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PDF-DokumentErfindungen - Erfinder Arbeitnehmererfindung

BGH - Bundespatentgericht
4.9.2018
X ZR 14/17

Drahtloses Kommunikationsnetz

1. Die Wirksamkeit der Überleitung der Rechte an einer Erfindung durch Inanspruchnahme als Diensterfindung durch den Arbeitgeber richtet sich nach dem Arbeitsstatut.

2. Welche Rechte und Pflichten der Vertragsparteien sich aus einer rechtsgeschäftlichen Vereinbarung über die Übertragung eines Prioritätsrechts ergeben, ist nicht nach dem für die Erstanmeldung maßgeblichen Recht zu beurteilen, sondern nach dem Vertragsstatut. Wird die Vereinbarung zwischen dem Diensterfinder und seinem Arbeitgeber getroffen, entspricht das Vertragsstatut regelmäßig dem Arbeitsstatut. 3. Eine technische Lehre, die der Öffentlichkeit dadurch zugänglich gemacht wird, dass sie auf einen Webserver hochgeladen und über das Internet allgemein oder einem Teil der Fachöffentlichkeit weltweit verfügbar gemacht wird, bildet nicht bereits dann Stand der Technik, wenn zum Zeitpunkt des Hochladens in einer andern Zeitzone als derjenigen des Ortes des Hochladens der Prioritäts- oder Anmeldetag noch nicht angebrochen war.

BGBEG Art 30, Art 33
EuPatÜbk Art 54 Abs 2, Art 89

Aktenzeichen: XZR14/17 Paragraphen: Datum: 2018-09-04
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PDF-DokumentErfindungen - Arbeitnehmererfindung Auskunftsrecht

OLG Frankfurt - LG Frankfurt
7.12.2017
6 U 204/16

Auskunftsanspruch des Arbeitnehmererfinders bei Diensterfindung für konzernangehörendes Forschungs- und Entwicklungsunternehmen

1. Hat ein ausschließlich für den eigenen Konzern tätiges Forschungs- und Entwicklungsunternehmen eine Diensterfindung seines Arbeitnehmers unbeschränkt in Anspruch genommen, entspricht der für die Ermittlung der angemessenen Arbeitnehmererfindervergütung maßgebliche Erfindungswert nicht dem - an Hand der kalkulierten Entwicklungskosten zuzüglich eines Aufschlags („Mark up“) - konzerninternen Abgabepreis für die Übertragung der Erfindung auf ein anderes Konzernunternehmen. Der Erfindungswert ist vielmehr auf der Grundlage der einzelnen Verwertungshandlungen zu bestimmen, die die konzernangehörigen Unternehmen hinsichtlich der Diensterfindung vorgenommen haben. Der Arbeitnehmer hat daher einen Auskunfts- und Rechnungslegungsanspruch über diese Verwertungshandlungen, den der Arbeitgeber zu erfüllen hat, indem er die dazu erforderlichen Informationen bei den anderen Konzernunternehmen einholt.

2. In dem unter Ziffer 1. dargestellten Fall kann sich der Arbeitgeber im Erkenntnisverfahren nicht mit Erfolg darauf berufen, die Auskunftserteilung und Rechnungslegung sei ihm unmöglich, weil die Konzernunternehmen bereits erklärt hätten, die erforderlichen Informationen nicht zur Verfügung zu stellen. Nach Erlass eines rechtskräftigen Auskunfts- und Rechnungslegungstitels hat der Arbeitgeber bei den Konzernunternehmen mit aller Deutlichkeit auf der Erteilung der Informationen zu bestehen.

ArbEG § 9

Aktenzeichen: 6U204/16 Paragraphen: Datum: 2017-12-07
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PDF-DokumentErfindungen Prozeßrecht - Arbeitnehmererfindungen Sonstiges Verjährung

BGH - OLG Karlsruhe - LG Karlsruhe
26.11.2013
X ZR 3/13

Profilstrangpressverfahren

Die Anrufung der durch das Gesetz über Arbeitnehmererfindungen beim Deutschen Patent- und Markenamt eingerichteten Schiedsstelle hemmt die Verjährung nicht nach § 204 Abs. 1 Nr. 12 BGB, wohl aber in entsprechender Anwendung des § 204 Abs. 1 Nr. 4 BGB. Die Schiedsstelle steht insoweit einer durch die Landesjustizverwaltung eingerichteten oder anerkannten Gütestelle gleich.

