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PDF-DokumentBankrecht - Bankenaufsicht Sonstiges

BVerwG - Hessischer VGH - VG Frankfurt
30.1.2020
10 C 18.19

Akteneinsicht; BaFin; Berufsgeheimnis; Finanzaufsicht; Geschäftsgeheimnis; Informationszugang; Journalist; Presse; Verschwiegenheitspflicht; aufsichtsrechtliches Geheimnis; verfassungsunmittelbarer presserechtlicher Auskunftsanspruch;

Zugang zu Unterlagen der BaFin
Das von § 9 Abs. 1 KWG geschützte Berufsgeheimnis der Finanzaufsichtsbehörden steht auch einem verfassungsunmittelbaren presserechtlichen Auskunftsanspruch entgegen.

GG Art. 5 Abs. 1 Satz 2
IFG § 3 Nr. 4, § 6 Satz 2
KWG § 9 Abs. 1
GeschGehG § 1 Abs. 2, § 2 Nr. 1
EUGRCh Art. 11, 51 Abs. 1, Art. 52 Abs. 3
EMRK Art. 10
IPBPR Art. 19

Aktenzeichen: 10C18.19 Paragraphen: Datum: 2020-01-30
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PDF-DokumentBankrecht - Akteneinsicht Bankenaufsicht

BVerwG - Hessisches OVG - VG Frankfurt
10.4.2019
7 C 22.18

5-Jahres-Frist; BaFin; Berufsgeheimnis; Betriebs- und Geschäftsgeheimnis; Beurteilungsspielraum; Beweislast; Beweisnotstand; Effektivitätsgrundsatz; Ermessen; Finanzaufsicht; Gefahr einer Beeinträchtigung; Geheimhaltung; Informationszugang; Insolvenz; Nachweiserleichterung; Nichtigkeitsklage; Schutzwürdigkeit; Sperrerklärung; Verfahrensautonomie; Vermutungsregel; Verschwiegenheitspflicht; Wettbewerbsrelevanz; Zeitablauf; aufsichtsrechtliches Geheimnis; in-camera-Verfahren; maßgeblicher Zeitpunkt; richtlinienkonforme Auslegung; unverhältnismäßiger Verwaltungsaufwand; Äquivalenzgrundsatz; Überwachungsmethode; Überwachungsstrategie;

Zugang zu Unterlagen der BaFin

1. § 9 Abs. 1 KWG schützt auch das aufsichtsrechtliche Geheimnis der Finanzaufsichtsbehörden.

2. Das aufsichtsrechtliche Geheimnis steht nach § 3 Nr. 4 IFG einem Informationszugang bereits dann entgegen, wenn durch allgemeine Überlegungen aufgezeigt wird, dass die reale Möglichkeit einer Beeinträchtigung der Funktionsfähigkeit der Finanzaufsicht gegeben ist.

3. Die der BaFin übermittelten Geschäftsgeheimnisse der beaufsichtigten Unternehmen sind nach Ablauf von fünf Jahren typischerweise nicht mehr aktuell und unterliegen nicht mehr dem Berufsgeheimnis. Ob dieser Zeitraum verstrichen ist, bestimmt sich im Falle der Ablehnung eines Informationszugangsantrags im nachfolgenden gerichtlichen Verfahren, wie in der Regel bei Verpflichtungsklagen, nach dem Zeitpunkt der letzten mündlichen Verhandlung vor dem Tatsachengericht.

IFG § 1 Abs. 1 und 3, § 2 Nr. 1, § 3 Nr. 1 Buchst. d, Nr. 2 und 4, § 7 Abs. 2
KWG § 9 Abs. 1
WpHG a.F. § 8 Abs. 1
WpHG n. F. § 21 Abs. 1
VwGO § 99
RL 2004/39/EG Art. 54 Abs. 1
VO(EG) 1049/2001 Art. 4 Abs. 1
AEUV Art. 263, 267 Abs. 3

Aktenzeichen: 7C22.18 Paragraphen: Datum: 2019-04-10
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PDF-DokumentBankrecht - Bankenaufsicht

BGH - OLG Schleswig - LG Itzehoe
16.2.2016
VI ZR 441/14

Vernehmung von durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht beauftragte Wirtschaftsprüfer: Pflicht zur Amtsverschwiegenheit; Zeugnisverweigerungsrecht

1. Die sich aus § 8 Abs. 1 Satz 1 WpHG und § 9 Abs. 1 KWG ergebende Verschwiegenheitspflicht stellt, soweit sie nach § 4 Abs. 3 FinDAG von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht beauftragte Wirtschaftsprüfer betrifft, keine unter § 376 Abs. 1 ZPO fallende Pflicht zur Amtsverschwiegenheit dar.

2. Die Verschwiegenheitspflicht nach § 8 Abs. 1 Satz 1 WpHG, § 9 Abs. 1 KWG kann aber ein Zeugnisverweigerungsrecht nach § 383 Abs. 1 Nr. 6 ZPO begründen.

ZPO § 376 Abs 1, § 383 Abs 1 Nr 6
KredWG § 9 Abs 1
WpHG § 8 Abs 1 S 1
FinDAG § 4 Abs 3

Aktenzeichen: VIZR441/14 Paragraphen: Datum: 2016-02-16
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PDF-DokumentBankrecht - Bankenaufsicht

BVerwG - Hessischer VGH - VG Frankfurt
4.11.2015
7 C 4.14

Finanzaufsicht; BaFin; Berufsgeheimnis; Verschwiegenheitspflicht; Geheimhaltung; Betriebs- und Geschäftsgeheimnis; Wettbewerbsrelevanz; Insolvenz; aufsichtsrechtliches Geheimnis; richtlinienkonforme Auslegung.

Vorabentscheidungsersuchen zur Reichweite des Berufsgeheimnisses der Finanzaufsichtsbehörde Vorabentscheidungsersuchen an den Gerichtshof der Europäischen Union zur Klärung von Fragen der Reichweite des Berufsgeheimnisses (Verschwiegenheitspflicht) der Finanzaufsichtsbehörde.

IFG § 3 Nr. 4
KWG § 9 Abs. 1
RL 2004/39/EG Art. 54

Aktenzeichen: 7C4.14 Paragraphen: Datum: 2015-11-04
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PDF-DokumentBankrecht - Bankenaufsicht

VGH Hessen - VG Frankfurt
6.5.2015
6 A 207/15

Auskunftsanspruch der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht

1. Für die Untersuchung, ob Finanzdienstleistungsgeschäfte unerlaubt getätigt werden, ist es angesichts des Zwecks des § 44c Abs. 1 KWG, unerlaubte Bankgeschäfte oder Finanzdienstleistungen zu verhindern bzw. im Vorfeld aufzuklären, der Aufsichtsbehörde möglich, schon bei niedrigschwelligen Erkenntnissen die Aufklärung des Sachverhaltes und der näheren Umstände durch Auskunftsverlangen an den Betroffenen zu betreiben.

2. Nach § 17 FinDAG kann die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ein gegenüber der allgemeinen Regelung in § 6 VwVG deutlich auf bis zu 250.000 Euro heraufgesetztes Zwangsgeld androhen, muss bei der Androhung die Höhe aber nach pflichtgemäßem Ermessen und gegebenenfalls unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des Betroffenen bestimmen.

