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PDF-DokumentVersicherungsrecht Arztrecht Haftungsrecht - Lebensversicherungsrecht Arzthaftung

BGH - OLG Karlsruhe - LG Heidelberg
22.11.2005
VI ZR 126/04

a) Ein Arzt kann haften, wenn es aufgrund der verzögerten Erstellung eines ärztlichen Zeugnisses nicht zum Abschluss einer Risikolebensversicherung kommt, weil der Patient inzwischen gestorben ist.

b) Mahnt eine Versicherung an Stelle des Versicherungsnehmers die Übersendung eines ärztlichen Attestes an, bedarf es einer Bevollmächtigung durch diesen.

BGB § 180, § 286 a.F.

Aktenzeichen: VIZR126/04 Paragraphen: BGB§180 BGB§286 Datum: 2005-11-22
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PDF-DokumentVersicherungsrecht - Lebensversicherungsrecht Versicherungsvertragsrecht

BGH - OLG Hamburg - LG Hamburg
Pressemitteilung
9.11.2005
IV ZR 63/04

Anerkenntnisurteil im Rechtsstreit um die Wirksamkeit einer Bestimmung eines sog. „Riester-Rente“-Vertrages

Die Parteien, ein Verbraucherschutzverband und ein Versicherungsunternehmen, streiten um die Wirksamkeit einer Bestimmung eines zertifizierten Altersvorsorgevertrages – einer sog. „Riester-Rente“ -, nach welcher das Versicherungsunternehmen bei einer vom Versicherungsnehmer ausgesprochenen Kündigung zur Auszahlung des Rückkaufswertes der Versicherung vom Rückkaufswert noch einen „Abzug“ vornehmen darf, der insbesondere die zum Zeitpunkt der Kündigung noch nicht durch die bisher geleisteten Versicherungsbeträge getilgten Abschluss- und Vertriebskosten umfasst. Das Versicherungsunternehmen meint, ein Abzug müsse nur unterbleiben, wenn der Versicherungsnehmer das gebildete Kapital auf einen anderen Altersvorsorgevertrag übertragen lasse, die Verbraucherschützer vertreten dagegen die Auffassung, dass dies auch dann zu gelten habe, wenn der Versicherungsnehmer der privaten Altersvorsorge den Rücken kehre. Das Landgericht hat der Klage, es zu unterlassen, die „Abzugs-Bestimmung“ weiter anzuwenden, stattgegeben. Das Berufungsgericht hat die Klage abgewiesen. Mit der Revision verfolgt der klagende Verbraucherschutzverband sein Unterlassungsbegehren weiter.

In der mündlichen Verhandlung vor dem Senat am 9. November 2005 hat das Versicherungsunternehmen den Unterlassungsanspruch anerkannt.

Der Bundesgerichtshof hat das Versicherungsunternehmen dem Anerkenntnis gemäß verurteilt.

Urteil vom 9. November 2005 – IV ZR 63/04

LG Hamburg – Entscheidung vom 11.7.2003 - 324 O 577/02
OLG Hamburg – Entscheidung vom 18.2.2004 - 9 U 146/03

Karlsruhe, den 9. November 2005

Aktenzeichen: IVZR63/04 Paragraphen: Datum: 2005-11-09
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PDF-DokumentVersicherungsrecht - Lebensversicherungsrecht

BGH - LG Hannover - AG Hannover
12.10.2005
IV ZR 162/03
IV ZR 177/03
IV ZR 245/03
Pressemitteilung

Bundesgerichtshof entscheidet über Ersetzung unwirksamer Klauseln in den Allgemeinen Bedingungen der kapitalbildenden Lebensversicherung im Treuhänderverfahren nach § 172 VVG

IV ZR 162/03 - Amtsgericht Hannover – Entscheidung vom 12.11.2002 - 525 C 5344/02
Landgericht Hannover – Entscheidung vom 12.6.2003 - 19 S 108/02
IV ZR 177/03 - Amtsgericht Düren – Entscheidung vom 30.10.2002 - 45 C 214/02
Landgericht Aachen – Entscheidung vom 10.7.2003 - 2 S 367/02 IV ZR 245/03 -Amtsgericht Hildesheim – Entscheidung vom 28.4.2003 - 49 C 123/02
Landgericht Hildesheim – Entscheidung vom 16.10.2003 - 1 S 54/03

