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PDF-DokumentFamilienrecht - Kindschaftsrecht Sonstiges

OLG Frankfurt
18.12.2019
1 UF 140/19

Voraussetzung für die Ersetzung der Einwilligung eines Elternteils zur Einbenennung nach § 1618 BGB ist nicht das Vorliegen einer Kindeswohlgefährdung. Es genügt vielmehr die (niedrigere) Schwelle der Erforderlichkeit.

BGB § 1618

Aktenzeichen: 1UF140/19 Paragraphen: Datum: 2019-12-18
Link: pdf.php?db=zivilrecht&nr=39616

PDF-DokumentFamilienrecht - Kindschaftsrecht Sonstiges

OLG Hamm
29.11.2019
12 UF 236/19

1. Eine Minderjährige bedarf zum Schwangerschaftsabbruch nicht der Zustimmung ihrer gesetzlichen Vertreter, wenn sie einwilligungsfähig ist, also nach ihrer geistigen und sittlichen Reife die Tragweite dieses Eingriffs erfassen und ihren Willen hiernach ausrichten kann.

2. An die Feststellung der Einwilligungsfähigkeit der Minderjährigen durch den behandelnden Arzt sind hohe Anforderungen zu stellen. Die Fähigkeit muss sich sowohl auf den medizinischen Eingriff als auch die Rechtsgüterabwägung beziehen. Zudem muss die Minderjährige auch die Reife zur Bewertung des Eingriffs in Hinblick auf die möglichen psychischen Belastungen aufweisen.

BGB § 630 d, 1626, StGB § 218a

Aktenzeichen: 12UF236/19 Paragraphen: Datum: 2019-11-29
Link: pdf.php?db=zivilrecht&nr=39535

PDF-DokumentFamilienrecht - Kindschaftsrecht Aufenthaltsbestimmungsrecht

BGH - OLG Frankfurt - AG Bad Schwalbach
27.11.2019
XII ZB 512/18

1. Die gerichtliche Übertragung des Aufenthaltsbestimmungsrechts auf einen Elternteil hat keine Bindungswirkung hinsichtlich einer späteren Entscheidung zum Umgang und der sich dabei stellenden Frage, ob ein paritätisches Wechselmodell anzuordnen ist (Fortführung von Senatsbeschluss vom 1. Februar 2017 - XII ZB 601/15, BGHZ 214, 31 = FamRZ 2017, 532).

2. Die Entscheidung zum Umgang richtet sich in diesem Fall als Erstentscheidung nach §§ 1684, 1697a BGB und unterliegt nicht den einschränkenden Voraussetzungen einer Abänderungsentscheidung gemäß § 1696 Abs. 1 BGB.

3. Der Anordnung eines Wechselmodells kann entgegenstehen, dass der dieses begehrende Elternteil es an der notwendigen Loyalität gegenüber dem anderen Elternteil fehlen lässt. Ein gegenläufiger Wille des Kindes ist nicht ausschlaggebend, wenn dieser maßgeblich vom das Wechselmodell anstrebenden Elternteil beeinflusst ist.

BGB § 1684, § 1696 Abs 1, § 1697a

Aktenzeichen: XIIZB512/18 Paragraphen: Datum: 2019-11-27
Link: pdf.php?db=zivilrecht&nr=39609

PDF-DokumentFamilienrecht - Kindschaftsrecht Aufenthaltsbestimmungsrecht

BGH - OLG Frankfurt - AG Bad Schwalbach
27.11.2019
XII ZB 511/18

Die Abänderung einer Übertragung des Aufenthaltsbestimmungsrechts auf einen Elternteil ist trotz eines auf den Wechsel in den Haushalt des anderen Elternteils gerichteten Kindeswillens nicht gerechtfertigt, wenn der Kindeswille nicht autonom gebildet ist und sonstige Belange des Kindeswohls entgegenstehen.

BGB § 1671, § 1696 Abs 1, § 1697a

Aktenzeichen: XIIZB511/18 Paragraphen: Datum: 2019-11-27
Link: pdf.php?db=zivilrecht&nr=39697

PDF-DokumentFamilienrecht - Kindschaftsrecht Sorgerecht Umgangsrecht Jugendamt

OLG Brandenburg - AG Zehdenick
29.8.2019
13 UF 135/19

Das dringende Bedürfnis zu sofortigem, einstweiligem Einschreiten (§ 49 I FamFG) besteht, wenn eine Folgenabwägung ergibt, dass die Nachteile, die für die Rechte und Interessen der Beteiligten entstehen, wenn die einstweilige Anordnung unterbleibt, die Hauptsache aber im Sinne des Antragstellers entschieden würde, schwerer wiegen als die Nachteile, die durch die vorläufige Maßnahme eintreten können, die aber aufzuheben und rückabzuwickeln ist, wenn sich der Antrag in der Hauptsache als erfolglos erweisen sollte.

Aktenzeichen: 13UF135/19 Paragraphen: Datum: 2019-08-29
Link: pdf.php?db=zivilrecht&nr=39300

PDF-DokumentFamilienrecht - Kindschaftsrecht Umgangsrecht

BGH - OLG Frankfurt - AG Alsfeld
10.7.2019
XII ZB 507/18

1. Eine Umgangsregelung nach § 156 Abs. 2 FamFG bedarf der anschließenden familiengerichtlichen Billigung durch Beschluss (im Anschluss an Senatsbeschluss vom 1. Februar 2017 - XII ZB 601/15, BGHZ 214, 31 = FamRZ 2017, 532).