KredWG § 44c Abs 1 S 1
VwVG § 6 Abs 1, § 9 Abs 1
FinDAG § 17

Aktenzeichen: 6A207/15 Paragraphen: KredWG§44c Datum: 2015-05-06
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PDF-DokumentBankrecht - Bankenaufsicht

OVG Berlin-Brandenburg - VG Berlin
9.3.2015
12 N 44.13

Zulassungsbegehren; EdB; Informationszugang; Gehälter der EdB-Geschäftsführer; Prüfungsvorgänge der BaFin gegenüber einer Bank; personenbezogene Daten; keine Einwilligung der Betroffenen; Verfügungsberechtigung der verpflichteten Stelle; Zuständigkeit; identischer Antrag bei BaFin; keine Gewährung des Informationszugangs durch EdB

Zur (fehlenden) Verfügungsberechtigung einer Entschädigungseinrichtung nach dem Einlagensicherungs- und Anlegerentschädigungsgesetz über Informationen betreffend Prüfvorgänge der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht nach dem Kreditwesengesetz bei einem Kreditinstitut gemäß § 7 Abs. 1 Satz 1 IFG

IFG § 5 Abs 1 S 1, § 7 Abs 1 S 1

Aktenzeichen: 12N44.13 Paragraphen: IFG§5 IFG§7 Datum: 2015-03-09
Link: pdf.php?db=bankrecht&nr=34910

PDF-DokumentBankrecht - Bankenaufsicht

BGH - OLG Frankfurt - LG Frankfurt
12.3.2013
XI ZR 227/12

1. Ein von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht erlassenes vorübergehendes Zahlungsverbot nach § 46a Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 KWG in der bis zum 31. Dezember 2010 geltenden Fassung, das seit dem 1. Januar 2011 mit lediglich modifizierten Eingriffsvoraussetzungen in § 46 Abs. 1 Satz 2 Nr. 4 KWG geregelt ist, entfaltet keine Stundungswirkung.

2. Die Anordnung des Zahlungsverbots führt nur zu einem vorübergehenden Leistungshindernis für die Erfüllung der Zahlungsansprüche der Gläubiger analog § 275 Abs. 1 BGB. Das erlaubt die Geltendmachung von Verzugszinsansprüchen für die Dauer des Zahlungsverbots.

KredWG § 46 Abs 1 S 2 Nr 4, § 46a Abs 1 S 1 Nr 1
BGB § 271, § 275 Abs 1, § 280

Aktenzeichen: XIZR227/12 Paragraphen: KredWG§46 KredWG§46a BGB§271 BGB§275 BGB§280 Datum: 2013-03-12
Link: pdf.php?db=bankrecht&nr=32616

PDF-DokumentBankrecht - Bankenaufsicht

BVerwG - Hessischer VGH - VG Frankfurt
13.12.2011
8 C 24.10

Dauerverwaltungsakt; Auskunftspflicht; Vorlagepflicht; Geschäftsunterlagen; Geschäfte; unerlaubt; Rechtsanwalt; Unternehmen; Beschränkung; Ausschluss; Vorrang; Verschwiegenheit; Verschwiegenheitspflicht; anwaltliche Tätigkeit; Regelung; spezifische; Ermessen; geeignet; erforderlich; verhältnismäßig

1. Das Recht und die Verpflichtung zur anwaltlichen Verschwiegenheit werden durch die Pflicht aus § 44c Abs. 1 KWG zur Auskunftserteilung an die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht eingeschränkt.

2. Ein Auskunftsverlangen der Bundesanstalt gegenüber einem Rechtsanwalt ist mit Art. 12 Abs. 1 GG unvereinbar und deshalb ermessensfehlerhaft, wenn ein Vorgehen gegen dessen Mandanten möglich und erfolgversprechend ist.

KWG § 44c Abs. 1 Satz 1
BRAO § 43a Abs. 2
BORA § 2
GG Art. 12 Abs. 1

Aktenzeichen: 8C24.10 Paragraphen: KWG§44c Datum: 2011-12-13
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PDF-DokumentBankrecht - Bankenaufsicht

BVerwG - Hessischer VGH - VG Frankfurt
23.11.2011
8 C 18.10

Abwicklungsanordnung; Anlegerschutz; Bankgeschäft; Einlagengeschäft; Erlaubnispflicht; Ermessen; Ermessensausübung; Gesetzeszweck; Integrität des Finanzmarktes; Regelungszweck; Rückzahlung; Schutzzweck; Vertragsaufhebung; Verzicht

Bei der Abwicklungsanordnung nach § 37 Abs. 1 Satz 1 i.V.m. § 32 Abs. 1 Satz 1, § 1 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 KWG handelt es sich um eine öffentlich-rechtliche Maßnahme, die unabhängig von zivilrechtlichen Bestimmungen im Vertragsverhältnis zwischen dem der Aufsicht unterworfenen Unternehmen und dessen Kunden (Anlegern) ergehen kann (Bestätigung von BVerwG 8 C 37.09 - Urteil vom 15. Dezember 2010).

FinDAG § 4 Abs. 4
KWG § 1 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1, § 32 Abs. 1 Satz 1, § 37 Abs. 1
VwVfG § 40

Aktenzeichen: 8C18.10 Paragraphen: KWG§1 KWG§32 KWG§37 FinDAG§4 Datum: 2011-11-23
Link: pdf.php?db=bankrecht&nr=29997

PDF-DokumentBankrecht - Bankenaufsicht

BVerwG - VG Frankfurt
23.11.2011
8 C 20.10

Kosten; Kostenposition; umlagefähig; Abgabe; Sonderabgabe; Aufgabe; Aufgabenwahrnehmung; Verursachung; Verursacherprinzip; Amtshaftung; Amtshaftungskosten; Gemeinkosten; Amtshaftungsansprüche; Zurechnungszusammenhang; Aufsicht; Aufsichtsbereich; Einnahmen; Anstalt; Anstaltslast; Ausgründung; Auslagerung; Selbstfinanzierung; Belastungsgleichheit; Sachzweck; homogene Gruppe; spezifische Sachnähe; gruppennützige Verwendung; Fehlverhalten; Verantwortung; Verschulden; Finanzierungsverantwortung; Finanzverfassung; Staatshaftung; Rechtfertigung; Höhe; Begrenzungsfunktion; Finanzverfassung; Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht

1. Finanzielle Aufwendungen der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht zur Regulierung von Amtshaftungsansprüchen stellen umlagefähige Kosten im Sinne von § 13 Abs. 1 Satz 1 FinDAG, § 5 Satz 1 FinDAGKostV dar, die von den beaufsichtigten Unternehmen und Instituten zu tragen sind.

2. Die Umlage zur Finanzierung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist auch hinsichtlich der Ausgaben für Ansprüche aus Amtspflichtverletzungen mit den Zulässigkeitsanforderungen an Sonderabgaben mit Finanzierungsfunktion vereinbar, die sich aus der Begrenzungs- und Schutzfunktion der Finanzverfassung ergeben.