Der Bundesgerichtshof (BGH) erklärte durch zwei Urteile vom 9. Mai 2001 (BGHZ 147, 354 und 373) auf eine Verbandsklage des Bundes der Versicherten Klauseln in Allgemeinen Bedingungen für die kapitalbildende Lebensversicherung wegen Verstoßes gegen das Transparenzgebot für unwirksam. Es handelte sich um Klauseln über die Berechnung der beitragsfreien Versicherungs-summe und des Rückkaufswerts, die Verrechnung von Abschlusskosten und einen Stornoabzug. Der BGH sah die im Transparenzmangel liegende unangemessene Benachteiligung darin, dass den Versicherungsnehmern die mit der Beitragsfreistellung und der Kündigung insbesondere in den ersten Jahren verbundenen erheblichen wirtschaftlichen Nachteile nicht deutlich gemacht werden. Sie liegen darin, dass wegen der zunächst vollen Verrechnung der Sparanteile der Prämien mit den im Wesentlichen aus der Vermittlungsprovision bestehenden einmaligen Abschlusskosten ("Zillmerung") in den ersten Jahren keine oder allenfalls geringe Beträge zur Bildung einer beitragsfreien Versicherungssumme oder eines Rückkaufswerts vorhanden sind.

Die von den Urteilen unmittelbar betroffenen Lebensversicherer ersetzten die für unwirksam erklärten Klauseln mit Zustimmung eines Treuhänders nach § 172 Abs. 2 i.V. mit Abs. 1 des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG) durch inhaltsgleiche, ihrer Meinung nach nunmehr transparent formulierte Klauseln. § 172 VVG wurde im Zuge der europarechtlich gebotenen Deregulierung des Versicherungsmarkts im Jahre 1994 in das Versicherungsvertragsgesetz eingefügt. Andere Lebensversicherungsunternehmen, deren Allgemeine Bedingungen gleichartige Klauseln enthielten, gingen ebenso vor. Insgesamt dürften davon 10 bis 15 Millionen Verträge betroffen sein, die zwischen Ende Juli 1994 und Mitte 2001 abgeschlossen worden sind.

Zahlreiche Versicherungsnehmer haben die Urteile vom 9. Mai 2001 zum Anlass genommen, ihre Lebensversicherung zu kündigen und im Wege der Stufenklage den Rückkaufswert ohne Verrechnung mit Abschlusskosten und ohne Stornoabzug geltend zu machen. Sie sind unter anderem der Ansicht, das Verfahren der Klauselersetzung nach § 172 VVG sei nur auf reine Risikoversicherungen gemäß § 172 Abs. 1 VVG anwendbar, nicht jedoch auf die kapitalbildende Lebensversicherung. Jedenfalls komme eine Klauselersetzung bei bereits gekündigten Verträgen nicht mehr in Betracht. Keinesfalls sei es zulässig, eine wegen Intransparenz für unwirksam erklärte Klausel durch eine inhaltsgleiche zu ersetzen. Diese Fragen sind in Literatur und Rechtsprechung umstritten.

Der Bundesgerichtshof hat über die Revision gegen drei landgerichtliche Berufungsurteile entschieden. Das Landgericht Hannover (VersR 2003, 1289) hat den beklagten Versicherer verurteilt, dem Versicherungsnehmer über die Höhe des Rückkaufswerts ohne Berücksichtigung von Abschlusskosten und ohne Stornoabzug Auskunft zu erteilen. Das Landgericht Aachen (VersR 2003, 1022) hat die Klage der Versicherungsnehmerin abgewiesen. Das Landgericht Hildesheim hat den beklagten Versicherer verurteilt, der Versicherungsnehmerin Auskunft über die Höhe des Rückkaufswerts ohne Berücksichtigung von Abschlusskosten zu erteilen. Seiner Ansicht nach ist es interessengerecht, die Abschlusskosten wie bei der "Riester-Rente" auf einen längeren Zeitraum zu verteilen (nach § 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 8 AltZertG in der bis zum 31. Dezember 2004 geltenden Fassung mindestens 10 Jahre; so schon dieselbe Kammer des Landgerichts Hildesheim in einem anderen Urteil, VersR 2003, 1290). Die Landgerichte haben die Revision zugelassen.

