarf es einer vom Rechtsbeschwerdegericht nachvollziehbaren Darlegung des Tatrichters, warum trotz widriger Verhältnisse vernünftige Zweifel an der Zuordnung des Fahrzeugs nicht bestehen.

OWiG 77
StPO 267

Aktenzeichen: 2SsOWi358/06 Paragraphen: OWiG§77 StPO§267 Datum: 2006-08-29
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PDF-DokumentOrdnungswidrigkeiten - Prozeßrecht Hauptverhandlung

Kammergericht
15.6.2006
2 Ss 56/06

Aus der dem Gericht obliegenden Fürsorgepflicht ergibt sich, dass vor der Verwerfung eines Einspruchs mit einer gewissen Verzögerung des Betroffenen zu rechnen und eine Wartezeit von etwa 15 Minuten bis zu einer Verwerfungsentscheidung einzuhalten ist. Wenn der Betroffene innerhalb dieser Wartezeit mitteilt, dass er sich verspäten werde, ist ein weiterer Zeitraum zuzuwarten. Dies gilt unabhängig davon, ob den Betroffenen an der Verspätung eine Schuld trifft oder nicht, soweit ihm nicht grobe Nachlässigkeit oder gar Mutwilligkeit zur Last fällt.

OWiG § 74 Abs. 2

Aktenzeichen: 2Ss56/06 Paragraphen: OWiG§74 Datum: 2006-06-15
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PDF-DokumentOrdnungswidrigkeiten Sonstiges - Sonstiges

OLG Zweibrücken
30.05.2006
1 Ss 52/06

Spendengelder zur Verteidigung von Slobodan Milosevic

Gemäß Artikel 1 Absatz 1 der Verordnung (EG) Nr. 2488/2000 des Rates über die Aufrechterhaltung des Einfrierens von Geldern betreffend Milosevic und seines Umfeldes und die Aufhebung der Verordnungen (EG) Nr. 1294/1999 und (EG) Nr. 607/2000 sowie des Artikels 2 der Verordnung (EG) Nr. 926/98 werden „alle Gelder außerhalb des Staatsgebietes der Bundesrepublik Jugoslawien, die Herrn Milosevic und in Anhang I genannten natürlichen Personen gehören, eingefroren“.

Absatz 2 dieses Artikels lautet: „Es werden keine Gelder mehr bereitgestellt, die einer der in Absatz 1 genannten Personen direkt oder indirekt zugute kommen“. (Leitsatz der Redaktion)

Aktenzeichen: 1Ss52/06 Paragraphen: Datum: 2006-05-30
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