BGB § 204 Abs 1 Nr 4, § 204 Abs 1 Nr 12
ArbEG § 28, § 29, § 37

Aktenzeichen: XZR3/13 Paragraphen: BGB§204 ArbEG§28 ArbEG§29 ArbEG§37 Datum: 2013-11-26
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PDF-DokumentErfindungen - Arbeitnehmererfindung

BGH - OLG Düsseldorf - LG Düsseldorf
5.2.2013
X ZR 59/12

1. Zu den Einnahmen im Sinne von § 42 Nr. 4 ArbEG gehören nicht nur Geldzahlungen, die dem Dienstherrn aufgrund der Verwertung der Erfindung zufließen, sondern auch alle sonstigen geldwerten Vorteile, die der Dienstherr infolge der Verwertung erlangt.

2. Ein solcher Vorteil fließt dem Dienstherrn auch dann zu, wenn es ein Lizenznehmer auf eigene Kosten übernimmt, zu Gunsten des Dienstherrn ein Schutzrecht zu begründen, aufrechtzuerhalten oder zu verteidigen.

3. Zur Bewertung dieses Vermögensvorteils kann in der Regel auf die Kosten abgestellt werden, die dem Lizenznehmer für die Anmeldung, Erteilung, Aufrechterhaltung oder Verteidigung des Schutzrechts entstanden sind.

ArbEG § 42 Nr 4

Aktenzeichen: XZR59/12 Paragraphen: ArbEG§42 Datum: 2013-02-05
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PDF-DokumentErfindungen - Arbeitnehmererfindung Vergütung

BGH - OLG Frankfurt - LG Frankfurt
22.11.2011
X ZR 35/09

Ramipril II

Ein Anspruch auf Erfindervergütung kommt auch dann in Betracht, wenn bei der Verwertung eines auf eine gemeldete Diensterfindung zurückgehenden Patents ein Element wirtschaftliche Bedeutung erlangt, das aufgrund des Beitrags einer weiteren Person der Patentanmeldung hinzugefügt worden ist und nicht bereits Gegenstand der Erfindungsmeldung war.

ArbnErfG § 9

Aktenzeichen: XZR35/09 Paragraphen: ArbnErfG§9 Datum: 2011-11-22
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PDF-DokumentErfindungen - Arbeitnehmererfindung

BGH - OLG Karlsruhe - LG Mannheim
12.4.2011
X ZR 72/10

a) Die Frist zur Inanspruchnahme einer Diensterfindung wird, wenn es an einer schriftlichen Erfindungsmeldung des Diensterfinders fehlt, grundsätzlich nur in Gang gesetzt, wenn der Arbeitgeber, insbesondere durch eine Patentanmeldung und die Benennung des Arbeitnehmers als Erfinder, dokumentiert, dass es keiner Erfindungsmeldung mehr bedarf, weil er über die Erkenntnisse bereits verfügt, die ihm der Diensterfinder durch die Erfindungsmeldung verschaffen soll.

b) Eine derartige Dokumentation der Kenntnis des Arbeitgebers von der Diensterfindung und den an ihr Beteiligten ergibt sich weder daraus, dass der Arbeitgeber durch die mündliche Mitteilung einer "Initialidee" durch den Arbeitnehmer und schriftliche Berichte über anschließend durchgeführte Versuche Kenntnis von der technischen Lehre der Erfindung erhält, noch aus dem Umstand, dass der Arbeitgeber von einem Patent erfährt, das der Arbeitnehmer auf die Diensterfindung angemeldet hat (Fortführung von BGH, Urteil vom 4. April 2006 - X ZR 155/03, BGHZ 167, 118 - Haftetikett).

c) Hat der Arbeitnehmer die Diensterfindung unberechtigt zum Patent angemeldet, bedarf es nach Inanspruchnahme der Diensterfindung durch den Arbeitgeber gemäß §§ 6, 7 ArbNErfG einer Übertragung und nicht nur einer Umschreibung der Anmeldung oder eines hierauf erteilten Patents auf den Arbeitgeber.