Der Bundesgerichtshof hat die Urteile der Landgerichte aufgehoben und wie folgt entschieden:

1. § 172 Abs. 2 VVG ist auch auf die kapitalbildende Lebensversicherung anwendbar und nicht nur auf die Risikoversicherungen im Sinne von § 172 Abs. 1 VVG. Das Gesetz gibt den Lebensversicherungsunternehmen das Recht, bei allen Arten der Lebensversicherung ohne Zustimmung der Versicherungsnehmer unwirksame Bestimmungen in den Versicherungsbedingungen mit Zustimmung eines unabhängigen Treuhänders durch neue Bestimmungen zu ersetzen, wenn zur Fortführung des Vertrages dessen Ergänzung notwendig ist. Die damit verbundene Einschränkung der durch das Grundgesetz gewährleisteten Vertragsfreiheit der Versicherungsnehmer ist nicht verfassungswidrig. Sie ist im Interesse der Rechtssicherheit und der nach § 11 Abs. 2 des Versicherungsaufsichtsgesetzes (VAG) gebotenen Gleichbehandlung aller Versicherungsnehmer sachlich notwendig.

2. Die verfassungsrechtlich geschützten Interessen derjenigen, die von der gesetzlichen Einschränkung der Vertragsfreiheit betroffen sind, müssen jedoch hinreichend gewahrt werden. In verfahrensrechtlicher Hinsicht ist dies dadurch sichergestellt, dass die neuen Klauseln sowohl im Individualprozess als auch im Verbandsprozess der uneingeschränkten richterlichen Inhaltskontrolle unterliegen. Materiell ist dem Schutzbedürfnis der Versicherungsnehmer durch eine die Voraussetzungen und Wirkungen des § 172 Abs. 2 VVG präzisierende und einschränkende Auslegung Rechnung zu tragen.

Die Ergänzung ist im Sinne von § 172 Abs. 2 VVG zur Fortführung des Vertrages notwendig, wenn durch die Unwirksamkeit der Bestimmung in den Versicherungsbedingungen eine Regelungslücke im Vertrag entsteht. Das ist der Fall, wenn die Unwirksamkeit die Leistungspflichten der Parteien betrifft. Da die Unwirksamkeit einer Klausel dazu führt, dass der Vertrag von Anfang an lückenhaft war, wirkt die lückenfüllende Vertragsergänzung auf den Zeitpunkt des Vertragsabschlusses zurück. § 172 Abs. 2 VVG erfasst deshalb auch gekündigte und beitragsfrei gestellte Verträge.

3. Die von den beklagten Versicherungsunternehmen mit Zustimmung eines Treuhänders vorgenommene Ersetzung der unwirksamen Klauseln durch (ihrer Meinung nach) transparent formulierte inhaltsgleiche Bestimmungen ist unwirksam.

a) Für die unwirksame Vereinbarung von Abzügen bei Beitragsfreistellung und Kündigung (Stornoabzug) gibt es eine Regelung im Gesetz. Nach §§ 174 Abs. 4, 176 Abs. 4 VVG ist der Versicherer zu einem Abzug nur berechtigt, wenn er vereinbart ist. Ist die Vereinbarung wie hier unwirksam, besteht kein Anspruch auf einen Abzug. b) Die inhaltsgleiche Ersetzung der unwirksamen Klauseln über die Berechnung der beitragsfreien Versicherungssumme und des Rückkaufswerts bei Kündigung und über die Verrechnung der Ab-schlusskosten unterläuft die gesetzliche Sanktion der Unwirksamkeit nach § 9 Abs. 1 AGBG, jetzt § 307 Abs. 1 BGB und ist schon deshalb mit den Grundsätzen der ergänzenden Vertragsauslegung nicht zu vereinbaren. Bei inhaltsgleicher Ersetzung blieben der Verstoß gegen das Transparenzgebot folgenlos und die wegen Intransparenz unwirksamen Klauseln mit den verdeckten Nachteilen bei Kündigung und Beitragsfreistellung für den Versicherungsnehmer letztlich doch verbindlich.