GG Art. 2 Abs. 1, Art. 3 Abs. 1, Art. 12 Abs. 1, Art. 20 Abs. 3, Art. 34 Satz 1, Art. 72, 74 Nr. 11, Art. 105, 106, 110
FinDAG §§ 13, 14, 15, 16, 21
FinDAGKostV §§ 5, 6, 10, 11

Aktenzeichen: 8C20.10 Paragraphen: Datum: 2011-11-23
Link: pdf.php?db=bankrecht&nr=29998

PDF-DokumentBankrecht - Wertpapierrecht Bankenaufsicht

Hessischer VGH - VG Frankfurt
13.9.2011
6 A 226/11

Abwicklung von unerlaubten Einlagengeschäften

Bei der Abwicklungsanordnung nach § 37 Abs. 1 Satz 1 i. V. m. § 32 Abs. 1 Satz 1 und § 1 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 KWG handelt es sich um eine öffentlich-rechtliche Maßnahme, die unabhängig von zivilrechtlichen Bestimmungen im Vertragsverhältnis zwischen dem der Aufsicht unterworfenen Unternehmen und dessen Kunden ergehen kann (Aufgabe der Rechtsprechung des Senats im Urteil vom 20. Mai 2009 - 6 A 1040/08 - [WM 2009, 1889] im Anschluss an BVerwG, Urteil vom 15. Dezember 2010 - BVerwG 8 C 37.09 - [BKR 2011, 208]).

KWG § 1 Abs 1 S 2 Nr 1, § 32 Abs 1 S 1, § 37 Abs 1 S 1, § 44 Abs 1 S 1

Aktenzeichen: 6A226/11 Paragraphen: KWG§1 KWG§32 KWG§37 KWG§44 Datum: 2011-09-13
Link: pdf.php?db=bankrecht&nr=29480

PDF-DokumentBankrecht - Wertpapierrecht Bankenaufsicht

BVerwG - VG Frankfurt
24.5.2011
7 C 6.10

Informationszugang; Wertpapieraufsicht; BaFin; Geheimhaltungspflicht; Dienstverschwiegenheit; Geschäftsgeheimnis; Stimmrechtsmeldung; Veröffentlichungspflicht; Drittstaatemittent; Herkunftsstaat; Inlandsemittent

1. § 3 Nr. 1 Buchst. d IFG gibt der BaFin nicht das Recht, im Aufgabenfeld der Wertpapieraufsicht den Informationszugang generell zu verweigern.

2. § 8 Abs. 1 Satz 1 WpHG ist eine dem Geheimnisschutz dienende Vorschrift im Sinne von § 3 Nr. 4 IFG.

3. Die Bestimmung des Herkunftsstaats nach § 31 Abs. 1 Satz 1 WpPG richtet sich allein nach den objektiven Umständen, wenn eine Auswahlmöglichkeit nicht besteht.

IFG § 3 Nr. 1 Buchst. d, Nr. 4
WpHG § 2 Abs. 6 und 7, § 8 Abs. 1 Satz 1, § 21 Abs. 1, § 26 Abs. 1
WpPG § 2 Nr. 13 Buchst. c, §§ 10, 31 Abs. 1 Satz 1

Aktenzeichen: 7C6.10 Paragraphen: IFG§3 WpHG§2 WpHG§8 WpHG§21 WpHG§26 Datum: 2011-05-24
Link: pdf.php?db=bankrecht&nr=29219

PDF-DokumentBankrecht - Bankenaufsicht

BVerwG - OVG NRW - VG Köln
24.1.2011
8 C 36.09

Abschlussvermittlung; Anlagevermittlung; Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht; Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen; Dienstleistung; entgeltlich; Finanzdienstleistung; Finanzdienstleistungsinstitut, Geschäftsumfang; gewerbsmäßig; Kostenumlage; Mindestanfangskapital; Rückbewirkung von Rechtsfolgen; Rückwirkung; echte Rückwirkung; unechte Rückwirkung; Rechtssicherheit; Umfang; Vertrauensschutz; vollkaufmännisch

1. § 9 UmlVKF, der durch § 51 Abs. 1 Satz 3 KWG F. 2004 rückwirkend für die Zeit vom 12. März 1999 bis zum 30. Dezember 2000 Gesetzesrang erhalten hat, ist eine hinreichende Ermächtigungsgrundlage für die Erhebung der Kostenumlage für das Jahr 1998 (wie Urteil vom 15. September 2010 - BVerwG 8 C 34.09 -).

2. Werden Finanzdienstleistungen entgeltlich erbracht, ist eine Gewinnerzielungsabsicht regelmäßig zu bejahen. Die Entgeltlichkeit kann sich auch daraus ergeben, dass die Finanzdienstleistung Bestandteil eines entgeltlich angebotenen Bündels von Leistungen ist.

GG Art. 20 Abs. 3
KWG § 1 Abs. 1 und 1a Satz 2 Nr. 1 und 2, § 32 Abs. 1, § 33 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. a bis c, § 51 Abs. 1, § 64e Abs. 2
UmlVKF § 4 Abs. 2, § 9 Abs. 2

Aktenzeichen: 8C36.09 Paragraphen: GGArt.20 KWG§1 KWG§32 KWG§33 Datum: 2011-01-24
Link: pdf.php?db=bankrecht&nr=28550

PDF-DokumentBankrecht - Bankenaufsicht

BVerwG - Hessischer VGH - VG Frankfurt
15.12.2010
8 C 37.09

Abwicklungsanordnung; Anlegerinteressen; Anlegerpublikum; Anlegerschutz; Bankgeschäft; Darlehen; Darlehensvertrag; Einlagengeschäft; Erlaubnispflicht; Ermessen; Ermessensausübung; Fälligkeitsabrede; gewerbsmäßig; Gewinnerzielungsabsicht; Nichtigkeit; Regelungszweck; Rückzahlung

1. Der von § 37 Abs. 1 Satz 1 KWG (auch) bezweckte Anlegerschutz ist nicht darauf ausgerichtet, das konkrete subjektive Interesse des einzelnen Anlegers zu sichern. Er erfolgt vielmehr ausschließlich im öffentlichen Interesse und ist auf einen objektivierten Schutz des Anlegerpublikums angelegt.

2. Bei der Abwicklungsanordnung nach § 37 Abs. 1 Satz 1 i.V.m. § 32 Abs. 1 Satz 1, § 1 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 KWG handelt es sich um eine öffentlich-rechtliche Maßnahme, die unabhängig von zivilrechtlichen Bestimmungen im Vertragsverhältnis zwischen dem der Aufsicht unterworfenen Unternehmen und dessen Kunden (Anlegern) ergehen kann.

FinDAG § 4 Abs. 4
KWG § 1 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1, § 32 Abs. 1 Satz 1, § 37 Abs. 1 Satz 1, § 44 Abs. 1 Satz 1 VwVfG § 40 BGB § 134

Aktenzeichen: 8C37.09 Paragraphen: FinDAG§4 KWG§1 KWG§32 Datum: 2010-12-15
Link: pdf.php?db=bankrecht&nr=28551

PDF-DokumentBankrecht - Bankenaufsicht

VG Frankfurt
24.6.2010
1 N 1143/10.F

Ersatzzwangshaft bei Uneinbringlichkeit eines Zwangsgeldes zur Durchsetzung von Auskunfts- und Vorlagepflichten

Die Anordnung der Ersatzzwangshaft von sieben Tagen bei Uneinbringlichkeit eines Zwangsgeldes wegen Zahlungsunfähigkeit zur Durchsetzung finanzdienstleistungsaufsichtlicher Auskunfts- und Vorlagepflichten ist angemessen.

