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PDF-DokumentFamilienrecht - Adoptionsrecht Namensrecht

BGH - OLG Stuttgart - AG Heilbronn
13.5.2020
XII ZB 427/19

Volljährigenadoption: Anfechtbarkeit des Annahmebeschlusses; Anfrage an das BVerfG: Besteht auch bei Vorliegen besonderer Umstände nicht die Möglichkeit bei der sog. schwachen Volljährigenadoption für einen Angenommenen, der bis zur Annahme als Kind seinen Geburtsnamen als Familiennamen, nicht aber als Ehenamen geführt hat, diesen Geburtsnamen als alleinigen Familiennamen fortzuführen?

1. Ein Annahmebeschluss unterliegt der Anfechtung, soweit damit zugleich ein Antrag zur Namensführung nach § 1757 Abs. 3 BGB abgelehnt wird.(Rn.11)(Rn.15)

2. Es wird eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zu der Frage eingeholt, ob es mit dem von Art. 2 Abs. 1 iVm Art. 1 Abs. 1 GG gewährleisteten Schutz des allgemeinen Persönlichkeitsrechts unvereinbar ist, dass gemäß §§ 1767 Abs. 2 Satz 1, 1757 BGB bei der sog. schwachen Volljährigenadoption für einen Angenommenen, der bis zur Annahme als Kind seinen Geburtsnamen als Familiennamen, nicht aber als Ehenamen geführt hat, auch bei Vorliegen besonderer Umstände nicht die Möglichkeit besteht, diesen Geburtsnamen als alleinigen Familiennamen fortzuführen.(Rn.23)

GG Art 1 Abs 1, Art 2 Abs 1, Art 100 Abs 1 S 1
BGB § 1757 Abs 1, § 1757 Abs 3 S 1 Nr 2

Aktenzeichen: XIIZB427/19 Paragraphen: Datum: 2020-05-13
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PDF-DokumentFamilienrecht - Kindschaftsrecht Namensrecht

OLG Hamm - AG Essen-Borbeck
28.4.2020
2 WF 14/20

1. Die Ersetzung der Einwilligung des anderen Elternteils in die Einbenennung eines Kindes gem. § 1618 Satz 4 BGB setzt eine umfassende Abwägung der - grundsätzlich gleichrangigen - Kindes- und Elterninteressen voraus. Dabei ist stets zu prüfen, ob die Trennung des Namensbandes aus Gründen des Kindeswohls unabdingbar notwendig ist. Es müssen konkrete Umstände vorliegen, die das Kindeswohl gefährden, so dass die Einbenennung unerlässlich ist, um Schäden von dem Kind abzuwenden (Anschluss BGH, Bes. v. 24. Oktober 2001 - XII ZB 88/99, FamRZ 2002, 94; BGH, Bes. v. 30. Januar 2002 - XII ZB 94/00, FamRZ 2002, 1331; BGH, Bes. v. 10. März 2005 - XII ZB 153/03, FamRZ 2005, 889; Abgrenzung zu OLG Frankfurt, Bes. v. 18. Dezember 2019 - 1 UF 140/19, FamRZ 2020, 591).

2. Eine bestehende Namensverschiedenheit trifft grundsätzlich jedes Kind, das aus einer geschiedenen Ehe stammt und bei einem wiederverheirateten Elternteil lebt, der den Namen des neuen Ehepartners angenommen hat. Bloße Unannehmlichkeiten infolge der Namensverschiedenheit und der Notwendigkeit, diese auf Nachfragen zu erklären, vermögen die Erforderlichkeit einer Namensänderung daher ebenso wenig zu begründen wie der bloße Wunsch des Kindes, ausbleibende Kindesunterhaltszahlungen des anderen Elternteils oder der Umstand, dass kein Umgang mit dem anderen Elternteil stattfindet.

3. Die Einbenennung ist als zusätzliches Integrationsmittel ferner dann nicht erforderlich, wenn das Kind bereits unter seinem bisherigen Namen ausreichend in die "Stieffamilie" integriert ist (Anschluss OLG Dresden, Bes. v. 11. April 2014 - 22 UF 833/13, FamRZ 2014, 1853)

BGB § 1618 S 4

Aktenzeichen: 2WF14/20 Paragraphen: Datum: 2020-04-28
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PDF-DokumentFamilienrecht - Namensrecht

BGH - OLG Frankfurt - AG Fürth/Odenwald
8.1.2020
XII ZB 478/17

1. Ein nichtsorgeberechtigter Elternteil ist bei vorliegender Namensübereinstimmung mit seinem Kind zur Beschwerde gegen die nach § 2 Abs. 1 NamÄndG erteilte familiengerichtliche Genehmigung einer vom Vormund beabsichtigten Antragstellung im öffentlich-rechtlichen Namensänderungsverfahren (hier: Einbenennung in den Namen der Pflegefamilie) befugt.