4. Da die Vertragsergänzung nach § 172 Abs. 2 VVG gescheitert ist, hatte der Senat im Wege der richterlichen ergänzenden Vertragsauslegung zu entscheiden, ob und auf welche Art die einmaligen Abschlusskosten mit den Beiträgen zu verrechnen sind. Die danach vorzunehmende Interessenabwägung führt zu folgendem Ergebnis: Bei vorzeitiger Beendigung der Beitragszahlung bleibt jedenfalls die versprochene Leistung geschuldet; der vereinbarte Betrag der beitragsfreien Versicherungssumme und des Rückkaufswerts darf aber einen Mindestbetrag nicht unterschreiten. Dieser Mindestbetrag wird bestimmt durch die Hälfte des mit den Rechnungsgrundlagen der Prämienkalkulation berechneten ungezillmerten Deckungskapitals. Bereits erworbene Ansprüche aus einer vereinbarten Überschussbeteiligung werden dadurch nicht erhöht.

Urteile vom 12. Oktober 2005

Karlsruhe, den 12. Oktober 2005
Pressestelle des Bundesgerichtshof
76125 Karlsruhe

Aktenzeichen: IVZR162/03 IVZR177/03 IVZR245/03 Paragraphen: Datum: 2005-10-12
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PDF-DokumentVersicherungsrecht AGB-Recht - Versicherungsvertragsrecht Lebensversicherungsrecht Versicherungsverträge

BGH - LG Aachen
12.10.2005
IV ZR 177/03

Ersetzung unwirksamer Klauseln in den Allgemeinen Bedingungen der kapitalbildenden Lebensversicherung im Treuhänderverfahren nach § 172 VVG

1. § 172 Abs. 2 VVG ist auch auf die kapitalbildende Lebensversicherung anwendbar und nicht nur auf die Risikoversicherungen im Sinne von § 172 Abs. 1 VVG. Das Gesetz gibt den Lebensversicherungsunternehmen das Recht, bei allen Arten der Lebensversicherung ohne Zustimmung der Versicherungsnehmer unwirksame Bestimmungen in den Versicherungsbedingungen mit Zustimmung eines unabhängigen Treuhänders durch neue Bestimmungen zu ersetzen, wenn zur Fortführung des Vertrages dessen Ergänzung notwendig ist. Die damit verbundene Einschränkung der durch das Grundgesetz gewährleisteten Vertragsfreiheit der Versicherungsnehmer ist nicht verfassungswidrig. Sie ist im Interesse der Rechtssicherheit und der nach § 11 Abs. 2 des Versicherungsaufsichtsgesetzes (VAG) gebotenen Gleichbehandlung aller Versicherungsnehmer sachlich notwendig.

2. Die verfassungsrechtlich geschützten Interessen derjenigen, die von der gesetzlichen Einschränkung der Vertragsfreiheit betroffen sind, müssen jedoch hinreichend gewahrt werden. In verfahrensrechtlicher Hinsicht ist dies dadurch sichergestellt, dass die neuen Klauseln sowohl im Individualprozess als auch im Verbandsprozess der uneingeschränkten richterlichen Inhaltskontrolle unterliegen. Materiell ist dem Schutzbedürfnis der Versicherungsnehmer durch eine die Voraussetzungen und Wirkungen des § 172 Abs. 2 VVG präzisierende und einschränkende Auslegung Rechnung zu tragen.

Die Ergänzung ist im Sinne von § 172 Abs. 2 VVG zur Fortführung des Vertrages notwendig, wenn durch die Unwirksamkeit der Bestimmung in den Versicherungsbedingungen eine Regelungslücke im Vertrag entsteht. Das ist der Fall, wenn die Unwirksamkeit die Leistungspflichten der Parteien betrifft. Da die Unwirksamkeit einer Klausel dazu führt, dass der Vertrag von Anfang an lückenhaft war, wirkt die lückenfüllende Vertragsergänzung auf den Zeitpunkt des Vertragsabschlusses zurück. § 172 Abs. 2 VVG erfasst deshalb auch gekündigte und beitragsfrei gestellte Verträge.

VVG § 172

Aktenzeichen: IVZR177/03 Paragraphen: VVG§172 Datum: 2005-10-12
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PDF-DokumentVersicherungsrecht - Lebensversicherungsrecht Versicherungsvertragsrecht

BGH - LG Hannover - AG Hannover
12.10.2005
IV ZR 162/03
IV ZR 245/03

1. § 172 Abs. 2 VVG ist auch auf die kapitalbildende Lebensversicherung anwendbar.