VwVG § 16

Aktenzeichen: 1N1143/10 Paragraphen: VwGO§16 Datum: 2010-06-24
Link: pdf.php?db=bankrecht&nr=27722

PDF-DokumentBankrecht - Bankenaufsicht

Hessischer VGH - VG Frankfurt
28.4.2010
6 B 395/10

Rechtswegbestimmung im Bilanzkontrollverfahren

Die Zuweisung des Rechtsschutzes im Bereich der Bilanzkontrollaufgaben der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Enforcementaufgaben) auf die ordentliche Gerichtsbarkeit in § 37u Abs. 2 WpHG i. V. m. § 48 Abs. 4 WpÜG beinhaltet auch die Kontrolle der Rechtmäßigkeit der Verwaltungsakte im Bereich der Zwangsvollstreckung, hier der Androhung eines Zwangsgeldes.

WpHG § 37u
GVG § 17a
WpÜG § 48 Abs 4

Aktenzeichen: 6B395/10 Paragraphen: WpHG§37U GVG§17a WpÜG§48 Datum: 2010-04-28
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PDF-DokumentBankrecht - Bankenaufsicht

VG Frankfurt
11.3.2010
1 L 271/10.F

Nichtigkeit unerlaubter Verträge über Einlagengeschäfte

1. Die Kammer hält an ihrer Auffassung fest, dass Verträge über Einlagengeschäfte im Sinne des § 1 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 KWG, für die keine Erlaubnis nach § 32 KWG erteilt worden ist, nach § 134 BGB für beide Vertragsparteien nichtig sind (entgegen HessVGH, U. v. 20.05.2009 ? 6 A 1040/08).

2. Jedenfalls stellt der Umstand, dass das Betreiben unerlaubter Einlagengeschäfte einen Straftatbestand erfüllt (§ 54 KWG) und das Einlagengeschäft solange betrieben wird bis es durch vollständige Rückzahlung der Einlage abgewickelt ist, einen wichtigen Grund dar, aus dem der Vertrag vom Betreiber nach § 314 BGB gekündigt werden kann. Deshalb ist es ihm auch dann nicht unmöglich, einer Verfügung der BaFin zur sofortigen Abwicklung unerlaubter Einlagengeschäfte durch Rückzahlung nachzukommen, wenn der Anleger an dem Vertrag festhalten will und sich einer einvernehmlichen Aufhebung verweigert.

KWG § 32
BGB § 134
KWG § 54
BGB § 314

Aktenzeichen: 1L271/10 Paragraphen: KWG§32 BGB§134 KWG§54 BGB§314 Datum: 2010-03-11
Link: pdf.php?db=bankrecht&nr=27199

PDF-DokumentBankrecht - Bankenaufsicht

Hessischer VGH
2.3.2010
6 A 1684/08

Beweisverfahren - Verweigerung des Informationszugangs nach § 9 KWG

1. Die in § 9 Abs. 1 des Kreditwesengesetzes - KWG - normierte Verschwiegenheitspflicht der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, ihrer Bediensteten und der weiteren in der Vorschrift genannten Personen stellt eine durch Rechtsvorschrift geregelte Geheimhaltungspflicht im Sinne von § 3 Nr. 4 des Informationsfreiheitsgesetzes - IFG - dar.

2. Verweigert die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht unter Berufung auf § 3 Nr. 4 IFG den Zugang zu amtlichen Informationen, die bei der Aufsicht über ein Kreditinstitut oder ein Finanzdienstleistungsinstitut angefallen sind, mit der Begründung, bezüglich dieser amtlichen Informationen der Verschwiegenheitspflicht nach § 9 Abs. 1 KWG zu unterliegen, ist die Frage, ob und inwieweit die relevanten Behördenakten geheimhaltungsbedürftige Informationen im Sinne von § 9 Abs. 1 KWG enthalten, ggf. in einem "incamera"- Verfahren nach § 99 Abs. 2 VwGO zu klären (im Anschluss an die Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts, z.B. Beschluss vom 15. Oktober 2008 - 20 F 1.08 -, Buchholz 310 § 99 VwGO Nr. 50).

3. Der Informationszugangsanspruch nach § 1 IFG steht auch demjenigen zu, der den Zugang zu amtlichen Informationen zu dem Zweck anstrebt, diese Informationen zur Untermauerung zivilrechtlicher Ansprüche gegen einen Dritten zu verwenden.

4. Mit der Begründung, das Bekanntwerden von Informationen, die beaufsichtigte Kreditoder Finanzdienstleistungsinstitute betreffen, könne im Sinne von § 3 Nr. 1 Buchst. d IFG nachteilige Auswirkungen auf die Kontroll- und Aufsichtsaufgaben der Bundesanstalt als Finanzbehörde haben, lässt sich ein Zugangsgesuch nur dann ablehnen, wenn die konkrete Möglichkeit einer erheblichen und spürbaren Beeinträchtigung der Aufgabenerfüllung durch die Behörde als Folge der Ermöglichung des Zugangs zu bestimmten unternehmensoder drittbezogenen Informationen besteht. Diese Gefährdungslage ist von der Bundesanstalt in Form einer nachvollziehbar begründeten, durch konkrete Fakten untermauerten Prognose darzulegen.

5. Ein die Ablehnung eines Zugangsantrages nach § 7 Abs. 2 Satz 1 IFG rechtfertigender unverhältnismäßiger Verwaltungsaufwand liegt dann vor, wenn der Zugangsantrag in seiner Zielrichtung und/oder in seinem Inhalt so unzureichend spezifiziert ist, dass die durch ein solches Zugangsgesuch ausgelöste aufwändige Aufarbeitung des Informationsmaterials zu dem für den Antragsteller nützlichen Informationsgehalt außer Verhältnis stünde.

6. Die auf § 7 Abs. 2 Satz 1 IFG gestützte vollständige Ablehnung eines hinreichend konkret und präzise gefassten Zugangsantrags wegen eines hierdurch verursachten unverhältnismäßigen Verwaltungsaufwands ist nur unter Anlegung strenger Maßstäbe möglich. Die Grenze zur Unverhältnismäßigkeit des Verwaltungsaufwands ist in diesen Fällen grundsätzlich erst dann überschritten, wenn durch die Art des Informationszugangsbegehrens oder seinen Umfang ein Verwaltungsaufwand notwendig ist, der den bei üblichen Gesuchen an die Behörde verursachten Aufwand in solch deutlichem Maße übersteigt, dass die Behörde das Gesuch letztlich nur unter nicht nur vorübergehender Zurückstellung ihrer sonstigen Aufgaben bewältigen kann.

7. Mit einer Massierung von Informationsbegehren, die in Art und Umfang jeweils das für die zuständige Behörde übliche Maß nicht übersteigen, und aus einer Aus- bzw. Überlastung der Behörde wegen der Bewältigung ihrer sonstigen Aufgaben und /oder der Bearbeitung von weiteren Informationszugangsanträgen kann die Unverhältnismäßigkeit des Verwaltungsaufwands durch ein bestimmtes Zugangsgesuch nicht begründet werden. Die Behörde muss, soweit sie dem erhöhten Arbeitsanfall durch diese Vorgänge nicht durch personelle und organisatorische Maßnahmen Rechnung tragen kann, die vorliegenden Gesuche ggf. unter Überschreitung der Bearbeitungsfrist in § 7 Abs. 5 Satz 2 IFG sukzessive abarbeiten.