2. Gegen den Billigungsbeschluss ist die Beschwerde statthaft. Dabei ist auch ein Elternteil, der der Umgangsregelung zugestimmt hat, zur Beschwerde befugt.

FamFG § 58, § 156 Abs 2

Aktenzeichen: XIIZB507/18 Paragraphen: Datum: 2019-07-10
Link: pdf.php?db=zivilrecht&nr=39269

PDF-DokumentFamilienrecht - Kindschaftsrecht Sorgerecht Umgangsrecht

OLG Saarbrücken - AG Saarlouis
11.6.2019
9 UF 49/18

Behauptet ein Elternteil, der die alleinige elterliche Sorge für das gemeinsame Kind erstrebt, u.a., der andere Elternteil habe sich gegen ihn gewalttätiger Übergriffe bis hin zur Vergewaltigung schuldig gemacht - was dieser bestreitet -, und lehnt er daher einen - auch begleiteten - Umgang dieses Elternteils mit dem Kind ab, so muss dem Kind im Sorgerechtsverfahren wegen § 158 Abs. 2 Nr. 1 FamFG ein Verfahrensbeistand bestellt werden. Unterbleibt dies, kann die Aufhebung und Zurückverweisung der Sache durch das Beschwerdegericht gerechtfertigt sein.

FamFG § 69 Abs 1 S 3, § 158 Abs 2 Nr 1

Aktenzeichen: 9UF49/18 Paragraphen: Datum: 2019-06-11
Link: pdf.php?db=zivilrecht&nr=39055

PDF-DokumentFamilienrecht - Kindschaftsrecht Sorgerecht

OLG Frankfurt - AG Wetzlar
18.4.2019
4 UF 81/19

Kein Teilentzug der elterlichen Sorge für Entscheidung über Schulbesuch

BGB § 1671, § 1628

Aktenzeichen: 4UF81/19 Paragraphen: Datum: 2019-04-18
Link: pdf.php?db=zivilrecht&nr=38906

PDF-DokumentFamilienrecht - Kindschaftsrecht Sorgerecht

KG Berlin - AG Tempelhof-Kreuzberg
15.4.2019
13 UF 89/16

1. Bei einer Betreuung des gemeinsamen Kindes durch beide Elternteile im Verhältnis von 45% zu 55% kann von einem unterhaltsrechtlichen paritätischen Wechselmodell, bei dem beide Elternteile quotal für den Unterhaltsbedarf des Kindes einzustehen haben, noch keine Rede sein.

2. Der nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs in Sorge- und Umgangssachen (Beschluss vom 1. Februar 2017 - XII ZB 601/15, BGHZ 214, 31) anerkannte Grundsatz, dass ein paritätisches Wechselmodell nur angeordnet werden kann, wenn zwischen den Eltern eine tragfähige Kommunikations- und Kooperationsbasis besteht, kann vom grundsätzlichen Denkansatz her als wertendes Element herangezogen werden, um die Frage zu entscheiden, ob ein spezifisches, von den Eltern praktiziertes Betreuungsmodell bereits als echtes Wechselmodell qualifiziert werden kann: Denn ohne eine gewisse Basis bei der Kommunikation und Kooperation der Eltern ist es auch aus unterhaltsrechtlicher Sicht nicht vorstellbar, wie die Eltern in der Lage sein wollen, die mit zunehmenden Alter des Kindes immer wichtiger werdenden organisatorischen Aspekte der Kinderbetreuung im Wechselmodell wahrzunehmen.

3. Zur Frage, ob der vom pflichtigen Elternteil geschuldete Barunterhalt zu mindern ist, weil der betreffende Elternteil für das unterhaltsberechtigte Kind regelmäßig Bekleidung kauft, Reisen finanziert oder sonstige Ausgaben bestreitet.

BGB § 1606 Abs 3, § 1619 Abs 2 S 2

Aktenzeichen: 13UF89/16 Paragraphen: Datum: 2019-04-15
Link: pdf.php?db=zivilrecht&nr=38821

PDF-DokumentFamilienrecht - Kindschaftsrecht Sorgerecht

BGH - OLG Srtuttgart - AG Esslingen
27.3.2019
XII ZB 345/18

1. Der personensorgeberechtigte Elternteil hat wie auch der umgangsberechtigte Elternteil in entsprechender Anwendung der §§ 1632 Abs. 1, 1684 Abs. 2 BGB grundsätzlich einen Anspruch auf Herausgabe des Kinderreisepasses.

2. Der Herausgabeanspruch besteht nur insoweit, als der berechtigte Elternteil für die Ausübung seines Rechts den Kinderreisepass benötigt.

3. Die berechtigte Besorgnis, dass der die Herausgabe begehrende Elternteil mit Hilfe des Kinderreisepasses seine elterlichen Befugnisse überschreiten (etwa das Kind ins Ausland entführen) will, kann dem Herausgabeanspruch entgegenstehen.

BGB § 1632 Abs 1, § 1684 Abs 2

Aktenzeichen: XIIZB345/18 Paragraphen: Datum: 2019-03-27
Link: pdf.php?db=zivilrecht&nr=38835

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