2. Zur Auslegung von § 172 Abs. 2 VVG und zu den Anforderungen an eine wirksame Klauselersetzung im Treuhänderverfahren.

3. Die im Treuhänderverfahren durchgeführte Ersetzung der durch die Urteile vom 9. Mai 2001 (BGHZ 147, 354 und 373) wegen Verstoßes gegen das Transparenzgebot für unwirksam erklärten Klauseln in Allgemeinen Bedingungen der Lebensversicherung über die Berechnung der beitragsfreien Versicherungssumme und des Rückkaufswerts, den Stornoabzug und die Verrechnung der Abschlusskosten durch inhaltsgleiche Bestimmungen ist unwirksam. Nach den Maßstäben des § 306 Abs. 2 BGB ergibt sich: Der Stornoabzug entfällt. Die beitragsfreie Versicherungssumme und der Rückkaufswert bei Kündigung dürfen einen Mindestbetrag nicht unterschreiten.

VVG § 172 Abs. 2
BGB § 306 Abs. 2

Aktenzeichen: IVZR162/03 Paragraphen: IVZR245/03 Datum: 2005-10-12
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PDF-DokumentVersicherungsrecht Grundgesetz - Lebensversicherungsrecht Versicherungsvertragsrecht Grundrechte Sonstiges

BVerfG - BGH - OLG Frankfurt - LG Darmstadt
26.07.2005 1 BvR 80/95

Der Gesetzgeber ist durch Art. 2 Abs. 1 und Art. 14 Abs. 1 GG verpflichtet, hinreichende rechtliche Vorkehrungen dafür vorzusehen, dass bei der Ermittlung eines bei Vertragsende zuzuteilenden Schlussüberschusses die Vermögenswerte angemessen berücksichtigt werden, die durch die Prämienzahlungen im Bereich der kapitalbildenden Lebensversicherung mit Überschussbeteiligung geschaffen worden sind.

GG Art. 2 Abs. 1
GG Art. 3 Abs. 1
GG Art. 14 Abs. 1

Aktenzeichen: 1BvR80/95 Paragraphen: GGArt.2 GGArt.3 GGArt.14 Datum: 2005-07-26
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PDF-DokumentGrundgesetz Versicherungsrecht - Grundrechte Lebensversicherungsrecht Versicherungsvertragsrecht

BVerfG - BVerwG
26.07.2005
1 BvR 782/94
1 BvR 957/96

1. Bedarf es für die Übertragung des Bestands von Lebensversicherungsverträgen auf ein anderes Unternehmen keiner Genehmigung durch den Versicherungsnehmer (Ausschluss des § 415 BGB durch § 14 Abs. 1 Satz 4 VAG), ist der Gesetzgeber durch Art. 2 Abs. 1 und Art. 14 Abs. 1 GG verpflichtet, den dadurch bewirkten Verlust der Möglichkeit, die vertragsmäßigen Rechte eigenständig und individuell durchzusetzen, auszugleichen.

2. Unterwirft der Gesetzgeber - wie in § 14 Abs. 1 Satz 3 in Verbindung mit § 8 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 VAG geschehen - die Übertragung des Bestands von Lebensversicherungsverträgen auf ein anderes Unternehmen dem Vorbehalt einer aufsichtsbehördlichen Genehmigung, so sind die Belange der Versicherten von der Aufsichtsbehörde umfassend festzustellen und ungeschmälert in die Entscheidung über die Genehmigung und die dabei vorzunehmende Abwägung einzubringen.

3. Die verfassungsrechtlichen Schutzpflichten aus Art. 2 Abs. 1 und Art. 14 Abs. 1 GG fordern Sicherungen dafür, dass die durch Prämienzahlungen der Versicherungsnehmer beim Versicherer geschaffenen Vermögenswerte im Fall von Bestandsübertragungen als Quellen für die Erwirtschaftung von Überschüssen erhalten bleiben und den Versicherten in gleichem Umfang zugute kommen wie ohne Austausch des Schuldners.