2. Das Familiengericht darf die Genehmigung der von dem Vormund beabsichtigten Antragstellung nicht schon dann versagen, wenn nach seiner eigenen rechtlichen Einschätzung auf der Grundlage der von ihm getroffenen Feststellungen kein wichtiger Grund im Sinne von § 3 NamÄndG für eine Änderung des Mündelnamens gegeben ist; wenn sich im Genehmigungsverfahren das Erfordernis ergibt, verschiedene für und gegen eine Namensänderung sprechende Umstände zu gewichten und gegeneinander abzuwägen, muss diese Aufgabe im Zweifel den zuständigen Verwaltungsbehörden bzw. Verwaltungsgerichten überlassen bleiben und darf die Genehmigung nicht verweigert werden (Abgrenzung zu Senatsbeschluss vom 9. November 2016 - XII ZB 298/15, FamRZ 2017, 119).

FamFG § 59
NamÄndG § 2 Abs 1, § 2 Abs 3, § 3

Aktenzeichen: XIIZB478/17 Paragraphen: Datum: 2020-01-08
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PDF-DokumentFamilienrecht - Namensrecht

OLG Hamburg - AG Hamburg
15.7.2019
2 W 44/19

1. Der Trennstrich rumänischen Rechts zwischen zwei Vornamen ist nicht dem Registerrecht, sondern dem materiellen Namensrecht zuzuordnen.

2. Für die Frage des anzuwendenden Sachrechts kommt es daher auf Art. 10 EGBGB an.

3. Rumänisches Namensrecht findet Anwendung, wenn die betroffene Person die rumänische Staatsangehörigkeit besitzt.

4. Die Eintragung des Trennstrichs rumänischen Rechts verstößt nicht gegen den ordre public Grundsatz (Art. 6 EGBGB), weil daraus folgende Missverständnisse im Hinblick auf den Bindestrich deutschen Namensrechts nicht so gravierend sind, dass die Eintragung mit der öffentlich-rechtlichen Ordnungsfunktion des Namens schlechterdings unvereinbar wäre.

BGBEG Art 6, Art 10

Aktenzeichen: 2W44/19 Paragraphen: Datum: 2019-07-15
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PDF-DokumentFamilienrecht - Namensrecht Personenstandsrecht

KG Berlin
9.5.2019
1 W 110/16

Wählen Ehegatten, die beide sowohl die deutsche als auch die britische Staatsangehörigkeit besitzen, für ihren künftig zu führenden Namen englisches Recht, und bestimmen den nach “deed poll” der Ehefrau geführten, ein deutsches Adelsprädikat enthaltenen Namen zum Ehenamen, kommt dessen Beurkundung in geschlechtsspezifischer Form im Eheregister nicht in Betracht. Wird die Vorfrage der den Ehegatten bei der Bildung des Ehenamens zur Verfügung stehenden Namen selbständig angeknüpft, kann der mit dem Adelsprädikat versehene Name der Ehefrau ebenfalls nicht zum Ehenamen bestimmt werden (Anschluss an BGH, Beschluss vom 14. November 2018 – XII ZB 292/15 – FamRZ 2019, 218)

BGBEG Art 5, Art 6, Art 10, Art 48
PStG § 15

Aktenzeichen: 1W110/16 Paragraphen: Datum: 2019-05-09
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PDF-DokumentFamilienrecht Internationales Recht - Namensrecht Familienrecht

BGH - Kammergericht - AG Schöneberg
20.2.2019
XII ZB 130/16

1. Art. 48 Satz 1 EGBGB ermöglicht grundsätzlich nicht die Wahl eines im EU-Ausland registrierten Namens, wenn dieser rechtswidrig nicht nach deutschem Namensrecht gebildet wurde, obwohl aus der kollisionsrechtlichen Sicht des ausländischen EU-Mitgliedstaates deutsche Sachvorschriften zur Anwendung berufen waren (hier: Registrierung eines gemäß § 1617 BGB unzulässigen Doppelnamens für ein in Frankreich geborenes und wohnendes Kind, welches ebenso wie seine Eltern ausschließlich die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt).

2. Die primärrechtliche Verpflichtung der Mitgliedstaaten der Europäischen Union, zur Vermeidung einer Beeinträchtigung der Unionsbürgerfreizügigkeit gemäß Art. 21 AEUV den von einem seiner Staatsangehörigen bei einem Aufenthalt im Hoheitsgebiet eines anderen Mitgliedstaats erworbenen Namen so anzuerkennen, wie er dort bestimmt wurde, schließt eine Nachprüfung der Rechtmäßigkeit des Namenserwerbs im Ursprungsstaat durch die Behörden des Anerkennungsstaats nicht aus.