ArbNErfG §§ 5, 6 und 7 (in der bis zum 30. September 2009 gültigen Fassung)
PatG § 8

Aktenzeichen: XZR72/10 Paragraphen: ArbNErfG§5 ArbNErfG§6 ArbNErfG§7 PatG§8 Datum: 2011-04-12
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PDF-DokumentErfindungen - Arbeitnehmererfindung

LG München
7.3.2011
7 O 9760/05

1. Wird der Berechnung einer Arbeitnehmererfindervergütung die Methode der Lizenzanalogie zu Grunde gelegt und liegen in Bezug auf die zu vergütende Diensterfindung bereits konkrete Lizenzverträge vor, können die dort vereinbarten Lizenzgebühren vorrangig als Anhaltspunkte dienen. Die Tatsache, dass nicht in allen relevanten Lizenzverträgen identische Lizenzsätze vereinbart wurden, hindert die Anwendung der konkreten Lizenzanalogie nicht, wenn sich die Vertragslizenzsätze sämtlich in einem relativ engen Korridor bewegen und auch tatsächlich abgerechnet werden.

2. Der Erfindung kommt auch dann ein Wert zu, wenn durch Lizenzaustauschverträge gegenseitig erhobene Patentverletzungsvorwürfe gütlich beigelegt werden. Der zu berücksichtende Gegenwert liegt in der Berechtigung, fremde Schutzrechte unentgeltlich nutzen zu können.

ArbEG § 9 Abs 2, § 12
ZPO § 287

Aktenzeichen: 7O9760/05 Paragraphen: ArbEG§9 ArbEG§12 ZPO§287 Datum: 2011-03-07
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PDF-DokumentErfindungen - Arbeitnehmererfindungen

Hessisches LAG - ArbG Frankfurt
2.8.2010
7 Ta 203/10

Arbeitnehmererfindung - Rechtsstreitigkeit über Erfindung - Rechtsweg

Für einen Rechtsstreit, in dem ein Arbeitnehmer seinen früheren Arbeitgeber auf Schadensersatzleistungen in Anspruch nimmt, weil er ihm vorwirft nach der Meldung einer Erfindung des Arbeitnehmers diese zwar zum Patent angemeldet, die Meldung aber nicht weiter betrieben zu haben, ist gemäß § 39 ArbNErfG der Rechtsweg vor die Arbeitsgerichte nicht eröffnet. Vielmehr ist dafür das für Patentstreitigkeiten zuständige Gericht ausschließlich zuständig.

GVG § 17a
ArbnErfG § 39

Aktenzeichen: 7Ta203/10 Paragraphen: GVG§17a ArbnErfG§39 Datum: 2010-08-02
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PDF-DokumentErfindungen - Arbeitnehmererfindung

BGH - OLG Düsseldorf - LG Düsseldorf
17.11.2009
X ZR 137/07

Türinnenverstärkung

Dem Arbeitnehmererfinder stehen zur Vorbereitung seines Vergütungsanspruchs im Klagewege durchsetzbare Ansprüche auf Auskunft und Rechnungslegung über den mit dem Gegenstand der Erfindung gemachten Gewinn regelmäßig nicht zu (insoweit Aufgabe von BGHZ 137, 162 - Copolyester II, Leitsatz c; Sen.Urt. v. 13.11.1997 - X ZR 6/96, GRUR 1998, 684, 688 - Spulkopf; v. 16.4.2002 - X ZR 127/99, GRUR 2002, 801, 803 - abgestuftes Getriebe).

ArbEG § 9
BGB § 242 A

Aktenzeichen: XZR137/07 Paragraphen: ArbEG§9 BGB§242 Datum: 2009-11-17
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PDF-DokumentErfindungen - Arbeitnehmererfindungen

Gesetz über Arbeitnehmererfindungen Nichtamtliches Inhaltsverzeichnis

ArbnErfG

Geändert durch G v. 18.1.2002 I 414
Zuletzt geändert durch Gesetz zur Vereinfachung und Modernisierung des Patentrechts Vom 31. Juli 2009, BGBl I 2009, 2521

Aktenzeichen: ArbnErfG Paragraphen: Datum: 2009-10-04
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