4. Zu den Anforderungen aus Art. 14 Abs. 1 GG an einen angemessenen Vermögensausgleich für den Verlust der Vereinsmitgliedschaft bei der Übertragung des Bestands von Lebensversicherungsverträgen eines Versicherungsvereins auf Gegenseitigkeit.

GG Art. 2 Abs. 1
GG Art. 14 Abs. 1
GG Art. 14 Abs. 1 Satz 1

Aktenzeichen: 1BvR782/94 1BvR957/96 Paragraphen: GGArt.2 GGArt.14 Datum: 2005-07-26
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PDF-DokumentVersicherungsrecht - Lebensversicherungsrecht Haftungsrecht

OLG Düsseldorf - LG Düsseldorf
15.07.2005
I-4 U 114/04

Lebensversicherungen, Vermittlung, Auskunft, Haftung aus culpa in contrahendo

VAG § 104
BGB § 823 II
StGB § 263
HGB §§ 18, 37
WpHG § 15
ZPO §§ 253 II Nr. 2, 264 Nr. 3

Aktenzeichen: I-4U114/04 Paragraphen: VAG§104 BGB§823 StGB§263 HGB§18 HGB§37 WpHG§15 ZPO§253 ZPO§264 Datum: 2005-07-15
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PDF-DokumentVersicherungsrecht - Lebensversicherungsrecht

BFH - Niedersächsisches FG
6.7.2005
VIII R 71/04

Nachträgliche Laufzeitverlängerung eines Lebensversicherungsvertrages stellt die Zinsen nicht steuerfrei

Die nachträgliche Verlängerung eines Versicherungsvertrages um drei Jahre führt trotz gleich bleibender Beitragsleistung steuerrechtlich zu einem neuen Vertrag, wenn die Möglichkeit der Vertragsänderung im ursprünglichen Versicherungsvertrag nicht vorgesehen war und sich aufgrund der Vertragsänderung die Laufzeit des Vertrages, die Prämienzahlungsdauer, die insgesamt zu entrichtenden Versicherungsbeiträge und die Versicherungssumme ändern.

EStG § 20 Abs. 1 Nr. 6, § 10 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. b Doppelbuchst. dd

Aktenzeichen: VIIIR71/04 Paragraphen: EStG§20 EStG§10 Datum: 2005-07-06
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PDF-DokumentInsolvenzrecht Versicherungsrecht Bankrecht - Masse Lebensversicherungsrecht Abtretung

OLG Celle - LG Stade
23.06.2005 16 W 54/05
Der Rückkaufswert aus einer Lebensversicherung des Insolvenzschuldners steht nicht der Insolvenzmasse zu, wenn der Insolvenzschuldner die Todesfallansprüche aus der Versicherung sicherungshalber an die Bank abgetreten hatte.
InsO § 51

Aktenzeichen: 16W54/05 Paragraphen: InsO§51 Datum: 2005-06-23
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PDF-DokumentVersicherungsrecht - Lebensversicherungsrecht

Kammergericht - LG berlin
03.06.2005 6 U 12/04
Zur Auslegung der Erklärung des Versicherungsnehmers bei einer Kapital-(lebens-)versicherung, an die Stelle des bezugsberechtigten Dritten einen anderen zu setzen (§ 166 Abs.1 VVG).
VVG § 1
VVG § 166 Abs. 1
VVG § 167 Abs.

Aktenzeichen: 6U12/04 Paragraphen: VVG§1 VVG§166 VVG§167 Datum: 2005-06-03
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PDF-DokumentVersicherungsrecht - Lebensversicherungsrecht

LG Dortmund - AG Dortmund
07.04.2005
2 S 54/04

1. § 172 Abs.2 VVG ist über den Bereich der Riskolebensversicherung hinaus auf Kapitallebensversicherungsverträge anwendbar.

2. § 172 Abs. 2 VVG ist weder europarechtswidrig, noch begegnet er verfassungsrechtlichen Bedenken.

