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PDF-DokumentNaturschutzrecht - Tierschutz

VG Oldenburg
25.4.2012
5 A 1428/11
5 A 1905/11

Unzulässigkeit eines Knallapparates im Vogelschutzgebiet

BNatSchG § 44, § 45
EWGRL 43/92 Art 12
EGRL 147/2009 Art 4

Aktenzeichen: 5A1428/11 5A1905/11 Paragraphen: BNatSchG§44 BNatSchG§45 Datum: 2012-04-25
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PDF-DokumentNaturschutzrecht - Tierschutz

EuGH
9.6.2011
C-383/09

Klage wegen Vertragsverletzung - Begründet
Vertragsverletzung eines Mitgliedstaats - Habitatrichtlinie

Unzulänglichkeit der zum Schutz der Art Cricetus cricetus (Feldhamster) getroffenen Maßnahmen - Verschlechterung der natürlichen Lebensräume.

EWGRL 43/1992-A12P1LD : N 18 40, 62000CJ0103 : N 21 22, 62004CJ0518 : N 20, 62005CJ0183 : N 19 20, 62006CJ0531 : N 22

Aktenzeichen: C-383/09 Paragraphen: Datum: 2011-06-09
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PDF-DokumentNaturschutzrecht - Tierschutz

OVG NRW - VG Arnsberg
11.09.2007
8 A 2696/06

1. Eine "erhebliche Beeinträchtigung" i.S.v. § 48 c Abs. 5 Satz 4 Nr. 1 und § 48 d Abs. 4 LG NRW ist grundsätzlich bei jeder nachteiligen Auswirkung auf Erhaltungsziele i.S.v. Art. 6 Abs. 3 der FFH-Richtlinie gegeben (wie BVerwG, Urteil vom 17.1.2007 - 9 A 20.05 -).

2. Der im Rahmen der FFH-Verträglichkeitsprüfung zum Ausschluss vernünftiger Zweifel an der Vermeidung nachteiliger Auswirkungen erforderliche "Gegenbeweis" misslingt u.a. dann, wenn die einschlägigen wissenschaftlichen Erkenntnisse derzeit objektiv keine hinreichend sicheren Aussagen über die voraussichtlichen Auswirkungen des Vorhabens erlauben (wie BVerwG, Urteil vom 17.1.2007 - 9 A 20.05 -).

3. Kommen mehrere Sachverständige auf der Grundlage übereinstimmender Feststellungen zum Vorkommen bestimmter geschützter Vogelarten (hier Wiesenweihe, Goldregenpfeifer und Rotmilan) zu unterschiedlichen, nach dem Stand der Wissenschaft gleichermaßen vertretbaren prognostischen Aussagen zu den Auswirkungen eines Vorhabens, liegt die Folgenabschätzung nicht "auf der sicheren Seite".

LG NRW § 48 c Abs. 5 Satz 4 Nr. 1
LG NRW § 48 d Abs. 4
FFH-Richtlinie Art. 1 i
FFH-Richtlinie Art. 6 Abs. 3

Aktenzeichen: 8A2696/06 Paragraphen: LGNRW§48c LGNRW§48d Datum: 2007-09-11
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PDF-DokumentBau- und Bodenrecht Umweltrecht Naturschutzrecht - Windenergieanlagen Immissionsschutz Tierschutz

Thüringer OVG - VG Gera
29.05.2007
1 KO 1054/03

Unzulässigkeit von Windkraftanlagen wegen entgegenstehender Belange des Vogelschutzes

1. Die Übergangsregelung des § 67 Abs. 9 Satz 3 BImSchG, wonach Verfahren auf Erteilung einer Baugenehmigung für Windkraftanlagen, die vor dem 1.7.2005 rechtshängig geworden sind, nach den bis zum 30.6.2005 geltenden Vorschriften abgeschlossen werden, ist auf Verfahren auf Erteilung eines Bauvorbescheides entsprechend anzuwenden.

2. Einer privilegiert zulässigen Windkraftanlage können Belange des Vogelschutzes (als Unterfall des Naturschutzes) auch dann entgegenstehen, wenn sich ihr Standort weder in einem ausgewiesenen noch in einem sog. faktischen Europäischen Vogelschutzgebiet befindet.

3. Zur Beeinträchtigung der Reproduktion und örtlichen Population des Rotmilans durch Errichtung von Windkraftanlagen in der Nähe von Brutplätzen (Einzelfall).

Aktenzeichen: 1KO1054/03 Paragraphen: BimSchG§67 Datum: 2007-05-29
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PDF-DokumentProzeßrecht Naturschutzrecht - Rechtsmittelrecht Tierschutz Sonstiges

BVerwG - OVG Lüneburg
08.03.2007
9 B 19.06

Revisionszulassung; Grundsatzrüge; revisibles Recht; technische Regelwerke; Verwaltungsvorschriften; Artenschutz; Verbotstatbestand; Brutstätte; Wohnstätte; Zufluchtstätte; Lebensstätte; Lebensraum; Habitat; Verbreitungsgebiet; Amphibien; Amphibienwanderung; Wanderkorridor; Laichgewässer; Sommerlebensraum; Straßenbauvorhaben; Trennwirkung der Trasse

1. Verwaltungsvorschriften sind, auch wenn sie als technische Regelwerke im Einzelfall die Anwendung von Rechtsvorschriften beeinflussen mögen, mangels Rechtssatzqualität nicht revisibel.