IFG § 1 Abs 1 S 1, § 3 Nr 4, § 7 Abs 5 S 2
VwGO § 99 Abs 2
KWG § 9 Abs 1

Aktenzeichen: 6A1684/08 Paragraphen: IFG§2 IFG§8 IFG§6 KWG§9 Datum: 2010-03-02
Link: pdf.php?db=bankrecht&nr=27203

PDF-DokumentBankrecht - Bankenaufsicht

Hessischer VGH - VG Frankfurt
20.5.2009
6 A 1040/08

Abwicklungsanordnung; Anleger; Bankgeschäft; Darlehen; Einlagengeschäft; Erlaubnis; Ermessensentscheidung; Interessenabwägung; Nichtigkeit; sofortige Rückzahlung

Abwicklung von Einlagengeschäften

1. Der Verstoß gegen § 32 Abs. 1 Satz 1 i.V.m. § 1 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 KWG, also das Betreiben von Bankgeschäften ohne die dafür erforderliche Erlaubnis der Bundesanstalt, führt nicht zur Nichtigkeit des zu Grunde liegenden zivilrechtlichen Rechtsgeschäfts gem. § 134 BGB.

2. Die öffentlich-rechtliche Vorschrift des § 37 Abs. 1 Satz 1 KWG ermächtigt die Bundesanstalt zwar auch zur Herbeiführung privatrechtsgestaltender Wirkungen durch Verwaltungsakt; dabei muss sie die zivilrechtlichen Auswirkungen aber vollständig und richtig einschätzen und die Interessen der Anleger gegen etwaige öffentliche Interessen abwägen.

KWG § 1 Abs. 1 S. 2 Nr. 1
KWG § 3
KWG § 15 Abs. 5
KWG § 32 Abs. 1 S. 1
KWG § 37 Abs. 1 S. 1
BGB § 134

Aktenzeichen: 6A1040/08 Paragraphen: KWG§1 KWG§3 KWG§15 KWG§32 KWG§37 BGB§134 Datum: 2009-05-20
Link: pdf.php?db=bankrecht&nr=26949

PDF-DokumentBankrecht - Bankenaufsicht Sonstiges

BGH - OLG Stuttgart - LG Stuttgart
7.5.2009
III ZR 277/08

Der Vertrag zwischen der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht und einem Wirtschaftsprüfer, mit dem die Behörde diesen gemäß § 4 Abs. 3 FinDAG mit der Durchführung der Prüfung eines ihrer Aufsicht unterliegenden Institut nach § 44 Abs. 1 Satz 2 KWG betraut, entfaltet grundsätzlich keine Schutzwirkung zugunsten einer Entschädigungseinrichtung im Sinne des § 6 Abs. 1 Satz 1 des Einlagensicherungs- und Anlegerentschädigungsgesetzes vom 16. Juli 1998 (BGBl. I S. 1842).

BGB § 328
FinDAG § 4
ESAEG §§ 6, 9

Aktenzeichen: IIIZR277/08 Paragraphen: BGB§328 FinDAG§4 ESAG§6 ESAG§9 Datum: 2009-05-07
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PDF-DokumentBankrecht - Bankenaufsicht

BVerwG - VG Frankfurt/Main
22.04.2009
8 C2.09
Bankgeschäft; Kreditgeschäft; Erlaubnispflicht; Erlaubnisvorbehalt; Betreiben; Inland; Dritte; physische Präsenz; Zweigstelle; Zweigniederlassung; Teilakt; grenzüberschreitender Dienstleistungsverkehr; Korrespondenzdienstleistung; Telekommunikation; Internet

1. Das Kreditgeschäft ist auch ohne gleichzeitiges Betreiben des Einlagengeschäfts ein Bankgeschäft i.S.d. § 1 Abs. 1 Satz 2 Nr. 2 KWG. 2. Das Betreiben eines Bankgeschäfts i.S.d. § 32 Abs. 1 Satz 1 KWG umfasst nicht nur rechtsgeschäftliches Handeln, sondern alle wesentlichen zum Vertragsschluss hinführenden Schritte.

3. Im Inland wird ein Bankgeschäft i.S.d. § 32 Abs. 1 Satz 1 KWG auch betrieben, wenn ein Kreditinstitut bankgeschäftliche Leistungen dort ohne eigene physische Präsenz im Wege des grenzüberschreitenden Dienstleistungsverkehrs erbringt.

GG Art. 20 Abs. 3, Art. 25, Art. 103 Abs. 2
KWG §§ 1 Abs. 1 Satz 2 Nr. 2, 32 Abs. 1 Satz 1, 32 Abs. 5, 37 Abs. 1 Satz 1, 54 Abs. 1 Nr. 2
GwG § 16 Abs. 2 Nr. 2
AWG § §1 Abs. 1 Satz 1, 1 Abs. 2
WpHG § 31 Abs. 10, § 35 Abs. 2
EG Art. 49 f., Art. 56 f.
Richtlinie 2006/48/EG
GATS Art. VI Abs. 1
GATS Art. XIV

Aktenzeichen: 8C2.09 Paragraphen: GGArt.20 GGArt.25 GGArt.103 KWG§1 KWG§32 KWG§37 WpHG§31 Datum: 2009-04-22
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PDF-DokumentBankrecht - Bankenaufsicht

Hessischer VGH - VG Frankfurt
05.11.2008
6 A 713/08

Abwicklung der Geschäfte; Eigengeschäft; Einstellung des Geschäftsbetriebs; Finanzdienstleistung; Finanzdienstleistungsinstitut; Finanzportfolioverwaltung; Gesellschaft Bürgerlichen Rechts (GbR); Mahnung mit Gebühren- und Auslagenfestsetzung Finanzportfolioverwaltung

1. Eine Außengesellschaft bürgerlichen Rechts verwaltet ihr Gesellschaftsvermögen als eigenes Vermögen; für den Begriff der Finanzportfolioverwaltung fehlt es an einem Handeln "für andere" (Änderung der Rechtsprechung im Beschluss vom 09.04.2003 - 6 TG 3151/02 -, ESVGH 53, 193).

2. Eine Mahnung mit Gebühren- und Auslagenfestsetzung gem. § 19 Abs. 2 VwVG kann mit Widerspruch und Anfechtungsklage angefochten werden.

KWG § 1 Abs. 1a S. 2 Nr. 3
KWG § 1 Abs. 1a S. 3
KWG § 2 Abs. 6 Nr. 14
KWG § 37 Abs. 1 S. 1
VwVG § 19 Abs. 2

Aktenzeichen: 6A713/08 Paragraphen: KWG§1 KWG§2 KWG§37 VwVG§19 Datum: 2008-11-05
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PDF-DokumentBankrecht - Bankenaufsicht

BVerwG - Hessischer VGH - VG Frankfurt
27.02.2008
6 C 11.07
6 C 12.07

Bankgeschäft; Finanzdienstleistung; Finanzkommissionsgeschäft; Finanzportfolioverwaltung; Finanzinstrument; Indexzertifikat; Effektengeschäft; Vermögensverwaltung; Investmentgeschäft

Begibt ein Unternehmen gegen Zahlung bestimmter Beträge sog. Indexzertifikate an das interessierte Publikum und legt die eingenommenen Gelder im eigenen Namen und auf eigene Rechnung in Finanzinstrumenten wie Aktien, Aktienderivaten, Währungsoptionen und Währungsfutures an, aus denen der Index für den Rücknahmewert des Zertifikats ermittelt wird, liegt keines der im Kreditwesengesetz umschriebenen Bankgeschäfte vor, insbesondere kein Finanzkommissionsgeschäft.