VVG § 172 Abs.2

Aktenzeichen: 2S54/04 Paragraphen: VVG§172 Datum: 2005-04-07
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PDF-DokumentVersicherungsrecht - Lebensversicherungsrecht Unfallversicherungsrecht Deckungsanspruch

OLG Karlsruhe - LG Mannheim
03.03.2005 12 U 414/04
Eine mit Willen des Versicherten vorgenommene Injektion eines Rauschmittels stellt keinen Unfall dar, selbst wenn sie ungewollt einen Gesundheitsschaden oder den Tod des Versicherten verursacht.
AUB 94 § 1 Abs. III
AUB 94 § 2 Abs. II Nr. 2

Aktenzeichen: 12U414/04 Paragraphen: AUB94§1 AUB94§2 Datum: 2005-03-03
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PDF-DokumentVersicherungsrecht - Lebensversicherungsrecht

Bundesfinanzministerium
25.11.2004 IV C 1 - S 2252 - 405/04
Neuregelung der Besteuerung der Erträge aus kapitalbildenden Lebens- und Rentenversicherungen mit Kapitalwahlrecht durch das Gesetz zur Neuordnung der einkommensteuerrechtlichen Behandlung von Altersvorsorgeaufwendungen und Altersbezügen (Alterseinkünftegesetz – AltEinkG)

Aktenzeichen: IVC1-S2252-405/04 Paragraphen: Altersein-künftegesetz – AltEinkG Datum: 2004-11-25
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PDF-DokumentVersicherungsrecht - Lebensversicherungsrecht

Übermittelt von Rechtsanwälten Meilicke, Hoffmann & Partner, Poppelsdorfer Allee 114, 53115 Bonn

LG Bonn 12.11.2004 9 O 447/04
1. Eine Verpflichtung zur Leistung einer versicherung im Fall eines Suizids des Versicherten besteht nur für den Fall, dass der Suizid in einem die freie Willensbestimmung ausschließenden Zustand krankhafter Störung der Geistestätigkeit begangen worden ist.

2. Ein Ausschluß der freien Willensbestimmung liegt dann vor, wenn jemand nicht imstande ist, seinen Willen frei und ohne Einfluss einer Geistesstörung zu bilden und nach zutreffend gewonnenen Einsichten zu handeln. Hierbei, ist darauf abzustellen, ob eine freie Entscheidung nach Abwägung des Für und Wider bei einer sachlichen Prüfung der in Betracht kommenden Gesichtspunkte noch möglich ist oder ob umgekehrt von einer freien Willensbildung nicht mehr gesprochen werden kann, etwa weil infolge der Geistesstörung äußere Einflüsse den Willen übermäßig beherrschen. Als krankhafte Störung der Geistestätigkeit im Rahmen des § 169 VVG können alle Störungen der Verstandestätigkeit sowie des Willens, des Gefühls und des Trieblebens in Betracht kommen, ohne dass die Manifestation einer Geisteskrankheit erforderlich ist.

3. In der Rechtsprechung ist anerkannt, dass der Umstand, dass die Tat unerklärlich erscheint, für die Annahme einer Störung der Geistestätigkeit nicht ausreicht, wie auch das Fehlen eines bestimmten und ausreichenden Beweggrundes für die Tat für sich genommen einen Ausschluss der Steuerungsfähigkeit nicht zu begründen vermag. (Leitsatz der Redaktion)
VVG § 169

Aktenzeichen: 9O447/04 Paragraphen: VVG§169 Datum: 2004-11-12
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PDF-DokumentBankrecht Versicherungsrecht - Lebensversicherungsrecht Abtretung Sicherungsrecht Bausparen

OLG Köln - LG Köln
22.09.2004 5 U 214/03
Abtretung einer Lebensversicherung zur Absicherung eines Bausparvertrages. (Leitsatz der Redaktion)
ABB § 17
VVG § 12 Abs. 3
BGB § 335
ALB § 13 Abs. 4

Aktenzeichen: 5U214/04 Paragraphen: ABB§17 VVG§12 BGB§335 ALB§13 Datum: 2004-09-22
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PDF-DokumentInsolvenzrecht Versicherungsrecht - Arbeitsrecht Lebensversicherungsrecht

LAG Rheinland-Pfalz - ArbG Koblenz
20.08.2004 8 Sa 499/04
Lebensversicherung, Widerruf des Bezugsrechts durch Insvolbenzverwalter, Hinterlegung
VVG § 166
VVG § 166 Abs. 1
BGB § 812

Aktenzeichen: 8Sa499/04 Paragraphen: VVG§166 BGB§812 Datum: 2004-08-20
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PDF-DokumentVersicherungsrecht Bankrecht - Lebensversicherungsrecht Sonstiges Sicherungsrecht

