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PDF-DokumentOrdnungswidrigkeiten - Hauptverhandlung Verfahrensfehler

OLG Stuttgart
9.5.2003 1 Ss 188/03
1. Verhandelt das Amtsgericht im Bußgeldverfahren zur Sache, obwohl eine Terminsnachricht an die Staatsanwaltschaft, die hierauf nicht verzichtet hatte, unterblieben ist und ein Staatsanwalt deshalb an der Hauptverhandlung nicht teilnehmen kann, so liegt darin ein Verfahrensfehler.

2. Hat die Staatsanwaltschaft gemäß § 81 Abs. 2 Satz 1 OWiG einen Antrag auf Erteilung eines Hinweises auf die Veränderung des rechtlichen Gesichtspunkts nach § 81 Abs. 1 OWiG gestellt und kommt deshalb ein Übergang vom Bußgeldverfahren ins Strafverfahren in Betracht, so muss die Staatsanwaltschaft an der Hauptverhandlung vor dem Amtsgericht teilnehmen, weil dann ohne sie nicht verhandelt werden darf.

3. Hat die Staatsanwaltschaft den Antrag gestellt, den Betroffenen gemäß § 81 Abs. 2 Satz 1 OWiG auf die Veränderung des rechtlichen Gesichtspunkts hinzuweisen und damit vom Bußgeldverfahren ins Strafverfahren überzugehen, so muss das Amtsgericht den Hinweis erteilen. Eine Ausnahme hiervon wäre nur dann zu erwägen, wenn der Staatsanwalt den Übergang willkürlich und erkennbar um jeden Preis erreichen will und sich begründeten Bedenken des Amtsgerichts verweigert.
OWiG §§ § 75 Abs 1, 81 Abs. 1 und 2

Aktenzeichen: 1Ss188/03 Paragraphen: OWiG§75 OWiG§81 Datum: 2003-05-09
Link: pdf.php?db=strafrecht&nr=885

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