KWG § 1
KWG § 32
KWG § 37

Aktenzeichen: 6C11.07 6C12.07 Paragraphen: KWG§1 KWG§32 KWG§37 Datum: 2008-02-27
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PDF-DokumentBankrecht - Bankenaufsicht Sonstiges

BVerwG - Hessicher VGH - VG Frankfurt
06.11.2006
6 B 82.06

Abberufung; Belehrung; Geschäftsleiter; Hinweis; Verwarnung

Es ist zulässig und unter dem Aspekt des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit unter Umständen geboten, vor einer der Abberufung des Geschäftsleiters eines Kreditinstituts zwingend vorausgehenden Verwarnung als mildere Maßnahmen Hinweise oder Belehrungen auszusprechen.

KWG § 36 Abs. 2

Aktenzeichen: 6B82.06 Paragraphen: KWG§36 Datum: 2006-11-06
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PDF-DokumentBankrecht - Bankenaufsicht

BVerwG - VG Frankfurt
13.09.2006
6 C 10.06

Bemessungsgrundlage, Bilanzsumme, Ertrag, Finanzdienstleistungsaufsicht, Finanzdienstleistungsinstitute, Kostenumlage, Kreditinstitute, Rückwirkung, Sonderabgabe

Das Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen (nunmehr: Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) war berechtigt, für die Jahre 1999 und 2000 von den seiner Aufsicht unterstehenden Finanzdienstleistungsinstituten eine Kostenumlage zu erheben. Der Umlagebetrag durfte für Kreditinstitute und Finanzdienstleistungsinstitute getrennt nach den jeweils für deren Beaufsichtigung aufgewendeten Personalkosten ermittelt und auch nach unterschiedlichen, den Geschäftsumfang abbildenden Kennzahlen, nämlich bei Kreditinstituten nach der Bilanzsumme, bei Finanzdienstleistungsinstituten nach dem Ertrag, verteilt werden.

KWG § 51
UmlVKF

Aktenzeichen: 6C10.06 Paragraphen: KWG§51 Datum: 2006-09-13
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VG Frankfurt
22.6.2006
1 G 1738/06

Finanzdienstleistungsaufsicht; Zahlungsverbot

1. § 46 Abs. 1 KWG ermächtigt auch zur einstweiligen Verhängung eines Zahlungsverbotes.

2. § 46 Abs. 1 KWG ermächtigt nur zu vorläufigen Maßnahmen. Maßnahmen sind nicht vorläufig, wenn sie zu irreversiblen Ergebnissen führen. Ein Zahlungsverbot führt dann nicht zu irreversiblen Ergebnissen, wenn es unter den Vorbehalt der Genehmigung im Einzelfall gestellt wird, so dass durch Genehmigungen solcher Art irreversibler Schaden für das Institut abgewendet werden kann.

KWG § 46
KWG § 46 a

Aktenzeichen: 1G1738/06 Paragraphen: KWG§46 KWG§46a Datum: 2006-06-22
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PDF-DokumentBankrecht - Bankenaufsicht

Hessischer VGH - VG Frankfurt
31.05.2006
6 UE 3256/05

Abberufung, Duldungspflicht, interne Revision, Missbilligung, Prüfung, Verwarnung

Verwarnung eines Geschäftsleiters

1. Eine Verwarnung gemäß § 36 Abs. 2 KWG ist ein Verwaltungsakt.

2. Eine nachhaltige Störung einer angeordneten Prüfung stellt einen erheblichen Verstoß gegen die Duldungspflicht des Instituts und seiner Organe dar und kann eine Verwarnung rechtfertigen. Die Bankenaufsicht muss sich insoweit nicht auf die Möglichkeit des Erlasses weiterer Anordnungen oder der Durchführung von Vollstreckungsmaßnahmen verweisen lassen.

3. Im Rahmen der Ermessensausübung muss die Bankenaufsicht ggf. auch die Möglichkeit einer bloßen formlosen Missbilligung in Betracht ziehen.

KWG § 25a Abs. 1
KWG § 36 Abs. 2
KWG § 44 Abs. 1

Aktenzeichen: 6UE3256/05 Paragraphen: KWG§25a KWG§36 KWG§44 Datum: 2006-05-31
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PDF-DokumentBankrecht - Bankenaufsicht

Hessischer VGH - VG Frankfurt
26.04.2006
6 UZ 2822/05

Abfindung, Abwickler, Abwicklungsanordnung, Auszahlung, Erledigung, Verfahrensmangel

1. Eine Abwicklungsanordnung nach § 37 Abs. 1 KWG begründet eine öffentlich-rechtliche Rückzahlungsverpflichtung, die nicht vertraglich beseitigt werden kann.

2 . Ist ein Abwickler bestellt worden, obliegt allein diesem die Abwicklung durch Auszahlung der eingezahlten Gelder der Anleger. Eine anderweitige Abfindung der Anleger durch das Unternehmen mittels Umschichtung von Gesellschaftsbeteiligungen greift unzulässigerweise in die Befugnisse des Abwicklers ein und führt nicht zur Erfüllung der Abwicklungsanordnung.

BGB § 134
KWG § 37 Abs. 1
VwGO § 86 Abs. 1

Aktenzeichen: 6UZ2822/05 Paragraphen: BGB§134 KWG§37 VwGO§86 Datum: 2006-04-26
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PDF-DokumentBankrecht - Bankenaufsicht Sonstiges

Hessischer VGH - VG Frankfurt
14.02.2006
6 TG 1447/05

Anleger, Anlegerschutz, Bankgeschäft, Eigengeschäft, Eigenhandel, Finanzdienstleistung, Finanzinstrument, Finanzkommissionsgeschäft, Handel, Kommanditeinlage, Kommanditgesellschaft, Publikumsgesellschaft, Treugeber, Treuhandkommanditist, Treuhänder Kapitalanlage durch Publikumskommanditgesellschaften

1. Wenn eine Kommanditgesellschaft Kommanditeinlagen, die von einem Treuhandkommanditisten gehalten werden, entsprechend einer von den Treugebern gewählten Form in Finanzinstrumenten anlegt, so handelt es sich dabei grundsätzlich um ein nicht genehmigungsbedürftiges Eigengeschäft im Sinne des § 1 Abs. 3 Satz 1 Nr. 5 KWG.

2. Derartige Geschäfte sind nur ausnahmsweise als solche für fremde Rechnung anzusehen, wenn den Treugebern keine ausreichenden Mitspracherechte bei der Tätigkeit der Kommanditgesellschaft zustehen.

BGB § 738 Abs. 1 S. 1
HGB §§ 105 Abs. 3, 124 Abs. 1, 131 Abs. 3 S. 1 Nr. 2, 161 Abs. 2
InvG §§ 1 S. 2, 2 Abs. 2, 6 Abs. 1 S. 1, 7 Abs. 2
KWG §§ 1, 32, 37 Abs. 1 S. 1, 49
RL 93/22/EWG über Wertpapierdienstl. Anh Abschn A Nr 1

Aktenzeichen: 6TG1447/05 Paragraphen: BGB§738 HGB§105 HGB§124 HGB§131 HGB§161 InvG§1 InvG§2 InvG§6 InvG§7 KWG§1 KWG§32 KWG§37 KWG§49 93/22/EWG Datum: 2006-02-14
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PDF-DokumentBankrecht - Bankenaufsicht

Hessischer VGH - VG Frankfurt
23.03.2005
6 TG 3675/04

Abwickler, Abwicklung, Bankgeschäft, Bestimmtheit

Abwicklung unerlaubter Bankgeschäfte

bestimmt, wenn das Ziel der Abwicklung für das betroffene Unternehmen deutlich wird. Es ist nicht geboten, dass die Behörde selbst die Auswahl unter verschiedenen Abwicklungsmodalitäten trifft.