2. Wanderkorridore der Amphibien sind keine Wohn- oder Zufluchtstätten i.S.v. § 42 Abs. 1 Nr. 1 BNatSchG.

BNatSchG § 42 Abs. 1 Nr. 1
BNatSchG § 65 Abs. 1 Nr. 1
VwGO § 132 Abs. 2 Nr. 1
VwGO § 137 Abs. 1

Aktenzeichen: 9B19.06 Paragraphen: BnatSchG§42 BNatSchG§65 VwGO§132 VwGO§137 Datum: 2007-03-08
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PDF-DokumentBau- und Bodenrecht Naturschutzrecht - Windenergieanlagen Tierschutz Schutzgebiete

OVG Rheinland-Pfalz - VG Koblenz
02.03.2006
1 A 10884/05

Windkraftanlage, Windenergieanlage, Windenergie, Windfarm; Vorbescheid; Bauplanungsrecht, Außenbereich, Belang, öffentlicher Belang, Entgegenstehen, Privilegierung, Abwägung, Interessenbewertung; Einvernehmen, Gemeinde, Planungshoheit, Ersuchen, Einvernehmensfiktion; Art, Schutz, Artenschutz, Vogel, Vogelschutz, geschützte Art, Rotmilan; Vogelschutzgebiet, Vogelschutz-Richtlinie, Europäischer Vogelschutz; Lebensraum, Lebensstätte

1. Von der Schutzwirkung des § 36 BauGB zugunsten der Gemeinde wird auch der Fall erfasst, dass ein bevorzugt im Außenbereich zulässiges (Bau-)Vorhaben wegen entgegenstehender Belange des Naturschutzes und der Landschaftspflege unzulässig ist.

2. Ein Ersuchen gemäß § 36 Abs. 2 Satz 2 BauGB muss in Anbetracht der ggf. weit reichenden Folgen der Einvernehmensfiktion eindeutig formuliert sein; die ersuchte Gemeinde muss erkennen können, dass und in welcher Hinsicht die dortige Zweimonatsfrist ausgelöst wird.

3. An dem öffentlichen Belang des Schutzes einer bestimmten Vogelart (hier: Rotmilan) kann die Errichtung eines bevorzugt im Außenbereich zulässigen (Bau-)Vorhabens (hier: Windkraftanlage) nicht nur innerhalb ausgewiesener oder faktischer Europäischer Vogelschutzgebiete scheitern.

4. Zu der nach der Vogelschutz-Richtlinie vorgeschriebenen Erhaltung und Pflege der Lebensräume kann es auch gehören, den schützenswerten Lebensraum einer geschützten Vogelart von einer im Außenbereich bevorzugt zulässigen Bebauung freizuhalten, wenn gerade diese Bebauung geeignet ist, dem Schutzziel der Erhaltung der Art spürbar entgegenzuwirken.

BImSchG §§ 9, 13
BauGB §§ 35, 36
BNatSchG §§ 10, 39, 41
LNatSchG § 28
EWGRL 79/409

Aktenzeichen: 1A10884/05 Paragraphen: BImSchG§9 BImSchG§13 BauGB§35 BauGB§36 BNatSchG§10 BNatSchG§39 BNatSchG§41 LNatSchG§28 79/409/EWG Datum: 2006-03-02
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PDF-DokumentBau- und Bodenrecht Naturschutzrecht - Windenergieanlagen Tierschutz

OVG Rheinland-Pfalz - VG Koblenz
19.01.2006
1 A 11312/04.OVG

Belange des Naturschutzes, Vogelzug, Vogelzugkorridor, Haupt-Vogelfluglinien, Hauptvogelzugkorridor, Vogelzugverdichtungen, Windenergieanlagen, öffentlicher Belang, Beeinträchtigung des Vogelzugs

Ein Vogelzugkorridor mit überdurchschnittlichem Vogelzuggeschehen kann als öffentlicher Belang i.S. von § 35 Abs. 3 Satz 1 Nr. 5 BauGB der Genehmigung von Windenergieanlagen entgegenstehen.

BauGB § 35

Aktenzeichen: 1A11312/04 Paragraphen: BauGB§35 Datum: 2006-01-19
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PDF-DokumentNaturschutzrecht - Tierschutz Schutzgebiete Sonstiges

OVG Lüneburg
12.12.2005
7 MS 91/05

"prioritäre" Vogelarten, Alternative, zumutbare, Kulturlandschaft, historische, Rechtsausübung, unzulässige, Sperrgrundstück, Trennungsgebot Autobahn A 26 - 2. Bauabschnitt -, vorläufiger Rechtsschutz

1. Auch stark bestandsgefährdete Vogelarten werden von § 10 Abs. 2 Nr. 8 BNatSchG nicht erfasst.

2. Eine andere Verkehrswegführung kann eine zumutbare Alternative im Sinne von § 34 Abs. 3 Nr. 2 BNatSchG sein, wenn durch die Auswirkungen einer solchen Trasse Immissionsgrenzwerte der 16. BImSchV (Verkehrslärmschutzverordnung) nicht überschritten werden.