OLG Düsseldorf - LG Duisburg
23.07.2004 I-17 U 94/98
1. Die Aufspaltung des ursprünglichen – zur Sicherung an eine Bank abgetretenen - Versicherungsvertrages in zwei Verträge über 40.000 DM und 60.000 DM kann nicht dazu führen, dass der neu entstandene Teilvertrag über 40.000 DM nicht mehr an die Bank abgetreten ist. Eine derartige Veränderung der abgetretenen Forderungen hätte der Zustimmung der Bank als der wahren Inhaberin der Forderungen aus dem ursprünglichen Lebensversicherungsvertrag bedurft. Daraus folgt, dass die Forderung aus dem neu entstandenen Teilvertrag nicht zum zweiten Mal wirksam abtreten werden konnte.

2. Daraus folgt, dass die G.-Versicherung mit ihrer Zahlung an die Beklagte als Scheingläubigerin gezahlt hat. Damit erwarb die G.-Versicherung gegen die Beklagte einen Anspruch auf Herausgabe des Erlangten unter dem Gesichtspunkt der ungerechtfertigten Bereicherung (§ 812 BGB). In Fällen wie diesem findet der Bereicherungsausgleich nämlich zwischen dem leistenden Schuldner und dem Scheingläubiger statt. (Leitsatz der Redaktion)
BGB §§ 284, 286, 408 Abs. 1, 407 Abs. 1, 409 Abs. 1, 821
BGB § 288 a. F.

Aktenzeichen: I-17U94/98 Paragraphen: BGB§284 BGB§286 BGB§408 BGB§407 BGB§409 BGB§821 BGB§288a Datum: 2004-07-23
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PDF-DokumentVersicherungsrecht AGB-Recht - Versicherungsvertragsrecht Lebensversicherungsrecht Haftungsausschluß Versicherungsverträge

LAG Köln - ArbG Köln
15.07.2004 10 Sa 184/04
Freitodklausel, Betriebliche Altersversorgung, Witwenrente

1. Zur Frage der Wirksamkeit und Auslegung einer sog. Freitodklausel (hier: "Bei Freitod des Anwärters wird kein Anspruch auf Witwenrente erworben") in einer mit dem Betriebsrat vereinbarten Versorgungsordnung.

2. Die Zulässigkeit von Freitodklauseln in der betrieblichen Altersversorgung ist, soweit ersichtlich, vom BAG noch nicht entschieden worden. Im Urteil vom 29.01.1991 - 3 AZR 85/90 - (AP Nr. 13 zu § 1 BetrAVG Hinterbliebenenversorgung) hat das BAG die Frage offengelassen. Die instanzgerichtliche Rechtsprechung beurteilt sie unterschiedlich, worauf be-reits das Arbeitsgericht hingewiesen hat. Im Schrifttum werden Freitodklauseln zwar nicht generell als unzulässig, aber als "problematisch", "bedenklich" und als unbefriedigend empfunden, da der Freitod die Hinterbliebenen zusätzlich "bestrafe". (Leitsatz der Redaktion – Ziff 2)
VersO §§ 3, 9 b, 13
BetrVG § 75
VVG § 169 Satz 2 ArbGG § 69 Abs. 2

Aktenzeichen: 10Sa184/04 Paragraphen: VersO§3 versO§9b VersO§13 BetrVG§75 VVG§169 ArbGG§69 Datum: 2004-07-15
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PDF-DokumentVersicherungsrecht - Lebensversicherungsrecht Obliegenheitsrecht Leistungsstörungen

OLG Stuttgart - LG Stuttgart
01.07.2004 7 U 18/04
Nachfrageobliegenheit
Wenn ein Versicherungsnehmer bei Abschluss eines Lebensversicherungsvertrages mit Berufunfähigkeitsschutz gegenüber dem Versicherungsagenten auf das Vorliegen einer Erbkrankheit (hier: Kleinwüchsigkeit) hinweist, ohne diese und ihre medizinischen Auswirkungen näher bezeichnen zu können, löst dies die Nachfrageobliegenheit der Versicherung aus.
VVG § 16
VVG § 17

Aktenzeichen: 7U18/04 Paragraphen: VVG§16 VVG§17 Datum: 2004-07-01
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