2. Die vorstehenden Grundsätze gelten auch, wenn die Behörde einen Abwickler bestellt hat. Das Unternehmen kann in diesem Fall den Erlass behördlicher Weisungen an den Abwickler zu den Modalitäten der Abwicklung beantragen.

KWG § 37
VwVfG § 37 Abs. 1

Aktenzeichen: 6TG3675/04 Paragraphen: KWG§37 Datum: 2005-03-23
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PDF-DokumentBankrecht - Haftungsrecht Bankenaufsicht Kreditrecht

Kammergericht - LG Berlin
22.03.2005 14 U 248/03
Die Parteien streiten um Schadensersatzansprüche der Klägerin, die diese wegen einer ihrer Ansicht nach pflichtwidrigen Kreditbewilligung gegen die Beklagten als ihre ehemaligen Vorstandsmitglieder erhebt.

1. Maßstab der den Beklagten bei ihrer Geschäftsführung obliegenden Pflichten ist die nach der Verkehrsauffassung anzuwendende Sorgfalt eines ordentlichen und gewissenhaften Geschäftsleiters einer Geschäftsbank. Dabei ist dem Vorstand bei der Leitung der Geschäfte nach ständiger Rechtsprechung ein weiter Handlungsspielraum zuzubilligen, ohne den eine unternehmerische Tätigkeit schlechterdings nicht denkbar ist. Dieser Handlungsspielraum kann auch im Ansatz das bewusste Eingehen geschäftlicher Risiken mit der Gefahr von Fehlbeurteilungen und Fehleinschätzungen umfassen, der jeder Unternehmensleiter, mag er auch noch so verantwortungsbewusst handeln, ausgesetzt ist. Er ist erst dann überschritten, wenn aus der Sicht eines ordentlichen und gewissenhaften Geschäftsleiters einer entsprechenden Bank das hohe Risiko eines Schadens unabweisbar ist und keine vernünftigen geschäftlichen Gründe dafür sprechen, es dennoch einzugehen.

2. Eine Schadenersatzpflicht des Vorstandes kann damit erst in Betracht kommen, wenn die Grenzen, in denen sich ein von Verantwortungsbewusstsein getragenes, ausschließlich am Unternehmenswohl orientiertes, auf sorgfältiger Ermittlung der Entscheidungsgrundlagen beruhendes unternehmerisches Handeln bewegen muss, deutlich überschritten sind, die Bereitschaft, unternehmerische Risiken einzugehen, in unverantwortlicher Weise überspannt worden ist oder das Verhalten des Vorstands aus anderen Gründen als pflichtwidrig gelten muss. (Leitsatz der Redaktion)
AktG §§ 91 Abs. 6, 93 Abs. 1
KWG § 18
BGB § 389

Aktenzeichen: 14U148/03 Paragraphen: AktG§91 AktG§93 KWG§18 BGB§389 Datum: 2005-03-22
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PDF-DokumentBankrecht - Bankenaufsicht Internationales Bankrecht

Hessischer VGH - VG Frankfurt/main
21.01.2005 6 TG 1568/04
Bankgeschäft, Dienstleistungsverkehrsfreiheit, Drittstaat, Erlaubnispflicht, Europäische Union, Europäischer Wirtschaftsraum, Finanzdienstleistung, Gats, Grenzüberschreitende Marktzugangsformen, Inland, Institutsbezogener Regulierungsansatz, Kapitalverkehrsfrei-heit, Repräsentanz, Vertriebsbezogener Regulierungsansatz, Wertpapierdienstleistung, Zweigstelle

Finanzdienstleistungen im grenzüberschreitenden Geschäftsverkehr Die Ansicht, der in § 32 Abs. 1 Satz 1 KWG enthaltene Erlaubnisvorbehalt erfasse auch solche gewerblichen Betätigungen im Bereich von Bankgeschäften und sonstigen Finanzdienstleiistungen, die ohne verfestigt Form einer Zweigniederlassung oder Hauptverwal-tung im Inland ausgeübt würden - begegnet erheblichen rechtlichen Bedenken (entgegen VG Frankfurt am Main vom 7. Mai 2004 - 9 G 6496/03[V]), ZIP 2004, 1259).
EG-Vertrag Art. 49, Art. 56, Art. 57, Art. 58
KWG §§ 32 Abs. 1 S. 1, 49, 53, 53a, 53b, 53c
Richtlinie 2002/87/EG
Richtlinie 2004/39/EG
Richtlinie 93/22/EWG
VwGO § 80 Abs. 5 S. 1

Aktenzeichen: 6TG1568/04 Paragraphen: 2002/87/EG 2004/39/EG 93/22/EWG VwGO§80 KWG§32 KWG§49 KWG§53 KWG§53a KWG§53b KWG§53c Datum: 2005-01-21
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PDF-DokumentBankrecht - Bankenaufsicht Einlagensicherung Internationales Bankrecht

BGH - OLG Köln - LG Bonn
20.01.2005 III ZR 48/01
§ 6 Abs. 4 KWG, wonach das Bundesaufsichtsamt die ihm nach diesem Gesetz und nach anderen Gesetzen zugewiesenen Aufgaben nur im öffentlichen Interesse wahrnimmt, und die an seine Stelle getretene Vorschrift des § 4 Abs. 4 FinDAG sind mit Europäischem Gemeinschaftsrecht und mit dem Grundgesetz vereinbar.
BGB § 839 (Cb)
GG Art. 3 Abs. 1, Art. 14 Abs. 1, Art. 20 Abs. 2, Art. 34 Satz 1
KWG § 6 Abs. 4 F: 22.10.1997
FinDAG § 4 Abs. 4

Aktenzeichen: IIIZR48/91 Paragraphen: BGB§839 GGArt.3 GGArt.14 GGArt.20 GGArt.34 KWG§6 FinDAG§4 Datum: 2005-01-20
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PDF-DokumentBankrecht - Bankenaufsicht

VG Frankfurt/Main
16.11.2004 9 G 3823/04(V)
Abwicklung; Abwickler; Abwicklungskonzept; Bestimmtheit; Bankgeschäfte; Dienstleistung; Erlaubnis; Eigenhandel; Finanzinstitut; Finanzkommisionsgeschäft; Finanzunternehmen; Gesellschaft; Insolvenzantrag; KG; Kommanditgesellschaft; fehlerhafte Gesellschaft

1. Finanzkommissionsgeschäfte i. S. d. § 1 Abs. 1 S. 2 Nr. 4, § 32 Abs. 1 KWG können auch vorliegen, wenn die Anlage der Gelder als Kommanditbeteiligung ausgestaltet ist. Entscheidend für die Erlaubnispflichtigkeit ist, ob die gesellschaftsrechtliche Ausgestaltung nur die Erbringung einer Dienstleistung für die Geldgeber und Kommanditisten verschleiert.