16.BImSchV
BImSchG § 50 1
BNatSchG § 10 II Nr 8
BNatSchG § 34 III Nr 2
Verkehrslärmschutzverordnung
VwGO § 42 II

Aktenzeichen: 7MS91/05 Paragraphen: 16.BImSchV BImSchG§50 BNatSchG§10 BNatSchG§34 Verkehrslärmschutzverordnung Datum: 2005-12-12
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PDF-DokumentNaturschutzrecht Internationales Recht - Landschaftsschutz Tierschutz Naturschutz

EuGH
20.10.2005
C 6/04

Vertragsverletzung eines Mitgliedstaats – Richtlinie 92/43/EWG – Erhaltung der natürlichen Lebensräume – Wild lebende Tiere und Pflanzen

1. Das Vereinigte Königreich Großbritannien und Nordirland hat dadurch gegen seine Verpflichtungen aus der Richtlinie 92/43/EWG des Rates vom 21. Mai 1992 zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wild lebenden Tiere und Pflanzen verstoßen, dass es nicht fristgemäß alle erforderlichen Maßnahmen erlassen hat, um die sich aus der Richtlinie ergebenden Anforderungen, insbesondere gemäß
- Artikel 6 Absatz 2 im Fall Gibraltars,
- Artikel 6 Absätze 3 und 4 hinsichtlich Plänen und Projekten der Wasserentnahme und Landnutzungsplänen,
- Artikel 11,
- Artikel 12 Absatz 1 Buchstabe d im Fall Gibraltars,
- Artikel 12 Absatz 2,
- Artikel 12 Absatz 4,
- Artikel 13 Absatz 1,
- Artikel 14 Absatz 2,
- Artikel 15,
- Artikel 16
- und außerhalb seiner Hoheitsgewässer der Richtlinie insgesamt, vollständig und ordnungsgemäß umzusetzen.

2. Im Übrigen wird die Klage abgewiesen.

3. Das Vereinigte Königreich Großbritannien und Nordirland trägt die Kosten des Verfahrens.

Aktenzeichen: C6/04q Paragraphen: Datum: 2005-10-20
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PDF-DokumentNaturschutzrecht Verkehrswegerecht - Landschaftsschutz Waldrecht Tierschutz Luftverkehrsrecht

Hessischer VGH
28.06.2005
12 A 8/05

Bannwald, Ffh-Gebiet, Gebietsabgrenzung, Gemeldetes Ffh-Gebiet, Potenzielles Ffh-Gebiet, Regionalplan, Vogelschutzgebiet, Zielabweichungszulassung

Planfeststellung für die A 380-Wartungshalle am Flughafen Frankfurt/M.

1. Für Gebiete, die von den nationalen Stellen an die Kommission gemeldet, die aber noch nicht in die Liste der Gebiete von gemeinschaftlicher Bedeutung nach der FFH-Richtlinie aufgenommen worden sind, gilt auch nach dem Urteil des EuGH vom 13.01.2005 (C-117/03 - Timavo-Mündung bei Monfalcone -) kein striktes Verschlechterungsverbot in dem Sinne, dass Projekte, die zu einer erheblichen Beeinträchtigung der Erhaltungsziele führen können, generell unzulässig sind und auch nicht im Wege einer Ausnahmeentscheidung nach Art. 6 Abs. 3 und 4 FFH-Richtlinie zugelassen werden können. Das Schutzregime, das nach dem oben zitierten Urteil für gemeldete FFH-Gebiete gilt, ist jedenfalls dann gewahrt, wenn die Voraussetzungen für eine Ausnahmeentscheidung nach Art. 6 Abs. 3 und 4 FFHRichtlinie (§ 20d HENatG) vorliegen.

2. Ein luftverkehrsrechtlicher Planfeststellungsbeschluss ersetzt kraft seiner Konzentrationswirkung (§ 9 Abs. 1 Satz 1 LuftVG) sowohl die Entscheidung über die Aufhebung der Erklärung zu Bannwald (§ 22 Abs. 2 Satz 3 HForstG) als auch die Entscheidung über die Zulassung einer Abweichung von einer Zielfestlegung des Regionalplans (§ 12 HLPG).

HForstG vom 10.09.2002 § 22
HENatG vom 16.04.1996 § 20d
HLPG vom 06.09.2002 § 12
LuftVG vom 27.03.1999 § 9
Richtlinie 92/43/EWG vom 21.05.1992 - FFH-RL - Art. 6

Aktenzeichen: 12A8/05 Paragraphen: HForstG§22 HForstG§20d HLPG§12 LuftVG§9 92/43/EWG Datum: 2005-06-28
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