BGBEG Art 48 S 1
AEUV Art 21
BGB § 1617

Aktenzeichen: XIIZB130/16 Paragraphen: Datum: 2019-02-20
Link: pdf.php?db=zivilrecht&nr=38765

PDF-DokumentFamilienrecht - Namensrecht

BGH - OLG Karlsruhe - AG Karlsruhe
9.1.2019
XII ZB 188/17

Zur Annahme einer deutschsprachigen Adelsbezeichnung im Wege einer unter englischem Recht ("deed poll") erfolgten privatautonomen Namensänderung (im Anschluss an Senatsbeschluss vom 14. November 2018, XII ZB 292/15, juris).

WRV Art 109 Abs 3
GG Art 123
AEUV Art 21

Aktenzeichen: XIIZB188/17 Paragraphen: Datum: 2019-01-09
Link: pdf.php?db=zivilrecht&nr=38473

PDF-DokumentFamilienrecht - Namensrecht

BGH - OLG Nürnberg - AG Nürnberg
14.11.2018
XII ZB 292/15

1. Vom Anwendungsbereich des Art. 48 Satz 1 EGBGB ist nicht nur der mit einem statusbegründenden oder statusändernden familienrechtlichen Ereignis zusammenhängende Namenserwerb erfasst, sondern auch der Namenserwerb, der auf einer gerichtlichen, behördlichen und privatautonomen Namensänderung beruht.

2. Die von familienrechtlichen Statusvorgängen losgelöste Annahme einer deutschsprachigen Adelsbezeichnung ist mit dem Rechtsgedanken des - gemäß Art. 123 GG als einfaches Bundesrecht fortgeltenden - Art. 109 Abs. 3 Satz 2 WRV grundsätzlich nicht vereinbar.

3. Die frei gewählte Annahme einer deutschsprachigen Adelsbezeichnung im Wege einer unter ausländischem Recht erfolgten isolierten Namensänderung (hier: "deed poll" nach englischem Recht) verstößt gegen den deutschen ordre public, wenn die Namensänderung von der Motivation getragen ist, den gewählten Namen (auch) in Deutschland führen zu können und damit den Anschein der Zugehörigkeit zu einer vermeintlich hervorgehobenen sozialen Gruppe zu erwecken; unter diesen Voraussetzungen ist dem gewählten Namen auch nach Abwägung mit dem Personenfreizügigkeitsrecht aus Art. 21 AEUV regelmäßig die Anerkennung zu versagen.

BGBEG Art 48 S 1
WRV Art 109 Abs 3 S 2
GG Art 123
AEUV Art 21

Aktenzeichen: XIIZB292/15 Paragraphen: Datum: 2018-11-14
Link: pdf.php?db=zivilrecht&nr=38276

PDF-DokumentFamilienrecht Internationales Recht - Namensrecht Familienrecht

KG Berlin
8.3.2018
1 W 112/17

Führt die srilankische Ehefrau eines eingebürgerten früheren srilankischen Staatsangehörigen dessen persönlichen Eigennamen an Stelle des väterlichen Eigennamens, kann der geführte Name zum Geburtsnamen eines gemeinsamen Kindes bestimmt werden (Anschluss an OLG Hamm; Beschluss vom 28. Juni 2006 - 15 W 399/05 -; BayObLG, Beschluss vom 10. November 1998 - 1Z BR 202/97).

BGB § 1355, § 1617
BGBEG Art 10, Art 47
PStG § 46

Aktenzeichen: 1W112/17 Paragraphen: Datum: 2018-03-08
Link: pdf.php?db=zivilrecht&nr=37657

PDF-DokumentFamilienrecht Internationales Recht - Namensrecht Sorgerecht Familienrecht

KG Berlin
18.1.2018
1 W 563/16

Art. 10 Abs. 3 S. 1 Nr. 1 EGBGB ermöglicht es, den Vatersnamen (hier bulgarischen Rechts) in die Rechtswahl einzubeziehen, wenn der Sorgeberechtigte das Recht eines Mitgliedstaats der Europäischen Union wählt, dem auch das Kind angehört, und er zum Ausdruck bringt, das Kind solle neben dem Familiennamen auch den Vatersnamen nach dem gewählten Recht führen.

AEUV Art 21
BGBEG Art 10 Abs 3 S 1 Nr 1, Art 48

Aktenzeichen: 1W563/16 Paragraphen: Datum: 2018-01-18
Link: pdf.php?db=zivilrecht&nr=37508

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