2. Die Anordnung der Abwicklung unerlaubter Bankgeschäfte nach § 37 Abs. 1 S. 2 KWG muss genau angeben, welche Geschäfte in welcher Weise und durch welche Maßnahmen abzuwickeln sind. Beschränkt sich eine Anordnung auf die Abwicklung dem Grunde nach, ist die Maßnahme nicht ausreichend bestimmt.

3. § 37 Abs. 1 S. 2 KWG erlaubt es nicht, Umfang und Art der Abwicklung unerlaubt betriebener Bankgeschäfte einem Abwickler zu übertragen, ohne ein behördliches Abwicklungskonzept zur Grundlage der Abwicklerbestellung zu machen. Der Abwickler nach § 37 Abs. 1 S. 2 KWG ist nur Kontroll- und Vollstreckungshelfer der Behörde.
InsO § 15
KWG §§ 1, 23a, 32 Abs. 1, 37, 38 Abs 1, 54

Aktenzeichen: 9G3828/04 Paragraphen: Inso§15 KWG§1 KWG§23a KWG§32 KWG§37 KWG§38 KWG§54 Datum: 2004-11-16
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PDF-DokumentBankrecht - Bankenaufsicht

VG Frankfurt/Main
11.10.2004 9 E 993/04
Aufsicht; Ausland; Bankenrichtlinie; Bankgeschäft; Darlehen; Dienstleistungsfreiheit; Darlehensgewährung; Erlaubnispflicht; Finanzdienstleistung, GATS; Hauptverwaltung; Inland; Inlandsbezug; Kapitalverkehrsfreiheit; Kreditgeschäft; Zweigniederlasssung; Zweigstelle

1. Für die Frage, ob im Inland Bankgeschäfte betrieben werden, kommt es auf Kundenperspektive, nicht aber auf auf Perspektive des Leistungserbringers an. Deshalb kann auch ein Unternehmen mit Sitz außerhalb Deutschlands oder des EWR und ohne Zweigstelle in Deutschland oder einem Mitgliedstaat des EWR im Inland erlaubnispflichtige Bankgeschäfte betreiben. Maßgebend ist insoweit, ob die gewerbli-chen Aktivitäten des Unternehmens auf einen Kundenkreis in Deutschland ausgerichtet sind.

2. Die weite Auslegung der Erlaubnispflicht in § 32 Abs. 1 S. 1 KWG ist mit den Regelungen des GATS vereinbar.

3. Die weite Auslegung der Erlaubnispflicht in § 32 Abs. 1 S. 1 KWG bewirkt keine unzulässige Beschränkung der Kapitalverkehrsfreiheit i. S. d. Art. 56 EG, da die Regelungen des KWG einschließlich der Ausgestaltung der Erlaubniserteilungsvoraussetzungen durch Art. 58 Abs. 1 Buchst. b EG gerechtfertigt sind.

4. Zur Klärung der unter Ziffer 3. angeschnittenen Fragen wird um die verbindliche Auslegung durch den EuGH ersucht.
EG Art 56
EG Art 58
GATS
KWG §§ 1 S 1 Nr 2; 32 Abs 1 S 1; 33 Abs 1 Nr 6; 37; 44c; 53; 53a; 53b; 53c; 54; 6

Aktenzeichen: 9E993/04 Paragraphen: Datum: 2004-10-11
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PDF-DokumentBankrecht - Bankenaufsicht

BVerwG - VG Frankfurt/Main
22.09.2004 6 C 29.03
Finanzdienstleistungsaufsicht; Finanzportfolioverwaltung; Gesellschaft bürgerlichen Rechts; Investmentclub; "Trader"
Der geschäftsführende Gesellschafter einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts übt im Sinne des § 1 Abs. 1a Satz 2 Nr. 3 KWG die Finanzportfolioverwaltung aus, wenn die Gesellschaft von den eigens dazu beigetretenen Gesellschaftern Anlagebeträge über eine Treuhandgesellschaft entgegennimmt, diese in Finanzinstrumenten anlegt und vom Monatsgewinn 40 v.H. erhält. Dies gilt auch dann, wenn sich der geschäftsführende Gesellschafter sog. Trader (Handelsdisponenten) bedient, sich aber wesentliche Entscheidungen über die Anlage vorbehalten hat.
KWG §§ 1 Abs. 1a Satz 2 Nr. 3, 2 Abs. 6 Satz 1 Nr. 5, 32, 37, 44c, 54 64e Abs. 2 Satz 1

Aktenzeichen: 6C29.03 Paragraphen: KWG§1 KWG§2 KWG§32 KWG§37 KWG§44c KWG§54 KWG§64e Datum: 2004-09-22
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PDF-DokumentBankrecht - Bankenaufsicht

VG Frankfurt/Main
05.08.2004 9 G 7429/03(2)
Finanzkommisionsgeschäft
Für die Annahme, das Finanzkommissionsgeschäft werde im Inland betrieben und bedürfte folglich einer Erlaubnis, kommt es nicht auf den Sitz einer Gesellschaft an, sondern darauf, an welchem Ort die Finanzdienstleistung für die Anleger erbracht wird.
KWG § 32 Abs. 1
KWG § 37 Abs 1

Aktenzeichen: 9G7429/03 Paragraphen: KWG§32 KWG§37 Datum: 2004-08-05
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PDF-DokumentBankrecht - Bankenaufsicht

VG Frankfurt/M
7.5.2004 9 G 6496/03(V)
Die Ausgabe von Genussrechten, die in Finanzinstrumente i. S. d. § 1 Abs. 1 KWG angelegt werden sollen, stellt ein Finanzkommissionsgeschäft dar, wenn die Anlage wirtschaftlich darauf zielt, dass nur Anteile am Genussrechtskapital, nicht aber am Gesellschaftsvermögen insgesamt erworben werden. Für die Frage, ob im Inland Bankgeschäfte betrieben oder Finanzdienstleistungen erbracht werden, kommt es im Hinblick auf die Vorgaben der RL 93/22/EWG auf die Anlegerperspektive, nicht auf die Perspektive des Leistungserbringers an. Deshalb kann auch eine Firma mit Sitz außerhalb der EU und ohne eine Zweigniederlassung im Gebiet der EU oder in Deutschland im Inland gewerblich in einer nach § 32 Abs. 1 KWG erlaubnispflichtigen Weise tätig sein. Maßgebend ist insoweit, ob die gewerblichen Aktivitäten auf einen Kundenkreis im Inland gerichtet sind. Die weite Auslegung des Inlandsbegriffs in § 32 Abs. 1 KWG verstößt weder gegen die Kapitalverkehrsfreiheit noch gegen die Dienstleistungsfreiheit des EG.
KWG §§ 1, 32
93/22/EWG

Aktenzeichen: 9G6496/03 Paragraphen: KWG§1 KWG§32 93/22/EWG Datum: 2004-05-07
Link: pdf.php?db=bankrecht&nr=9839

PDF-DokumentBankrecht - Bankenaufsicht

VG Frankfurt a.M.
17.11.2003 9 E 2836/02(2)
Einzelfall der Finanzportfolioverwaltung durch den geschäftsführenden Gesellschafter einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts
KWG §§ 1, 37

Aktenzeichen: 9E2836/02 Paragraphen: KWG§1 KWG§37 Datum: 2003-11-17
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